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13.11.2013

12:49 Uhr

Schwache Quartalszahlen

Hochtief-Chef will weiter Stellen abbauen

Hochtief hat bereits seine Manager-Anzahl um knapp die Hälfte reduziert, jetzt will Konzernchef Verdes auch in den unteren Ebenen Stellen streichen. Im dritten Quartal verdiente der Konzern weniger als im Vorjahr.

Der Vorstandsvorsitzende des Baukonzerns Hochtief Marcelino Fernandez Verdes (Archivbild): „Wir bekennen uns klar zum Hochtief-Heimatmarkt Deutschland.“ dpa

Der Vorstandsvorsitzende des Baukonzerns Hochtief Marcelino Fernandez Verdes (Archivbild): „Wir bekennen uns klar zum Hochtief-Heimatmarkt Deutschland.“

DüsseldorfEin Jahr nach seinem Amtsantritt treibt Hochtief -Chef Marcelino Fernandez Verdes den Konzernumbau weiter voran und will mit Stellenstreichungen in Europa die Kosten drücken. Dazu sei bereits ein Tarifvertrag mit der IG Bau unterzeichnet worden, teilte Hochtief am Mittwoch bei der Vorlage der Quartalszahlen mit. Es sei aber noch unklar, wie viele Stellen abgebaut werden. "Es gibt noch keine Zahl", sagte auch ein Sprecher der Industriegewerkschaft.

Der vom spanischen Mutterkonzern ACS entsandte Verdes ist mit dem Ziel angetreten, Hochtief auf Profit zu trimmen. Im dritten Quartal verdiente der Essener Konzern indes weniger als vor Jahresfrist. Die Anleger schreckte dies nicht: Hochtief-Aktien legten zu. Verdes hat seit seinem Amtsantritt den Wert der Hochtief-Aktien fast verdoppelt.

"Um die Profitabilität und die Wettbewerbsfähigkeit in Europa deutlich zu verbessern, brauchen wir schlanke Strukturen und effiziente Prozesse", unterstrich Verdes. Er hatte bereits beim Management den Rotstift angesetzt - statt 13 sollen künftig nur noch sieben Manager die künftig noch vier operativen Einheiten im Europa-Geschäft leiten. Die Sparte Solutions mit dem europäischen Baugeschäft beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Für die von Streichungen betroffenen Beschäftigten sollten sozialverträgliche Lösungen gefunden werden, hieß es weiter. An einen Abschied aus dem deutschen Baugeschäft - Hochtief hatte hier unter anderem mit der Hamburger Elbphilharmonie Probleme - denke er aber nicht, versicherte Verdes: "Wir bekennen uns klar zum Hochtief-Heimatmarkt Deutschland."

In einem Schreiben der IG Bau an ihre Mitglieder heißt es: "Der voraussichtlich mit der Neustrukturierung der Hochtief Solutions AG verbundene Personalabbau wird in drei Phasen erfolgen." Betriebsbedingte Kündigungen sollten dabei "unter Aufbringung größtmöglicher Anstrengungen" vermieden werden. Der Stellenabbau werde sich wohl bis weit ins kommende Jahr hineinziehen.

Kommentare (2)

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Joker1

13.11.2013, 10:15 Uhr

Diese Pfeiffe will ausschlachten, hat nichts (außer Schulden) und kann auch nichts, außer seine Klappe
groß aufreißen. Typischer Versager.

IntegrationALaPerez

13.11.2013, 11:32 Uhr

So ist es, und zwar mit Ansage. Niemand, der Ahnung hat, hat den Bekundungen des Herrn Perez jemals geglaubt.
Man brauchte Hochtief einzig um die eigene ACS-Bilanz zu sanieren, also HT wurde gekauft, um es auszuschlachten. Aber alle haben weggeschaut, inkl. der Politik. Was interessieren da schon Arbeitsplätze in Essen ...

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