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24.01.2007

08:48 Uhr

Scheidender VW-Markenchef

Bernhard blitzt bei GM ab

VonCarsten Herz und Claudia Tödtmann

Für Wolfgang Bernhard, der Ende Januar als VW-Markenchef abtritt, gestaltet sich die Suche nach einem neuen Job offenbar schwieriger als erwartet. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen ist Bernhard für eine Spitzenposition beim US-Autokonzern General Motors bereits aus dem Rennen. Viele Möglichkeiten, in der Autobranche wieder Fuß zu fassen, bleiben dem 46-Jährigen nun nicht mehr.

Wolfgang Bernhard: Verlässt eines der größten Talente die Autobranhe? Foto: AP

Wolfgang Bernhard: Verlässt eines der größten Talente die Autobranhe? Foto: AP

FRANKFURT / DÜSSELDORF. Es habe zwar Kontakte in den vergangenen Wochen gegeben, berichtet eine mit der Situation vertraute Person. Aber die Gespräche seien im Sande verlaufen. Grund dafür sei vor allem die Forderung Bernhards gewesen, nur GM-Boss Rick Wagoner unterstellt zu werden, was ihn quasi in den Rang eines GM-Vizechefs erhoben hätte. Ein GM-Sprecher betonte unterdessen, der Konzern äußere sich generell nicht zu Personalspekulationen.

Bereits bei seinem erzwungenen Abgang bei Mercedes im Jahr 2004 hatte Bernhard nach Angaben aus Unternehmenskreisen Gespräche geführt, um eventuell zu GM nach Detroit zu wechseln. Doch tatsächlich ging er später zu Volkswagen. Mit GM scheidet also nach Daimler ein weiterer großer Autokonzern als potenzieller Arbeitgeber für Bernhard aus. Es wird damit immer wahrscheinlicher, dass Bernhard, der als einer der talentiertesten Führungskräfte der Automobilindustrie gilt, der Branche den Rücken kehrt.

Der 46-jährige Ex-McKinsey-Mann wäre nicht der erste Top-Manager der Autoindustrie, der sich aus der Branche verabschieden würde. Auch die ehemaligen Auto-Manager Wolfgang Reitzle, der heute den Gasehersteller Linde führt, und Eckhard Cordes, der bei Haniel das Sagen hat, machen inzwischen woanders Karriere. Ein Personalberater glaubt, dass Bernhard ein Kandidat für den Chefposten eines Dax-Konzerns sein könnte.

Die Börse traut es ihm zu: Als kürzlich das Gerücht die Runde machte, Bernhard könne Tui-Chef Michael Frenzel ablösen, reagierte die Aktie des Konzerns mit einem Kurssprung.

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