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12.11.2011

12:02 Uhr

Sean Quinn

Ehemals reichster Ire ist bankrott

Drei Milliarden Euro Schulden - der vormals reichste Mensch Irlands ist pleite. Sean Quinn erklärte nun vor einem Gericht seinen Bankrott. Es ist das brutale Ende einer märchenhaften Erfolgsgeschichte.

Sean Quinn hat vor allem durch die riesigen Verluste der Anglo Irish Bank sein Vermögen eingebüßt. dpa

Sean Quinn hat vor allem durch die riesigen Verluste der Anglo Irish Bank sein Vermögen eingebüßt.

London/Belfast

Der einst als reichster Mann Irlands geltende Unternehmer Sean Quinn steht vor dem finanziellen Aus. Der 63-Jährige erklärte sich bei einem Gericht im nordirischen Belfast bankrott. Sein Imperium war in den vergangenen zwei Jahren auseinandergebrochen, nachdem er sich verspekuliert hatte. Bei der früheren Anglo Irish Bank, die infolge der Bankenkrise verstaatlicht worden war, steht er nach deren Angaben mit fast drei Milliarden Euro in der Kreide.

Quinns Geschichte war eigentlich wie im Bilderbuch verlaufen. Als junger Mann lieh er sich 100 Pfund, um auf der Farm seines Vaters Kies auszugraben. Daraus baute er über die Jahre einen Konzern auf, Flaggschiff war eine Versicherung.

Die mittlerweile in Irish Bank Resolution Corporation (IBRC) umbenannte Bank wirft Quinn und seiner Familie vor, dem Institut und damit dem irischen Staat 2,9 Milliarden Euro zu schulden. Quinn selber sagt, er schulde der Bank „nur“ 194 Millionen Euro.

Bereits im April war Quinn im Zuge komplizierter juristischer Verstrickungen die Kontrolle über sein Unternehmen entzogen worden. Nun gibt es auch Streit darüber, ob er nach dem Recht der Republik Irland oder nach britischem Recht in der Region Nordirland zur Verantwortung gezogen werden sollte. In Nordirland könnte er innerhalb eines Jahres ohne Schulden sein. In der Republik dürfte er zwölf Jahre lang nicht unternehmerisch tätig werden. Die IBRC kündigte an, man werde alles tun, um das Geld für die Steuerzahler in der finanziell angeschlagenen Republik Irland zurückzuholen.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

12.11.2011, 12:30 Uhr

Herr Quinn scheint sein Vermögen nicht ausreichend diversifiziert zu haben. Das klingt entweder nach Unfähigkeit oder nach Gier.

Fred_Kirchheimer

12.11.2011, 12:56 Uhr

Tja, das ist wieder ein Beispiel, bei dem man sich die Frage stellen muß, wie arbeiteten die Finanzbehörden, daß derart hohe Forderungen auflaufen konnten.
Wir hatten doch in Deutschland eine vergleichbare Situation, als bei der Nahezupleite von Karstadt das Finanzamt - aber auch die Krankenkassen - auf hunderte von Millionen Euros verzichten mußten. Hallo, solche Beträge laufen nicht an einem Nachmittag auf, sondern die entstehen im Laufe der Zeit. Was hat die Finanzbehörden daran gehindert, bei 1 Mio, bei 10 Mio, bei 50 Mio, bei 100 Mio bei 150 Mio usw. aktiv zu werden und sich darum mit allen Mitteln zu kümmmern, daß die Steuerschuld sich nicht nur erhöht sondern eben auch gezahlt wird?
Da gehört - wie in dem Artikel erzählt - eben nicht nur diesem Sean Quinn der Prozess gemacht sondern auch den Verantwortlichen in den Finanzämtern oder wie im Fall Nokia Bochum eben auch dem Wirtschaftsministerium, das damals wissentlich eine Nichterfüllung des Vertrages (Mitarbeiterzahlen)zugelassen hat.

wundersam

12.11.2011, 14:45 Uhr

höchstverschuldester ire kann seine zinsen und kreditverbindlickeiten nicht zurückzahlen.wann war der reich,warum war er reich.lediglich ifrs fair value artistik
der bilanzspezialisten und wirtschaftsprüfer und dumme banker die darauf reinfallen wollen.ob blödheit oder kickbacks bei den finanziers oder beides is hier die frage
und sei dahingestellt.

hab mir hier in der großstadt vor monaten ein anfang des 2003er für 15 mio gekauftes gewerbegrundstück und von internationaler anglogroßbank zu 100 % finanziert unverhandelt für schlapp 6 mio im angebot angekuckt.

m.e. max 2-3 mio wert und dann aber reines zinsobjekt ohne absehbare wertsteigerung.die idioten haben ihre london schablone einfach auf andere hauptstädte rübergelegt.

fred,
ein bekannter von mir der zweistellige millionenschulden hatte,war immer verwundert in welch angenehmer atmosphäre,
kaffee,softdrinks,kuchen,kekse,seine steuerprobleme erörtert wurde.sein fazit."da muß ich erst hohe steuerschulden haben,bis mich das finanzamt vernünftig behandelt".
der kleine kaufmann dagegen muß sicherheiten leisten,wenn er steuermäßig zurückliegt und hat auch nicht die möglichkeit das finanzamtamt mit dem arbeitsplatzargument
einzuschüchtern und zu erpressen,wenn nicht sogar politiker beim niederschlagen der steuerschulden und beim besorgen von staatsbürgschaften helfen.

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