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24.10.2016

13:09 Uhr

Selbstkontrolle am Arbeitsplatz

Wer Sport treibt, rastet weniger aus

VonLisa Oenning

Egal wie unverschämt der Kunde ist – Angestellte im Dienstleistungssektor müssen stets Selbstkontrolle bewahren. Eine neue Studie zeigt: Wer regelmäßig Sport macht, reagiert selbst beim schroffsten Kunden gelassen.

Wenn Arbeitnehmer regelmäßig Sport machen, können sie mit Belastungen am Arbeitsplatz besser umgehen. Getty Images

Unter Druck

Wenn Arbeitnehmer regelmäßig Sport machen, können sie mit Belastungen am Arbeitsplatz besser umgehen.

DüsseldorfDie Schlange an seiner Kasse wird immer länger – und die Kunden immer ungeduldiger. Sie meckern, lassen ihren Frust über die Wartezeit am Verkäufer ab, der seit mehreren Stunden ohne Pause ein Produkt nach dem anderen im Akkord scannt. Obwohl der Stresspegel mit jeder Kundenbemerkung steigt, muss der Verkäufer freundlich bleiben und die Selbstkontrolle bewahren.

Situationen wie diese sind im Dienstleistungssektor keine Seltenheit und belasten auf Dauer die Psyche der Angestellten. Die Folge: Die Arbeitnehmer fühlen sich ausgepowert, erschöpft – und werden krank. Doch vor allem Verkäufer, Rechtsanwälte, Ärzte und Bankangestellte müssen ihre Emotionen unter Kontrolle haben, da von ihrem Verhalten der Erfolg des Unternehmens abhängt.

Tipps gegen Stress

Rituale schaffen

Versuchen Sie, ein Ritual zu finden, das den Job klar von Ihrem Feierabend und vor allem dem Wochenende abgegrenzt.

Über Stress reden

Wann immer Sie wieder gestresst sind: Geteilter Stress ist halber Stress. Also reden Sie darüber.

Aufgaben ablehnen

Sagen Sie öfter Nein.

Erfolge registrieren

Nehmen Sie Ihre Erfolge wahr, nicht nur das, was schief gegangen ist.

Zufrieden sein

Lernen Sie, mit dem, was Sie erreichen, zufrieden zu sein, auch wenn es von außen keine Anerkennung gibt. Loben Sie sich also auch einfach mal selbst, und erkennen Sie Ihre Leistungen an.

Quelle

Christiane Stenger, „Lassen Sie Ihr Hirn nicht unbeaufsichtigt! – Gebrauchsanweisung für Ihren Kopf“, 252 Seiten, EAN 9783593500126, ISBN 978-3-593-50012-6

Forscher des Leibnitz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) haben nun in einer Studie mit 800 Probanden aus dem Finanzsektor herausgefunden: Wenn Angestellte regelmäßig Sport machen, können sie mit Stress auf der Arbeit deutlich besser umgehen – und bleiben gesund. Als Messwert für die körperliche Fitness wählten die Forscher die maximale Aufnahmefähigkeit von Sauerstoff im Blut während einer Sporteinheit. Anschließend machten die Studienteilnehmer Angaben zur psychischen Belastung auf der Arbeit. Das Ergebnis: Fitte Angestellte haben weniger Probleme, ihre Emotionen und ihr Verhalten am Arbeitsplatz zu steuern als Kollegen, die weniger Sport machen.

„Gerade in Berufen, die täglich ein hohes Maß an Selbstkontrolle erfordern, könnten Sportangebote präventiv eingesetzt werden, um Überlastungen zu vermeiden“, sagt ifADo-Psychologe Wladislaw Rivkin. Denn: Wer effektiv und konzentriert arbeiten will, braucht ausreichend Energie – in Form von Glukose.

Die steht dem Körper aber nur begrenzt zur Verfügung. Anstatt den Bedarf durch Dickmacher wie Schokolade und Co. zu decken, ist es laut Experten sinnvoll, regelmäßig Sport zu machen. Denn dadurch werde der Zucker effizienter in die Zellen transportiert.

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