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17.09.2014

13:10 Uhr

Sal.-Oppenheim-Schlappe vor Gericht

Middelhoff darf auf Millionen hoffen

Die Privatbank Sal. Oppenheim hat eine Niederlage vor Gericht erlitten. Sie soll einen Investor falsch beraten haben. Grund zur Freude hat aber nicht nur der Kläger, sondern auch Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff.

Ex-Topmanager Thomas Middelhoff darf sich Hoffnungen auf eine Rückerstattung durch die Bank Sal. Oppenheim machen. Das Landgericht Köln hatte am Dienstag in einem ähnlichen Fall zugunsten des Klägers entschieden. Auch Middelhoff will von der Bank Geld zurück. dpa

Ex-Topmanager Thomas Middelhoff darf sich Hoffnungen auf eine Rückerstattung durch die Bank Sal. Oppenheim machen. Das Landgericht Köln hatte am Dienstag in einem ähnlichen Fall zugunsten des Klägers entschieden. Auch Middelhoff will von der Bank Geld zurück.

KölnNach einer Schlappe der Bank Sal. Oppenheim in einem Klageverfahren hofft Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff auf die Rückerstattung von Millionen. Middelhoff sehe seine Chancen nun deutlich verbessert und sei optimistisch, sagte sein Anwalt Winfried Holtermüller am Mittwoch. Sein Verfahren gegen Sal. Oppenheim beginnt am 18. November - es geht um mehr als 100 Millionen Euro.

Das Landgericht Köln hatte am Dienstag einer Klage des Investors Axel Pfeil gegen Sal. Oppenheim größtenteils stattgegeben. Es ging um ein Investment in einen vom Immobilienmanager Josef Esch vermittelten Immobilienfonds für ein Karstadt-Warenhaus in Potsdam aus dem Jahr 2001. Pfeil kann nach dem Urteil die Rückabwicklung der Beteiligung verlangen, weil er fehlerhaft beraten worden ist. Insgesamt betrug der Streitwert rund sechs Millionen Euro.

Die Rechsstreitigkeiten des Thomas M.

Charterflüge

Die Staatsanwaltschaft Bochum wirft dem 61-Jährigen Untreue in 49 Fällen vor. In dem Strafverfahren vor dem Essener Landgericht geht es vor allem um Charterflüge auf Firmenkosten, die von Arcandor bezahlt worden waren, obwohl sie laut Staatsanwaltschaft privaten Zwecken dienten. Middelhoff hatte öffentlich erklärt, er habe sich korrekt verhalten.

Sal. Oppenheim

Das Kölner Institut Sal. Oppenheim hatte das Ehepaar Middelhoff Ende 2013 auf knapp 78 Millionen Euro verklagt. Kredite seien nicht zurückgezahlt worden. Zuvor hatte Middelhoff seinerseits die Bank auf 101 Millionen Euro verklagt.

Arcandor I

Im September 2013 erklärte das Landgericht Essen, es halte einen Sonderbonus, den der Manager kurz vor seinem Arcandor-Ausscheiden erhielt, für nicht gerechtfertigt. Er soll rund 3,4 Millionen Euro an den Insolvenzverwalter zahlen, hat aber Berufung angekündigt.

Arcandor II

Der 61-Jährige verlangt seinerseits von den Insolvenzverwaltern wegen angeblichen Rufmords Schadenersatz in Höhe von 120 Millionen Euro. Gegen einen entsprechenden Mahnbescheid haben die Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg und Hans-Gerd Jauch Widerspruch eingelegt. Sie hatten Middelhoff und andere Arcandor-Manager auf Schadenersatz von insgesamt 175 Millionen Euro verklagt, unter anderem wegen angeblicher Managementfehler. Der Prozess vor dem Oberlandesgericht Hamm könnte Jahre dauern.

Josef Esch

Mit seinem ehemaligen Vermögensverwalter Josef Esch liegt Middelhoff ebenfalls im Clinch. Im Streit um Unterhaltskosten für seine Luxusyacht einigten sich Middelhoff und Esch im Jahr 2012 außergerichtlich auf eine Zahlung von 2,5 Millionen Euro, Frist 30. September 2013. Überwiesen hat Middelhoff bis heute nicht, Esch geht gerichtlich gegen Middelhoff vor. Middelhoff selbst will von seinem Ex-Vermögensverwalter 33 Millionen Euro, weil der ihn falsch beraten und sein Privatvermögen riskiert haben soll.

In den gleichen Fonds hat laut Holtermüller auch das Ehepaar Middelhoff investiert. „Der Kläger Pfeil ist wesentlich sachkundiger im Immobilienbereich als der Kläger Middelhoff“, sagte Holtermüller. Dennoch habe Pfeil recht bekommen. „Herr Middelhoff ist hier genauso schützwürdig wie Herr Pfeil.“ Die Sachverhalte seien „geradezu identisch“.

Das Bankhaus Sal. Oppenheim prüft derzeit, ob es gegen das Urteil Berufung beim Oberlandesgericht Köln einlegt. „Die Entscheidung des Landgerichts Köln steht im Widerspruch zur kürzlich ergangen Entscheidung des OLG Köln in einem ähnlich gelagerten Fall“, teilte die Bank mit.

Von

dpa

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