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03.09.2015

12:35 Uhr

Rotation bei Springer

Ex-„Spiegel“-Chef Aust übernimmt die „Welt“

VonKai-Hinrich Renner

Der Springer-Verlag macht ernst bei der groß angelegten Kooperation mit Samsung. Der bisherige „Welt“-Chefredakteur Jan-Eric Peters wechselt zur neuen News-App Upday. Daher gibt es ein überraschendes Comeback.

Der Journalist übernimmt kommissarisch die Leitung der „Welt“. dpa

Stefan Aust

Der Journalist übernimmt kommissarisch die Leitung der „Welt“.

HamburgEs ist erst knapp ein halbes Jahr her, da verkündete Axel Springers CEO Mathias Döpfner, dass sein einstiger Vermarktungschef Peter Würtenberger künftig attraktive digitale Beteiligungsmöglichkeiten in den USA und Großbritannien ausfindig machen solle. Dienstsitz des Top-Managers, der sich fortan Executive Vice President Corporate Development nennen durfte, werde New York sein.

Tatsächlich begab sich Würtenberger kurz darauf auf Reisen. Er flog aber nicht über den Atlantik, sondern nach Südkorea. Dort hatte er bereits Ende 2014 zusammen mit „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann die mobile Medienszene erkundet. Offenbar hatte er damals schon erste Kontakte zum Technologiekonzern Samsung geknüpft. Aus ihnen ist nun eine Kooperation beider Unternehmen erwachsen. Sie ist für das deutsche Medienhaus so wichtig ist, dass es aus Anlass des Starts der Betaphase des ersten Projekts dieser Zusammenarbeit sein Führungspersonal kräftig rotieren lässt.

Gemeinsam mit den Asiaten arbeitet Springer an einer Nachrichten-App namens Upday, die ausschließlich auf Samsung-Geräten läuft und Apples News-App Konkurrenz machen soll. CEO von Upday wird Würtenberger. Ihm zur Seite wird ab 1. Januar 2016 der bisherige „Welt“-Chefredakteur Jan-Eric Peters als Chief Product Officer und stellvertretender CEO stehen. Dies wiederum hat den charmanten Nebeneffekt, dass im reifen Alter von 69 Jahren „Welt“-Herausgeber Stefan Aust neuer Chefredakteur des Blattes wird.

Er wird seine neue Aufgabe laut einer Pressemitteilung zwar nur „kommissarisch“ wahrnehmen. Doch wer hätte gedacht, dass ein Publizist, der in seiner Jugend für damals linksradikale Blätter wie „Konkret“ und die „St. Pauli Nachrichten“ schrieb, eines Tages die Geschicke der konservativen „Welt“ lenken würde?

Daniel Keller als Chief Technology Officer – er war bis Mai Springers Chief Information Officer – und Döpfners bisheriger Assistent Thomas Hirsch als Chief Financial und Chief Operating Officer komplettieren die Führungscrew des Upday-Projekts.

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