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13.02.2017

10:36 Uhr

Samsung-Erbe Lee Jae-yong

Ermittler entscheiden bald über neuen Haftantrag

Samsung-Erbe Lee Jae-yong soll mit Schmiergeldern in Millionenhöhe seine Machtposition gestärkt haben. Der erste Haftantrag wurde zurückgewiesen – mit einem zweiten soll nun mehr Klarheit verschafft werden.

Dem Samsung-Erben wird vorgeworfen, für eigene Zwecke 34 Millionen Euro Schmiergeld gezahlt zu haben. Reuters, Sascha Rheker

Lee Jae-yong

Dem Samsung-Erben wird vorgeworfen, für eigene Zwecke 34 Millionen Euro Schmiergeld gezahlt zu haben.

SeoulIm Korruptionsskandal um Südkoreas Präsidentin Park Geun-hye rückt mit der Samsung-Gruppe erneut das größte Firmenkonglomerat des Landes in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Die Sonderstaatsanwaltschaft will nach eigenen Angaben in Kürze entscheiden, ob sie einen zweiten Anlauf zur Verhaftung von Konzernchef Lee Jae-yong nimmt. Einen ersten Haftantrag hatte ein Gericht in Seoul im Januar zurückgewiesen.

Lee, ein Enkel des Samsung-Firmengründers, sagte am Montag zum zweiten Mal in der Affäre vor den Staatsanwälten aus. Details wurden zunächst nicht bekannt. Bisher hat er sämtliche Bestechungsvorwürfe zurückgewiesen. Auf dem Weg zu den Ermittlern sagte er, er werde ihnen abermals die Wahrheit sagen.

Wie Samsungs Debakel mit dem Galaxy Note 7 immer größer wurde

2. August 2016

Samsung stellt das „Phablet“ mit der Bildschirm-Diagonale von 5,7 Zoll vor. Das Vorzeigemodell soll im oberen Preissegment punkten, in dem Apple mit seinem iPhone stark ist. Der Finanzdienst Bloomberg berichtet später, Samsung habe sich beeilt, es deutlich vor dem September-Marktstart des iPhone 7 auf den Markt zu bringen.

19. August

Das Galaxy Note 7 kommt in mehreren Ländern in den Handel. Nach und nach gibt es Berichte von Nutzern über brennende oder zumindest überhitzte Telefone. Ein Überblick über das Ausmaß des Problems fehlt zunächst.

2. September

An dem Tag, an dem das Note 7 unter anderem auch in Deutschland breit in den Handel kommen sollte, gibt Samsung eine weltweite Umtauschaktion bekannt. Zunächst ist von 35 bestätigten Zwischenfällen die Rede.

8. September

Die US-Flugaufsicht FAA und dann auch ihr europäisches Pendant EASA verbieten, Geräte des Modells in Flugzeugen zu nutzen oder aufzuladen. Sie dürfen auch ausgeschaltet nicht ins aufgegebene Gepäck.

16. September

In den USA gibt es auch einen offiziellen Rückruf über die Verbraucherschutz-Behörde CPSC. Dabei werden deutlich mehr Fälle bekannt. Allein in dem Land seien demnach 26 Verbrennungen und 55 Fälle von Sachbeschädigung gemeldet worden.

19. September

Samsung leitet den Austausch der Geräte ein. Zugleich wird der Verkauf von Beteiligungen an anderen Tech-Unternehmen im Wert von rund einer Billion Won (etwa 800 Mio. Euro) bekannt. Die Kosten des Rückrufs für Samsung werden auf mindestens eine Milliarde Dollar (rund 900 Mio. Euro) geschätzt.

22. September

Die südkoreanische Behörde für Technologie und Standards (KATS) fordert von Samsung vor der Wiederaufnahme des Verkaufs zusätzliche Sicherheitsprüfungen. Unter anderem solle jede Batterie für das Gerät einem Röntgentest unterzogen werden.

27. September

Samsung kündigt an, dass das Note 7 in Europa am 28. Oktober wieder regulär in den Handel kommen soll.

5. Oktober

Ein gerade ausgeschaltetes Note 7-Gerät in einem Flugzeug, das vor dem Abflug noch am Gate steht, gerät in Brand. Nach Darstellung des Besitzers ist es bereits ein Austauschgerät.

9. Oktober

Es werden vier weitere Fälle bekannt, in denen US-Verbraucher von Bränden mit Ersatzgeräten berichten. Zwei davon füllten demnach in der Nacht ein Schlafzimmer mit Rauch. Ein Telefon soll sich in den Händen eines 13-jährigen Mädchens in einer Schule entzündet haben. Die Mobilfunk-Anbieter AT&T, Verizon und T-Mobile US geben an ihre Kunden gar keine Note 7 mehr heraus.

11. Oktober

Innerhalb weniger Stunden stoppt Samsung erst den Verkauf der Geräte und gibt dann bekannt, dass die Produktion komplett eingestellt wird. Verbraucher werden aufgefordert, auch die Ersatzgeräte nicht mehr zu benutzen und zurückzugeben - oder gegen andere Modelle einzutauschen.

23. Januar 2017

Nach monatelangen Untersuchungen stellt Samsung seinen Bericht vor. Demnach gab es zwei verschiedene Fehler in den ersten Batterien und den Akkus der Austauschgeräte. Das Design des Smartphones selbst sei nicht das Problem gewesen.

Lee wird vorgeworfen, umgerechnet 34 Millionen Euro Schmiergeld an Organisationen von Parks Freundin Choi Soon-sil gezahlt zu haben. Damit soll er versucht haben, sich die Zustimmung eines staatlichen Pensionsfonds zu einer milliardenschweren Firmenfusion innerhalb der Gruppe zu sichern und seine Machtposition so zu festigen. Lee vertritt seinen Vater Lee Kun Hee, der 2014 einen Herzinfarkt erlitten hatte. Das Juwel des Konglomerats ist der Smartphone-Hersteller und Apple-Rivale Samsung Electronics.

Gegen Präsidentin Park hat das Parlament im Dezember ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet. Ihr werden Amtsmissbrauch und Verstöße gegen die Verfassung vorgeworfen. Auch Park und ihre Freundin Choi bestreiten ein Fehlverhalten.

Von

rtr

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