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18.12.2012

16:43 Uhr

Schickedanz-Prozess

Quelle-Erbin hat offenbar wenig Erfolgschancen

Madeleine Schickedanz fühlt sich betrogen: Mit riskanten Spekulationen habe die Privatbank Sal. Oppenheim sie um ihr Milliardenvermögen gebracht, sagt die Quelle-Erbin. Doch der Richter ist alles andere als überzeugt.

Die Karstadt-Quelle-Großaktionärin Madeleine Schickedanz. dpa

Die Karstadt-Quelle-Großaktionärin Madeleine Schickedanz.

KölnQuelle-Erbin Madeleine Schickedanz kann sich nur wenig Hoffnung auf Milliardenschadenersatz nach der Pleite des Handelskonzerns Arcandor machen. Das Landgericht Köln hält ihre Argumentation für nicht einleuchtend, wie es bereits zum Auftakt des spektakulären Zivilprozesses gegen ihre ehemalige Hausbank Sal. Oppenheim am Dienstag deutlich machte.

Schickedanz wirft der früheren Führungsriege der einst größten europäischen Privatbank vor, ihr Milliardenvermögen gegen ihren Willen riskant angelegt und verschleudert zu haben. Sie verlangt von der Bank, den inzwischen abgetretenen Ex-Bankenchefs und von ihrem Vermögensberater Josef Esch 1,9 Milliarden Euro. Ihre Schadensersatzklage richtet sich insgesamt gegen 14 Beklagte.

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Der Vorsitzende Richter Stefan Singbartl sagte jedoch, es sei „schwerlich plausibel“, dass Schickedanz einerseits immer gegen die Anlage-Entscheidungen ihrer Berater gewesen sei, dies aber andererseits nie deutlich gemacht habe. „Bislang überzeugt uns der Vortrag noch nicht“, sagte Singbartl. Schickedanz - die nicht selbst vor Gericht erschien - hatte sich im großen Stil am Handelskonzern Arcandor, ehemals Karstadt-Quelle, beteiligt und auch mittels Darlehen von Sal. Oppenheim immer wieder Geld in das Unternehmen gesteckt. 2009 war der Konzern zusammengebrochen - die heute 69-Jährige verlor praktisch ihr gesamtes Vermögen.

„Frau Schickedanz hat das gemacht, was man ihr vorgelegt hat“, sagte ihr Anwalt Stefan Homann vor Gericht. Sal. Oppenheim habe es versäumt, ihr die Risiken der gewählten Anlageformen deutlich zu machen. Richter Singbartl reagierte darauf mit Verwunderung. Die Grundsätze des Aktienkaufs dürften einer Großanlegerin wie Frau Schickedanz doch wohl deutlich gewesen sein, sagte er.

Außerdem habe sie nach der Arcandor-Insolvenz selbst gesagt, sie habe sich persönlich in der Pflicht gesehen - und eben nicht als „Strohfrau“ der Banken. Schickedanz müsse sich darüber im Klaren sein, dass die Beweislast bei ihr als Klägerin liege. Bisher blieben ihre Ausführungen recht allgemein.

Kommentare (13)

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PubliusAeliusHadrianusOlympios

18.12.2012, 14:52 Uhr

...und was lehrt uns das?

Mit Geld ist es wie mit Frauen - Wer sie alle behalten will, muß sich selbst kümmern.

Account gelöscht!

18.12.2012, 15:01 Uhr

Ich denke, die Lehre ist eine andere. Viele denken, wie gluecklich die sind, die einen grossen Familienbetrieb erben. Aber keiner kann sich die seelische Belastung, die daraus entsteht vorstellen. Man hat zwar den Betrieb geerbt, aber selten die gleichen Faehigkeiten und das Glueck des Erblassers. Dann kaempft man oft bis zum eigenen Ende oder dem Ende des Betriebes, diesen am Leben zu erhalten, da es ja auch oft Nachkommen gibt, denen man den Betrieb weitergeben will. Und dann beginnt das Spiel erneut.

Also mir tut diese Frau leid. Sie hat Leute dafuer bezahlt sie richtig zu beraten. Mehr konnte sie nicht tun. Nicht jeder ist ein Geschaeftsgenie.

Kommunistennazi

18.12.2012, 15:15 Uhr

Erinnert mich an ein Zitat von Otto Fürst von Bismarck:

"Die erste Generation schafft Vermögen, die zweite verwaltet Vermögen, die dritte studiert Kunstgeschichte, und die vierte verkommt."

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