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30.01.2007

13:00 Uhr

Serie: Deutsche Stifter

Jenseits aller Grenzen

VonPeter Brors

Klaus Tschira macht gleich zweimal Karriere: erst als Mitgründer des Software-Konzerns SAP und nun auch als Wohltäter. Voller Tatkraft kümmert er sich um seine Stiftung und gibt Millionen aus, um die Naturwissenschaften im Lande zu fördern.

HEIDELBERG. Die Aufgabe, die Klaus Tschira, 66, seinen Besuchern gerne stellt, lautet: „Verbinden Sie neun quadratisch angeordnete Punkte mit vier geraden Strecken, und das in einem einzigen Zug.“ Während der Gast noch grübelt, nimmt Tschira in einem weitläufigen Wintergarten Platz, gießt sich in aller Ruhe ein Mineralwasser ein und sagt: „Ich bin immer Tüftler gewesen und werde es immer bleiben.“

Der Mann mit den freundlichen blauen Augen, die hinter einer, sagen wir, zeitlosen Brille funkeln, dem gepflegten, grauen Vollbart und der insgesamt rundlichen Gemütlichkeit, die an diesem Morgen in einem weißen Fleece-Pullover steckt, hat gleich zwei Karrieren hingelegt, die nahezu ohne Beispiel sind:

Erst gründete der Physiker mit seinen IBM-Kompagnons Dietmar Hopp, Hasso Plattner, Hans-Werner Hector und Claus Wellenreuther 1972 eine Firma namens „Systemanalyse und Programmentwicklung“, die als SAP groß, bekannt, berühmt und schon bald milliardenschwer wurde. Dann zog sich Tschira mit 57 Jahren aus dem operativen Geschäft zurück.

Seither macht er Karriere als Wohltäter und kümmert sich mit voller Tatkraft um seine Stiftung, die er 1995 mit 21 Millionen SAP-Aktien oder dem Gegenwert von damals 1,4 Milliarden D-Mark aus seinem privaten Depot versorgte. Mit der Folge, dass der scheinbar immerzu prosperierende Softwarekonzern aus Walldorf mittels regelmäßiger Dividendenüberweisung in meist zweistelliger Millionenhöhe auch heute noch das gemeinnützige Wirken seines einstigen Vordenkers speist.

Dies ist durchaus vielfältig, auch wenn es sich dabei irgendwie immer auch um Tschiras weit gespannte Leidenschaft handelt, die Naturwissenschaften. Also fördert er Forschungsvorhaben aus Informatik und Physik, Mathematik, Astronomie, Biologie und Chemie, am liebsten im eigenen gemeinnützigen Forschungsinstitut EML Research.

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