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07.11.2011

19:56 Uhr

Schweizer Großbank

Ermotti möglicher Nachfolger für UBS-Chef

Nach dem überraschenden Rücktritt des UBS-Konzernchefs ist nach Einschätzung von Insidern nun ein Nachfolger in Sicht. Interims-Chef Sergio Ermotti könnte noch in der kommenden Woche auf Dauer ernannt werden, heißt es.

Sergio Ermotti von der Schweizer Großbank UBS. Reuters

Sergio Ermotti von der Schweizer Großbank UBS.

ZürichDamit würde die Suche nach einem permanenten Konzernchef als Nachfolger von Oswald Grübel zu Ende gehen. Ermotti, der nach dem Rücktritt Grübels an die Spitze der größten Schweizer Bank berufen wurde, könnte noch vor dem Investorentag kommende Woche ernannt werden, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen Reuters.

Sicher hat der 51 Jahre alte Tessiner das Amt aber noch nicht. Noch muss er mit Rivalen von außerhalb und innerhalb der Bank rechnen. So gilt etwa der designierte Verwaltungsratspräsident und frühere Bundesbank-Chef Axel Weber als Befürworter einer externen Lösung. Allerdings hat UBS für den Investorentag am 17. November in New York eine Neuaufstellung der zuletzt von einem Handelsskandal erschütterten Investment Bank versprochen. Und es würde auf Aktionäre und Analysten wenig überzeugend wirken, wenn die neue Strategie von einem Mann vermittelt wird, der möglicherweise einige Wochen später nicht mehr im Amt ist. „Wenn wir einen Strategie-Tag abhalten, um zu sagen wie es weitergeht, können wir nicht einen Monat später einen neuen Konzernchef ernennen, der die Strategie wieder mit Fragezeichen versieht“, sagte eine mit der Sache vertraute Person am Montag zu Reuters.

Die Zeit drängt also für den UBS-Verwaltungsrat und auch für Weber, der im Hintergrund mit die Fäden zieht. Von einem entscheidenden Gespräch mit einem externen Kandidaten wisse Weber nichts, sagte eine mit seinem Denken vertraute Person. Je länger sich alles hinziehe, umso unwahrscheinlicher werde, dass UBS einen von außen kommenden neuen Chef erhalte. Die Arbeit der Headhunter-Firma Egon Zehnder International, die einen Kandidaten suchen sollte, habe nur noch den Charakter eines teuren Alibis, zitierte der Zürcher „Tages-Anzeiger“ in seiner Montagausgabe einen Insider. „Alles läuft darauf hinaus, dass Ermotti noch vor der Investoren-Veranstaltung am 17. November zum dauerhaften CEO gekürt wird“, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person zu Reuters. Ermotti selbst drängt auf eine Entscheidung bis spätestens Mitte Dezember. Auch die Schweizer Bankenaufsicht lege Wert auf Kontinuität an der Konzernspitze der UBS, sagte ein Insider.

Viele externe Kandidaten sind ohnehin nicht in der Diskussion. Genannt wird immer wieder Hugo Bänziger. Doch der Risiko-Chef der Deutschen Bank hat ein Interesse dementiert. Er will in Frankfurt bleiben. Größer ist laut einem Insider die Zahl der internen Kandidaten. Jürg Zeltner, der Chef der Sparte Vermögensverwaltung, und der COO der Gruppe, Ulrich Körner, würden versuchen, sich in Position zu bringen. Sie können nach Ansicht von Beobachtern aber nicht den breiten Erfahrungs-Horizont bieten, den Ermotti aufgrund seiner Tätigkeit bei Merrill Lynch und UniCredit mitbringt. Das Modell, das Ermotti in der kommenden Woche vorstellen soll, dürfte die Vermögensverwaltung für Reiche und Superreiche in den Vordergrund stellen. Das fordern auch Analysten. UBS sollte die Investment Bank zurückfahren und für Synergien mit dem Vermögensverwaltungsgeschäft sorgen, sagte der Analyst Stephane Dutu vom Genfer Vermögensverwalter Verner & Associes.

Von

rtr

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