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20.01.2011

12:21 Uhr

Schadenersatzklage

Middelhoff wirft Görg Unredlichkeit vor

Thomas Middelhoff geht in die Offensive: Der frühere Arcandor-Chef wehrt sich gegen eine Schadenersatzklage in Höhe von 175 Millionen Euro. Die hatte Arcandors Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg gegen ihn und zehn weitere ehemalige Topmanager des Pleitekonzerns erhoben.

Thomas Middelhoff geht in die Offensive. Quelle: dpa

Thomas Middelhoff geht in die Offensive.

HB DÜSSELDORF. Middelhoffs Anwalt prüft eine Klage wegen Prozessbetrugs gegen Görg. Außerdem habe Middelhoff Beschwerde gegen die von der Staatsanwaltschaft Bochum veranlasste Durchsuchung seiner Büro- und Privaträume erhoben. Das "Manager Magazins" berichtete, Middelhoffs Anwalt Winfried Holtermüller werfe dem Insolvenzverwalter in seiner kürzlich beim Essener Landgericht eingereichten Klageerwiderung "vorsätzlichen Bruch seiner prozessualen Wahrheitspflicht" vor. Görg verschweige Fakten, stelle "Milchmädchenrechnungen" an und operiere "unredlich, anstößig und kurzsichtig", zitierte das "Manager Magazin" aus dem Schriftsatz.

Der Schadenersatzprozess soll am 13. April vor dem Essener Landgericht beginnen. Der Insolvenzverwalter hatte die Klage gegen Middelhoff sowie mehrere frühere Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder des Unternehmens bereits im Juli vergangenen Jahres eingereicht. Auslöser dafür war der umstrittene Verkauf von fünf Karstadt-Immobilien an den Oppenheim-Esch-Fonds.

Die Immobilien waren nach Einschätzung von Görg deutlich unter Marktwert verkauft und anschließend überteuert zurückgemietet worden. Middelhoff selbst war an dem Verkauf nicht beteiligt. Doch wird ihm unter anderem vorgeworfen, es als Konzernchef unterlassen zu haben, die für die Verträge verantwortlichen Manager in Regress zu nehmen. Middelhoff hatte die Vorwürfe stets bestritten. Görg war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Zudem hat der Düsseldorfer Strafrechtler Sven Thomas nach Informationen des "Manager Magazins" Beschwerde gegen die von der Staatsanwaltschaft Bochum veranlasste Durchsuchung der Büro- und Privaträume Middelhoffs erhoben. Die Razzia sei unverhältnismäßig gewesen, weil sein Mandant sich von vornherein kooperationswillig gezeigt habe. Thomas habe angekündigt, notfalls bis zum Bundesverfassungsgericht zu gehen, berichtete das Magazin.

Kommentare (1)

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Gung Bong

20.01.2011, 15:58 Uhr

Middelhoff, diese "Niete in Nadelstreifen" hinter Gittern würde nicht nur den Karstadtmitarbeitern einen Funken Hoffnung auf Redlichkeit und Moral zurückgeben. Ob die Staatsanwaltschaft dem Feudalsystem die Stirn bieten kann und den Glauben an die Selbstreinigungskraft der Gesellschaft wieder herstellen kann wird sich zeigen. Der Fall Middelhoff kann dabei nur ein allererster Anfang sein.

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