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19.02.2013

10:22 Uhr

Rückzieher nach Aufschrei

Novartis-Präsident lässt von Mega-Abfindung ab

Daniel Vasella knickt im Sturm der Empörung ein: Der scheidende Präsident des Pharmakonzerns löst den Deal über eine 60-Millionen-Abfindung auf. Mit seinem Verdienst war der Manager in der Schweiz zur Hassfigur geworden.

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BaselNach scharfer Kritik von Politikern und Aktionären verzichtet der scheidende Präsident des Schweizer Pharmakonzerns Novartis auf eine Millionenabfindung. Daniel Vasella und der Novartis-Vorstand hätten sich darauf verständigt, die Vereinbarung über die Zahlung von 72 Millionen Franken (58,5 Millionen Euro) zu annullieren, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Diese Entscheidung sei mit Rücksicht auf die Anteilseigner des Konzerns gefallen. Der Novartis-Präsident, der auf eine Kandidatur zur Wiederwahl in den Verwaltungsrat verzichtet hatte, sollte das Geld dafür bekommen, dass er sechs Jahre lang nicht für die Konkurrenz tätig wird, sondern Novartis berät.

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Der Deal goss Wasser auf die Mühlen der Kritiker an überzogenen Manager-Vergütungen und gab nach Einschätzung von Schweizer Medien Befürwortern einer gesetzlich Beschränkung derartiger Bezüge bis hin zur Androhung von Gefängnisstrafen bei Zuwiderhandlung erheblichen Auftrieb.

Die Schweiz stimmt am 3. März bei einem Volksentscheid über einen entsprechenden Vorschlag ab. Die sogenannte „Abzocker-Initiative“ sieht vor, dass Aktionäre in Zukunft nicht nur konsultativ, sondern bindend über Managerlöhne abstimmen können.

Für die Annahme dieses Vorstoßes sprachen sich bei Umfragen etwa 57 Prozent der Teilnehmer aus. Vor der Bekanntgabe der Millionen-Abfindung für den Novartis-Boss waren es nur etwas mehr als 50 Prozent gewesen. Politologen und andere Beobachter gehen nun nicht mehr davon aus, dass es den Gegnern unter Führung des Wirtschaftsverbandes gelingen wird, das Blatt zu wenden.

Vasella war zur Hassfigur wegen überzogener Managergehälter mutiert. Der Novartis-Präsident habe bis zum 700-Fachen des schlechtbezahltesten Mitarbeiters von Novarti verdient, schrieb etwa das Schweizer Magazin „Bilanz“.

Die Vergütung als Berater heizte die Stimmung weiter an. Der Unmut zog sich durch weite Teile der Schweizer Bevölkerung. „Das geht über alle Dimensionen des Vernünftigen hinaus“, hatte Markus Büchel, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, gesagt. Justizministerin Simonetta Sommaruga sagte, es brodle in der Bevölkerung. Die Wut über maßlose Bonus-Zahlungen sei riesig. Sogar der Präsident der wirtschaftsfreundlichen Partei FDP erklärte: „Herr Vasella führt die liberale Schweiz aufs Schafott.“

Von

dpa

Kommentare (4)

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kraehendienst

19.02.2013, 12:17 Uhr

Bravo, Respekt und Hochachtung. Doch nach vielen Jahren von 20 Mio. SFR p.A. ist das verschmerzlich; Hartz-VI an der schweizerisch-deutschen Grenze muss Vasella deswegen nicht beantragen gehen...

Account gelöscht!

19.02.2013, 12:43 Uhr

Man sieht, die Schweiz kann
Angebote, Offerten und Bitten
so darlegen,

ARGUMENTATIV UNTERLEGT SOZUSAGEN,

dass weder der Betroffene noch
seine Familie dies ausschlagen könnte.

Account gelöscht!

19.02.2013, 12:53 Uhr

Um was Wetten wir das er die Kohle jetzt anders bekommt...einfach inoffiziell.

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