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01.02.2006

17:31 Uhr

Schweizer leitet Deutsche Bank seit 2002

Ackermann erhält Vertragsverlängerung

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann darf für weitere vier Jahre an der Spitze des größten deutschen Finanzhauses stehen. Das beschloss der Aufsichtsrat der Bank am Mittwoch in Frankfurt.

Bleibt trotz zahlreicher Kritik auf seinem Posten: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Foto: dpa

Bleibt trotz zahlreicher Kritik auf seinem Posten: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Trotz der öffentlichen Kritik an Ackermanns Amtsführung und seiner Rolle als Angeklagter im Mannesmann-Prozess war diese Entscheidung erwartet worden. Ackermann wird künftig nicht nur Sprecher, sondern Vorsitzender des Vorstands sein. Die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr soll um 80 Cent auf 2,50 Euro je Aktie erhöht werden. Ihre vorläufige Bilanz legt die Bank am Donnerstag (2.2.) in Frankfurt vor.

Ackermann leitet die Bank seit 2002. Der 57 Jahre alte Schweizer Manager hatte zuletzt mehrfach betont, er wolle das Amt weiter ausüben. Das Kontrollgremium hatte ihm nach der Aufhebung der Freisprüche im Mannesmann-Prozess durch den Bundesgerichtshof (BGH) bereits im Dezember sein „uneingeschränktes Vertrauen“ ausgesprochen. Sein Vertrag endet nun mit Ablauf der Hauptversammlung der Deutschen Bank im Juni 2010. Ebenfalls verlängert wurde der Vertrag von Personalvorstand Tessen von Heydebreck (60), der bis 2007 im Amt bleiben soll. Ursprünglich war erwartet worden, dass von Heydebreck in den Ruhestand geht.

Unter Ackermanns Führung trieb das Geldinstitut den Ausbau des Investmentbankings weiter voran. Heute zählt es in dieser Sparte zu den erfolgreichsten Banken der Welt. Mit Hilfe drastischer Kostensenkungen steigerte Ackermann die Rendite, was sich nun auch in der Anhebung der Dividende für die Aktionäre niederschlägt.

Gleichzeitig wurde immer wieder Kritik laut, Ackermann vernachlässige den Heimatmarkt Deutschland. Das Festhalten an einem Stellenabbau bei steigenden Gewinnen löste vor einem Jahr Empörung aus. Zuletzt machte die Deutsche Bank mit der historisch einmaligen Schließung eines offenen Immobilienfonds Negativ-Schlagzeilen. Unklar bleibt auch der Ausgang des Mannesmann-Prozesses, der in diesem Jahr neu aufgerollt wird. Im Fall einer Verurteilung wäre Ackermann vorbestraft.

Nach Schätzungen von Analysten wird der Deutsche-Bank-Chef am Donnerstag für das Geschäftsjahr 2005 ein Vorsteuerergebnis von knapp 6,4 Milliarden Euro verkünden. Dies würde einen Zuwachs von 54 Prozent im Vergleich zu 2004 bedeuten. Er hätte damit auch sein Ziel einer Eigenkapitalrendite vor Steuern und Restrukturierungskosten von 25 Prozent erreicht.

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