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02.04.2013

08:39 Uhr

Sensible Kundendaten

Die Angst vor dem Shopping-Virus

VonJan Guldner

Rasant verbreiten sich nicht nur Smartphones und Tablet-Computer. Auch die Zahl der Schadprogramme, die auf Mobilgeräte abzielen, legt dramatisch zu. Viele Konsumenten zögern deshalb beim mobilen Einkauf.

Das Logo eines Einkaufwagens auf einem i-Phone: Beim Online-Shopping wächst die Angst vor Datenklau. dpa

Das Logo eines Einkaufwagens auf einem i-Phone: Beim Online-Shopping wächst die Angst vor Datenklau.

Für viele E-Commerce-Anbieter liegt die Zukunft in den Händen der Kunden: Einkäufe über Smartphones und Tablet-Computer werden immer wichtiger. Das Auktionsportal Ebay etwa setzte vergangenes Jahr fünf Milliarden US-Dollar mit Verkäufen über mobile Geräte um. 2013 soll es mit zehn Milliarden Dollar das Doppelte sein. Auch in Deutschland starte die mobile Nutzung gerade durch, sagt Jan Waltenbauer, Marketingchef  bei Ebay Deutschland.

Zalando setzt ebenfalls verstärkt auf den Verkauf über mobile Geräte. Erst kürzlich brachte der Online-Modehändler eine Shopping-App für die Betriebssysteme iOS und Android heraus. „Wir stellen einen deutlichen Wandel im Einkaufsverhalten fest“, sagt Marketingchef Christian Meermann.

Sicher mobil shoppen

Schaden minimieren

Es ist ratsam, für sämtliche Online-Einkäufe eine einzige Kreditkarte mit möglichst niedrigem Dispositionsrahmen zu nutzen, damit Hacker im Falle von abgefangenen Nutzerdaten so wenig Geld wie möglich stehlen können.

Geschützte Netzwerke

Frei zugängliche und ungeschützte WLAN-Netzwerke wie zum Beispiel in Cafés können Hackern einen einfachen Zugang zu vertraulichen Nutzerdaten gewähren. Online-Einkäufe sollten deshalb ausschließlich von geschützten Netzwerken aus getätigt werden.

Sicherheitssoftware

Nutzer sollten ihre mobilen Endgeräte mit einer aktuellen Sicherheitssoftware ausstatten. Diese sollte vor Viren, Malware, schädlichen Webseiten und Angriffen auf die Privatsphäre schützen.

Offenes vs. geschlossenes Betriebssystem

Wer Apples iOS auf seinem Gerät nutzt, hat es unter Umständen leichter. Zusätzliche Programme lassen sich nur über den App-Store installieren. Der Vorteil dieses geschlossenen Systems: Jede Software  wird vorher auf Viren geprüft. Bei Googles offenem Android-System dagegen kann Experten zufolge leichter aus Versehen Schadsoftware auf dem Gerät landen.

Software aktuell halten

Angreifer versuchen häufig, sich über die Sicherheitslücken Zugang zu fremden Geräten zu verschaffen. Deshalb ist es wichtig, sowohl das Betriebssystem als auch die genutzten Apps durch regelmäßige Updates aktuell zu halten, damit die Lücken schnellstmöglich geschlossen werden.

Verschlüsselte Übertragung

Ein Blick auf die URL des Händlers lohnt sich: Eine gesicherte und verschlüsselte Übertragung beginnt mit https:// als Zeichen für das SSL-Protokoll. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme kann man die Web-Adresse des Online-Shops manuell eingeben. So ist gewährleistet, dass die Online-Einkäufer auf den Original-Webseiten landen und nicht versehentlich auf gefälschte Links klicken.

Passwortschutz

Anwender sollten ihre Tablets und Smartphones durch ein Passwort schützen. Geht das Gerät verloren, kann eine Mobiltelefonsperre den Zugriff auf persönliche Daten durch Außenstehende verhindern. Mit einer Löschung aus der Ferne lassen sich notfalls sogar sämtliche Daten auf dem Gerät entfernen.

Wenn im Fernsehen ein Zalando-Spot laufe, steige die mobile Nutzung auf das Dreifache an. Die Zuschauer klicken sich per Handy von der Couch in den Shop. Besonders beliebt sind auch Wochenenden und Zeiten, in denen der stationäre Handel geschlossen ist.

Erfolgsfaktoren für Web-Shops

Front-End und Back-End

Sie müssen nahtlos miteinander integriert sein. Das heißt, wenn der Besucher im Shop eine Bestellung auslöst, muss dieser Prozess in den nachgelagerten Warenwirtschafts-, Kundenwirtschafts- und Produktmanagementsystemen sauber abgebildet werden.

Multi- und Cross-Channel

"In Zukunft wird es immer wichtiger sein, mehrere Kanäle gleichzeitig zu bedienen und diese gut miteinander zu vernetzen", so Reupert. Beispielsweise können integrierte Prozesse in den Webshops von Einzelhändlern eine Funktion bieten, über die der Besucher herausfindet, ob ein Artikel in einer bestimmten Filiale vorrätig ist. "Denn nach wie vor informieren sich viele Kunden im Internet und kaufen dann doch im stationären Handel."

Mobile Enablement

Der Trend zum Smartphone hält an und darum ist es für Shop-Betreiber elementar, den Shop-Content auch mobil zur Verfügung zu stellen, um Kunden nicht an technisch fortschrittlichere Konkurrenten zu verlieren.

Produktdatenqualität

Studien haben gezeigt, dass rund ein Drittel der Kaufabbrüche in einem Web-Shop auf der Produktdetailseite erfolgen. Daher ist die Qualität von Produktbeschreibungen und Produktbildern elementar wichtig. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, rät Reupert: Besser als die Mitbewerber über Produkte informieren, bessere Usability und effektive Suchmaschinenoptimierung.

Quelle: Achim Reupert, Experte des Dienstleisters Nionex, auf Mittelstandsmanager.de

Und es geht nicht nur um den direkten Verkauf. Auch Werbung erreicht die Kunden immer und überall via Smartphone – egal ob eingebunden in Apps, Spiele oder Videos, als Tweet oder Facebook-Post oder in der realen Welt als QR-Code. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) schätzt, dass sich allein im vergangenen Jahr die Ausgaben für mobile Werbung um 70 Prozent auf rund 60 Millionen Euro erhöht haben.

Die größten Sorgen beim Online-Shopping im Ausland

Problemfälle

Es gibt zahlreiche Sorgen bei den Befragten, wenn es um den Online-Einkauf im Ausland geht. Am häufigsten äußerten Online-Shopper ihre Unsicherheit, wie man mögliche auftretende Probleme mit dem Shop lösen könnte. 82 Prozent haben hier Bedenken.

Betrug und Plagiate

Groß ist bei 81 Prozent der Befragten auch die Furcht vor Betrug – beispielsweise wenn es um die Echtheit des Produkts geht. Hier ist das Vertrauen bei deutschen Käufern offenbar eher gering, wenn es um ausländische Online-Shops geht.

Lieferbedingungen

Das Stichwort Zoll löst ebenfalls bei 81 der befragten Online-Shopper Sorgenfalten auf der Stirn aus. Sie sind insgesamt unsicher bezüglich der Lieferbedingungen.

Garantie

Eine große Rolle bei Online-Shopping im Ausland spielt auch die Produktgarantie. 77 Prozent der Befragten zweifeln ob es einfach wäre, etwa bei einem defekten Produkt dieses auch wie gewohnt retournieren zu können.

Lieferzeit

Stichwort Geduld: Deutsche Online-Shopper wollen nicht lange auf ihre Ware warten. 71 Prozent von ihnen befürchten aber eine lange Lieferzeit bei Bestellungen im Ausland.

Zahlungsabwicklung

Sorgen bezüglich der Sicherheit der Zahlungsabwicklung machen sich 70 Prozent der befragten deutschen Online-Shopper.

Zusatzkosten

Im Ausland zu bestellen könnte zusätzliche Kosten bei der Zahlungsabwicklung verursachen – beispielsweise für eine Auslandsüberweisung, geben 69 Prozent der Befragten zu Bedenken.

Verständnisprobleme

Unsicher wegen mangelnder Kenntnisse der jeweiligen Sprache sind nur 58 Prozent der Befragten.

Quelle: Studie im Auftrag der Deutschen Post: Einkaufen 4.0  - der Einfluss von E-Commerce auf Lebensqualität und Einkaufsverhalten

So optimistisch das auch klingen mag, eine Reihe von Kunden hat noch Bedenken gegenüber dem mobilen Einkauf. Das Problem: Die Technik wird als zu unsicher eingestuft. Laut einer aktuellen Studie des Internet-Security-Anbieters AVG verzichten 35 Prozent der Smartphone-Nutzer auf mobiles Online-Shopping. Fast 50 Prozent der Befragten glauben, dass die Geräte nicht so sicher und zuverlässig sind wie Computer oder Notebooks.

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