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27.09.2011

14:32 Uhr

Sergio Ermotti

Neuer UBS-Chef muss sich noch beweisen

VonHolger Alich , Holger Alich

Der Abgang von Oswald Grübel hat Sergio Ermotti eine ungeahnte Chance eröffnet. Aber er muss den Verwaltungsrat schnell von seinen Qualitäten überzeugen, um dauerhaft im Amt zu bleiben. Ihm bleiben nur sechs Monate.

Der UBS-Interimschef Sergio Ermotti steht vor einer Bewährungsprobe. Reuters

Der UBS-Interimschef Sergio Ermotti steht vor einer Bewährungsprobe.

ZürichZumindest sprachlich wird Sergio Ermotti, der neue Interimschef der Großbank UBS, keine Probleme mit seinem designierten Verwaltungsratschef Axel Weber haben: Der 51-jährige Tessiner spricht ordentliches Deutsch. Doch das allein wird nicht reichen, um sich als Chef der Großbank halten zu können.

Der smarte Schweizer hat nun maximal sechs Monate Zeit, den UBS-Verwaltungsrat zu überzeugen, dass er mehr ist als nur ein Übergangschef. Nach Oswald Grübels plötzlichem Abgang am Samstag will sich der Board maximal ein halbes Jahr Zeit geben, um die Chef-Frage endgültig zu klären.

Zeit, die Ermotti für Taten nutzen will. "Wir setzen künftig mehr auf Qualität als auf Quantität", erklärte er kurz nach Amtsantritt. Am 17. November will er den Märkten seinen Strategieplan vorlegen und erklären, wie genau die verkleinerte Investmentbank aussehen soll. Überzeugt er die Märkte, hat er einen wichtigen Schritt Richtung Joberhalt getan.

Wo die UBS ihr Geld verdient

Investmentbank

Zugewiesenes Eigenkapital: 25,9 Milliarden Euro | Vorsteuergewinn: 980 Millionen Euro

Vermögensverwaltung Amerika

Zugewiesenes Eigenkapital: 6,5 Milliarden Euro | Vorsteuergewinn: 203 Millionen Euro

Vermögensverwaltung

Zugewiesenes Eigenkapital: 4,05 Milliarden Euro | Vorsteuergewinn: 1, 065 Milliarden Euro

Privat- und Firmenkunden Schweiz

Zugewiesenes Eigenkapital: 4,045 Milliarden Euro | Vorsteuergewinn: 666,6 Millionen Euro

Asset Management

Zugewiesenes Eigenkapital: 2,02 Milliarden Euro | Vorsteuergewinn: 187,7 Millionen Euro

"Er ist bestimmt kein Vertreter der arroganten Investmentbanker", meint ein ehemaliger Kollege. "Ermotti ist ein Teamplayer, bei dem man sich eher fragen kann, ob sein Ego groß genug für eine CEO-Position ist." Bei UBS startet der Schweizer mittlerweile seinen dritten Anlauf für einen Topjob. Nach einer Banklehre bei der Cornèr-Bank heuerte er beim US-Broker Merrill Lynch an. Dort arbeitete er sich 2001 zum Chef des weltweiten Aktiengeschäfts hoch. Der Aufstieg zu höheren Weihen blieb ihm aber verwehrt.

Also versuchte es der zweifache Vater bei der italienischen Unicredit. Als Leiter der Investmentbank hat er auf seiner Habenseite, dass die Bank die Krise gut überstanden hat. Doch seine Weitsicht nutzte ihm wenig. Da Ermotti zum engsten Umfeld von Unicredit-Chef Alessandro Profumo zählte, verließ Ermotti die Bank, als Profumo einer Palastrevolte zum Opfer fiel.

Schweizer Medien sind überzeugt, dass Ermotti UBS-Chef bleiben wird und der Board nur mit Rücksicht auf Axel Weber von der sofortigen Dauer-Ernennung abgesehen hat.

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