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26.01.2015

13:34 Uhr

Sal.-Oppenheim-Prozess

Middelhoff-Urteil verschoben

Thomas Middelhoff fordert in einem Zivilprozess Millionen von der Bank Sal. Oppenheim – mit begrenzten Erfolgsaussichten. Das Urteil verspätet sich – denn die Klage wurde auf eine Sparkasse erweitert.

Den Blick gesenkt: Der ehemalige Arcandor-Chef Thomas Middelhoff. dpa

Den Blick gesenkt: Der ehemalige Arcandor-Chef Thomas Middelhoff.

KölnIm Kölner Zivilprozess von Thomas Middelhoff gegen das Bankhaus Sal. Oppenheim, in dem der frühere Top-Manager eine Millionensumme verlangt, verzögert sich das Urteil. Eigentlich sollte die Entscheidung des Landgerichts am 3. Februar verkündet werden, der Termin sei aber aufgehoben, sagte ein Gerichtssprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Grund: Die Middelhoff & Cie. Asset Management GmbH als dritter Kläger - neben Thomas Middelhoff und seiner Frau - habe die Klage erweitert auf die Sparkasse Köln-Bonn.

Middelhoff, der ehemalige Chef des pleitegegangenen Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor, war im November 2014 vom Essener Landgericht wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft verurteilt worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Der Streit zwischen den Middelhoffs und dem Bankhaus war nach der Insolvenz des Arcandor-Konzerns 2009 entbrannt.

In dem Kölner Verfahren verlangt der frühere Top-Manager eine Summe von gut 100 Millionen Euro vom Bankhaus. Er sei bei der Anlage in mehrere Fonds falsch beraten worden. Sal Oppenheim wiederum verlangt mehr als 100 Millionen Euro von Middelhoff im Rahmen einer Widerklage. Er habe Darlehen nicht zurückgezahlt.

Die besten Zitate von und über Thomas Middelhoff

Hintergrund

Als sich Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff 2014 vor dem Essener Landgericht wegen des Vorwurfs der Untreue verantworten musste, fielen einige denkwürdige Sätze. Eine Auswahl.

Die Katze auf dem heißen Blechdach

„Ich bin wie die Katze übers Dach. Ich musste drei Meter tief auf eine Garage springen und dann noch einmal drei Meter auf die Straße.“
(Middelhoff über seine filmreife Flucht vor Fotografen nach einem Termin bei einem Gerichtsvollzieher in Essen Ende Juli, bei dem er seine Vermögensverhältnisse hatte offenlegen müssen)

Apocalypse Now

„Das ist wie ein apokalyptischer Traum.“
(Middelhoff zu Pfändungsversuchen von Gläubigern am Rande seines Untreue-Prozesses vor dem Essener Landgericht)

Arbeit, Arbeit, Arbeit

„Er hat eigentlich immer gearbeitet, immer, immer.“
(Middelhoffs Gattin Cornelie Middelhoff als Zeugin vor Gericht zur Arbeitsbelastung ihres Mannes)

Das fliegende Büro

„Das war ein fliegendes Büro für ihn.“
(Ein früherer Mitarbeiter Middelhoffs als Zeuge vor Gericht zu den umstrittenen Charterflügen seines Ex-Chefs)

Stau

„Stau war das Schlimmste für ihn.“
(Der langjährige Fahrer des Managers als Zeuge vor Gericht)

Der Schaden des Thomas M.

„Mir und meiner unternehmerischen Tätigkeit ist großer Schaden zugefügt worden.“
(Middelhoff zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen ihn, die er als „uferlos“ und „unverhältnismäßig“ empfindet)

Von Gott gegeben

„Ich habe mich nie als Controllerin meines Chefs gesehen.“
(Eine ehemalige Sekretärin des Managers, die sagte, sie habe Middelhoffs Entscheidungen als „gottgegeben“ hingenommen.)

Zu Prozessbeginn am 18. November 2014 hatte der Vorsitzende Richter Stefan Singbartl dem Kläger Middelhoff wenig Hoffnung auf Erfolg gemacht. Er sprach von „recht ungünstigen Aussichten für die Klage“. Singbartl sagte damals, er habe „ziemliche Probleme mit der Substanz des klägerischen Vortrags“.

Was die Middelhoff & Cie. Asset Management GmbH nun bewogen habe, die Klage auch gegen die Sparkasse zu richten, sei unklar, sagte ein Kölner Gerichtssprecher. Die Entscheidung werde sich damit verzögern. Die Kammer müsse über den weiteren Verlauf und mögliche zusätzliche Termine neu beschließen.

Das Urteil des Essener Landgerichts gegen Middelhoff ist noch nicht rechtskräftig, der Manager hat die Vorwürfe stets bestritten. Seine Anwälte haben Revision eingelegt. Haftbeschwerden waren erfolglos geblieben und mit bestehender Fluchtgefahr begründet worden. Gegen den Manager laufen weitere strafrechtliche Ermittlungen. Mehrere Gläubiger erheben Millionen

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

26.01.2015, 16:01 Uhr

Zu viele untereinander verwobene rechtliche und tatsächliche Interessen auf der Gegenseite aber auch mit derselben lassen den Prozeßreigen zum unkalkulierbaren Spiel werden.

Auslöser des Dramas hingegen war allein die Tatsache, daß kurz nach Middelhoffs Ausscheiden bei Karstadt dort der Konkursverwalter einzog. Der ist den Gläubigern allein verantwortlich. Und die sind in solchen Fällen pingelig bis ins Detail.

Ansonsten hätte es den Prozeß nie gegeben, der ihn nun ins Untersuchungsgefängnis brachte.
In der Folge vielleicht auch alle anderen nicht.

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