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25.03.2014

18:50 Uhr

Schneller als andere Börsen

Schweizer SIX wächst 2013 deutlich

Die Schweizer Börse SIX schlägt sich 2013 besser als die europäischen Wettbewerber. Der gestiegene Appetit der Anleger auf Aktien und der Aufbau des Handels mit Anlagefonds sorgen für einen bedeutsamen Schub.

Die Schweizer BÖrse steigerte den Umsatz um 8,9 Prozent. ap

Die Schweizer BÖrse steigerte den Umsatz um 8,9 Prozent.

ZürichDie Schweizer Börse SIX hat sich 2013 besser geschlagen als die europäischen Wettbewerber. Der Handelsumsatz der Schweizer Börse kletterte um 12,5 Prozent auf eine Milliarde Franken, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Der gestiegene Appetit der Anleger vor allem auf Aktien und der Aufbau des Handels mit Anlagefonds sorgten für Schub. Damit ließen die Schweizer ihre größeren Konkurrenten deutlich hinter sich. Die Handelsumsätze der London Stock Exchange, Euronext und der Deutschen Börse stagnierten. Im laufenden Jahr rechnet die SIX mit weiterem Wachstum.

Der ganze Konzern, zu dem neben dem Börsenhandel auch die Abwicklung von Wertpapiertransaktionen, Finanzinformationen und ein Kartengeschäft gehören, steigerte den Umsatz um 8,9 Prozent auf 1,58 Milliarden Franken. Trotz des Wachstums hatte die SIX die Kosten im Griff, sodass der bereinigte Gewinn um 46 Prozent auf 210 Millionen Franken kletterte. „Wir konnten die Früchte der Anstrengungen der letzten zwei Jahre ernten“, sagte Konzernchef Urs Rüegsegger. Unter Einbezug des Erlöses aus dem Verkauf der Beteiligung an der Terminbörse Eurex, die 2012 266 Millionen Franken in die Kasse gespült hatte, sank der Gewinn.

Mit einer Betriebsgewinn-Marge von 47,8 Prozent ist der Börsenhandel das mit Abstand einträglichste Geschäft der SIX. In der Finanzinformationssparte kehrte der Konzern zwar in die Gewinnzone zurück, aber die Profitabilität hinkt den anderen Geschäftspfeilern immer noch hinterher. Vom Ausstieg aus Teilbereichen erhofft sich das Unternehmen in der Sparte weitere Fortschritte.

Börsenfusionen

Nicht immer erfolgreich

Der Wettbewerb im Börsenhandel ist hart. Alternative Aktienhandelsplattformen, meist gegründet von Investmentbanken, machen den klassischen Börsen das Leben schwer. Die relativ hohen Kosten zwingen die etablierten Betreiber zu Zusammenschlüssen. Doch nicht alle Fusionspläne glücken.

Paris/Amsterdam

Die Aktien- und Derivatemärkte von Paris, Amsterdam und Brüssel schließen sich im Jahr 2000 zur europäischen Mehrländerbörse Euronext zusammen. Später kommen Lissabon und die Londoner Terminbörse Liffe hinzu.

New York/Amsterdam

Euronext und die New Yorker Stock Exchange (NYSE) fusionieren 2007 zur transatlantischen Mega-Börse.

New York/Frankfurt

Die Fusion der Börsen von Frankfurt und New York scheitert im Februar 2012 am Veto der EU-Wettbewerbshüter. Für Störfeuer sorgten zeitweise die Technologiebörse Nasdaq und die US-Rohstoffbörse Intercontinental-Exchange (ICE) mit einem rund elf Milliarden Dollar schweren feindlichen Übernahmeangebot für die NYSE/Euronext.

Singapur/Sydney

Die Börse Singapur (SGX) versuchte 2011, die australische Börse ASX zu schlucken. Dafür bot sie 8,4 Milliarden australische Dollar (damals 5,9 Mrd Euro). Der australische Finanzminister Wayne Swanch erklärte aber klar, das Angebot der Asiaten sei „nicht im nationalen Interesse“.

London/Frankfurt

Die Deutsche Börse versuchte mehrfach erfolglos, die London Stock Exchange (LSE) zu kaufen. Auch die Nasdaq bemühte sich mehr als einmal vergeblich um die Londoner.

London/Toronto

2011 mussten die LSE und die Börse Toronto (TMX) ihre Hochzeit abblasen. Eine Gruppe kanadischer Finanzfirmen war den Briten in die Parade gefahren und hatte ein eigenes Übernahmeangebot vorgelegt. Damit wollten die Kanadier verhindern, dass der wichtigste Finanzhandelsplatz des Landes in ausländische Hände fällt. Die größere Londoner LSE hätte in der Ehe die Übermacht gehabt.

Mit einer Kriegskasse von rund einer Milliarde Franken hält die SIX weiter nach Übernahmemöglichkeiten Ausschau. Am meisten Gelegenheiten sieht Rüegsegger im bargeldlosen Zahlungsverkehr, wo die SIX im Vorjahr den österreichischen Marktführer PayLife übernommen hatte. In dem Bereich bereitet sich die SIX auch auf einen möglichen Markteineintritt von branchenfremden Anbietern beispielsweise aus der Technologie- oder Telekombranche vor. Das Unternehmen will eine Technologie einführen, mit dem Nutzer Geld von einem Mobiltelefon auf das andere überweisen können.

Von

rtr

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