Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.07.2011

14:11 Uhr

SAP-Doppelspitze

Verträge mit Vorständen verlängert

VonSusanne Metzger

Die Verträge der SAP-Vorstandssprecher Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe sind vorzeitig verlängert worden. Das hat der Aufsichtsrat beschlossen. SAP will damit Konstanz zeigen.

Die beiden Vorstandsvorsitzenden des Softwareherstellers SAP, Jim Hagemann Snabe (r.) und Bill McDermott (l.). Quelle: dapd

Die beiden Vorstandsvorsitzenden des Softwareherstellers SAP, Jim Hagemann Snabe (r.) und Bill McDermott (l.).

FrankfurtDer Aufsichtsrat des Software-Konzerns SAP hat die Amtszeit der beiden Vorstandssprecher Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe bis Mitte 2017 verlängert. Vorstandsmitglied Gerhard Oswald, Leiter des operativen Geschäfts des Dax-Konzerns, hat zudem eine Vertragsverlängerung bis Mitte 2014 erhalten.
Damit will SAP Kontinuität demonstrieren und zeigen, dass endlich wieder Ruhe eingekehrt ist in Walldorf. Der 49-jährige McDermott und der 45-jährige Snabe sind erst im Februar 2010 als gleichberechtigte Vorstandssprecher angetreten. An die Spitze sind die beiden gerückt, als der damalige alleinige Vorstandschef Leo Apotheker seinen Rücktritt erklärte, weil der Aufsichtsrat seinen Vertrag nicht verlängern wollte.
Doch auch die beiden neuen Vorstandschefs mussten sich bereits Kritik gefallen lassen - von den Aktionären. Bei der diesjährigen Hauptversammlung hatten diese moniert, dass das Management die Schadensersatzsumme aus dem Rechtsstreit mit dem US-Konkurrenten Oracle deutlich unterschätzt habe. Doch Vorstand und Aufsichtsrat betonten, dass ein solches Jury-Urteil nicht vorauszusehen war.
Die Vertragsverlängerung unterstreicht nun, dass der Aufsichtsrat hinter seiner Doppelspitze steht. "Unter der Führung von Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe wurde SAP neu ausgerichtet und auf den Wachstumspfad zurückgebracht", sagte der SAP-Mitgründer und Aufsichtsratsvorsitzende Hasso Plattner. "Diesen Erfolgskurs gilt es fortzusetzen."
Der Marketingguru McDermott und der Technikexperte Snabe setzen auf einen strategischen Dreiklang: Neben der traditionellen Software - die beim Kunden installiert wird und für die SAP bisher vor allem bekannt ist - vertreibt der Konzern heute auch Programme, die über das Internet abgerufen oder auf mobilen Geräten genutzt werden können. Künftig soll sich das Management voll auf diese Strategie konzentrieren.
Im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung hatte aber noch ein anderes Vorstandsmitglied für Aufregung gesorgt - Angelika Dammann. Seit ihrem Wechsel von Unilever in Hamburg zu SAP nach Walldorf durfte die Arbeitsdirektorin ein Jahr lang den firmeneigenen Learjet für Heimflüge nutzen. Nun habe sie eine Verlängerung für weitere zwei Jahre gefordert, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Auf der gestrigen Aufsichtsratssitzung stand dies aber nicht mehr zur Debatte. "Die Firmenjetnutzung für Heimflüge entspricht den vertraglichen Vereinbarungen für ein Jahr", sagte eine SAP-Sprecherin "Danach wird Frau Dammann den Jet für diese Strecke nicht mehr nutzen."

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×