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13.01.2016

13:03 Uhr

SAP-Chef Bill McDermott

„Wie konnte ich so viel Glück haben?“

Bei einem Unfall hat SAP-Chef Bill McDermott ein Auge verloren. Das dramatische Ereignis hat auch seine Sichtweise auf die Führung des Software-Riesen verändert. Über diese Erfahrungen will er jetzt ein Buch schreiben.

Der SAP-Chef will ein Buch über seine Erfahrungen nach dem Verlust eines Auges schreiben. © SAP AG

Bill McDermott

Der SAP-Chef will ein Buch über seine Erfahrungen nach dem Verlust eines Auges schreiben.

Bill McDermott veröffentlichte im Jahr 2014 seine Memoiren in Buchform. Der inzwischen 54 Jahre alte SAP-Chef ging damals davon aus, die Geschichte seines Lebens erzählt zu haben. Dann erlitt er im vergangenen Jahr einen schweren Unfall. Der Spitzenmanager des größten deutschen Softwarehauses verlor dabei sein linkes Auge. Darüber – und vor allem, wie er darüber hinwegkam – will McDermott jetzt in seinem zweiten Buch schreiben.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich noch ein weiteres Buch schreiben werde“, stellte McDermott in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Bloomberg News fest, „aber es ist in meinem Kopf bereits entstanden.“ Es werde sich nun nicht mehr alleine an Menschen wenden, die einen Traum haben und etwas erreichen wollen, sagte er, sondern an jene, die Schicksalsschläge erlitten haben und auf verschiedenste Weise damit zurechtkommen müssten.

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Das Ereignis, mit dessen Folgen McDermott zu kämpfen hat, war ein tragischer häuslicher Unfall. Im Haus seines Bruders stürzte er mitten in der Nacht mit einem Glas Wasser in der Hand. Eine Scherbe des zerborstenen Glases bohrte sich dabei in sein linkes Auge. McDermott wurde kurz bewusstlos. Als er erwachte, fand er sich inmitten einer riesigen Blutlache. Statt in Panik zu verfallen, beschrieb er die Lage, habe er auf „eine sonderbare Weise gelassen“ gehandelt. Etwas in ihm habe ihm bewusst gemacht, dass er nicht aufstehen sollte, um die Lage nicht zu verschlimmern. Er schleppte sich daraufhin aus dem Haus und legte sich auf die Straße, wo schnell medizinische Hilfe geholt werden konnte.

Schon zu diesem Zeitpunkt habe er gedacht, er müsse wieder gesund werden, um die Geschichte zu erzählen. Seine Lebensgeschichte sei eben noch nicht komplett gewesen, sagte McDermott. Er trägt zum Termin eine dunkle Sonnenbrille, die aber die auffälligen Narben auf der linken Seite seines Gesichts und am Hals nicht verdeckt.

Die Nahtoderfahrung McDermotts fehlt natürlich in seinem ersten Buch „Mein Weg zu SAP: Die Autobiographie". McDermott wurde in eine Arbeiterfamilie aus Long Island im Bundesstaat New York geboren, und er schaffte es, in der Hierarchie eines der größten Softwareunternehmen an die Spitze aufzusteigen. SAP beschäftigt derzeit rund 75.000 Mitarbeiter.

Das Walldorfer Unternehmen hat in dieser Woche vorläufige Zahlen zum vierten Quartal vorgelegt und damit die Erwartungen des Marktes übertroffen – dank der neuesten Version der wichtigsten Softwareanwendung.

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