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20.09.2013

13:16 Uhr

Schweizer Börse

SIX übernimmt österreichischen Bezahlsystem-Anbieter

Die Schweizer Börse SIX will mit Zukäufen ihr Osteuropa-Geschäft stärken. Das Unternehmen ist vor allem an den Märkten in Polen und Ungarn interessiert. Österreich soll bei der Expansion als Brückenkopf dienen.

Die Schweizer Börse SIX will mit Hilfe von Zukäufen ihr Geschäft in Osteuropa ausbauen. dpa - picture-alliance

Die Schweizer Börse SIX will mit Hilfe von Zukäufen ihr Geschäft in Osteuropa ausbauen.

Zürich/WienDer Schweizer Börsenbetreiber SIX will mit der Übernahme des österreichischen Bezahlsystem-Anbieters PayLife sein Osteuropa-Geschäft ausbauen. Im Visier habe das Unternehmen dabei vor allem die Märkte in Polen und Ungarn, sagte SIX-Vorstandsmitglied Niklaus Santschi am Freitag auf einer Pressekonferenz. „Wir sehen Österreich als Brückenkopf für den osteuropäischen Markt.“ Dabei wolle das Unternehmen auch weiterhin über Zukäufe wachsen.

SIX kauft den Bezahl-Systemanbieter von österreichischen Banken. Die Institute – darunter Erste Group, Bawag, RZB und die Unicredit-Tochter Bank Austria – sahen das Unternehmen nicht mehr als Kerngeschäft. Einem Bericht zufolge erhalten sie insgesamt knapp 100 Millionen Euro. SIX wollte diese Zahl nicht kommentieren. Die Übernahme war zunächst auf Widerstand der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde BWB gestoßen, unter Auflagen dann aber doch genehmigt worden.

Börsenfusionen

Nicht immer erfolgreich

Der Wettbewerb im Börsenhandel ist hart. Alternative Aktienhandelsplattformen, meist gegründet von Investmentbanken, machen den klassischen Börsen das Leben schwer. Die relativ hohen Kosten zwingen die etablierten Betreiber zu Zusammenschlüssen. Doch nicht alle Fusionspläne glücken.

Paris/Amsterdam

Die Aktien- und Derivatemärkte von Paris, Amsterdam und Brüssel schließen sich im Jahr 2000 zur europäischen Mehrländerbörse Euronext zusammen. Später kommen Lissabon und die Londoner Terminbörse Liffe hinzu.

New York/Amsterdam

Euronext und die New Yorker Stock Exchange (NYSE) fusionieren 2007 zur transatlantischen Mega-Börse.

New York/Frankfurt

Die Fusion der Börsen von Frankfurt und New York scheitert im Februar 2012 am Veto der EU-Wettbewerbshüter. Für Störfeuer sorgten zeitweise die Technologiebörse Nasdaq und die US-Rohstoffbörse Intercontinental-Exchange (ICE) mit einem rund elf Milliarden Dollar schweren feindlichen Übernahmeangebot für die NYSE/Euronext.

Singapur/Sydney

Die Börse Singapur (SGX) versuchte 2011, die australische Börse ASX zu schlucken. Dafür bot sie 8,4 Milliarden australische Dollar (damals 5,9 Mrd Euro). Der australische Finanzminister Wayne Swanch erklärte aber klar, das Angebot der Asiaten sei „nicht im nationalen Interesse“.

London/Frankfurt

Die Deutsche Börse versuchte mehrfach erfolglos, die London Stock Exchange (LSE) zu kaufen. Auch die Nasdaq bemühte sich mehr als einmal vergeblich um die Londoner.

London/Toronto

2011 mussten die LSE und die Börse Toronto (TMX) ihre Hochzeit abblasen. Eine Gruppe kanadischer Finanzfirmen war den Briten in die Parade gefahren und hatte ein eigenes Übernahmeangebot vorgelegt. Damit wollten die Kanadier verhindern, dass der wichtigste Finanzhandelsplatz des Landes in ausländische Hände fällt. Die größere Londoner LSE hätte in der Ehe die Übermacht gehabt.

SIX will die neue Tochter nun in seine Zahlungsverkehrssparte Payment Services integrieren. Deren Bruttoumsatz steigt mit Hilfe des Zukaufs um dreißig Prozent auf 900 Millionen Franken (730 Millionen Euro), wie Santschi sagte. Mittelfristig solle der Umsatz auf rund eine Milliarde Franken anwachsen – auch über Zukäufe. „Wir peilen auch weitere Akquisitionen in anderen Märkten an“, sagte Santschi.

SIX wurde bei der Übernahme von Lazard beraten, die Banken von der Bank Austria und der Erste Group.

Von

rtr

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