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07.03.2006

12:00 Uhr

Serie: Kunst-Macher

Die Fürstin von Chelsea

VonChr. Schaernack

London, Miami, Basel: Das Bild auf den führenden internationalen Messen für Zeitgenössische Kunst ist immer das gleiche – ein Irrgarten aus Gängen und Ständen, in denen zahllose Galerien ihr Programm präsentieren, Tausende von Gemälden, Fotografien und blinkende Video-Installationen, die um die Aufmerksamkeit der Besucher buhlen. Hier, im Strom der Bilder, gibt es nur wenige Fixpunkte.

NEW YORK. Andrea Rosen ist zweifelsohne einer. Denn die New Yorker Galeristin kann man einfach nicht übersehen: Die lange graublonde Mähne, das eigenwillig elegante, meist schwarze Outfit von Designern wie Alexander McQueen oder Stella McCartney. Rosen, gerade einmal 42 Jahre alt, verstrahlt schon heute die Präsenz einer Grand Dame im Szenelook. Die „platinum princess of the Chelsea gallery scene“ nannte sie einst auch das „New York Magazine“.

Dort, an der 24. Straße, gehört Andrea Rosen zu den großen Namen. In unmittelbarer Nachbarschaft reihen sich denn auch die bekannten Namen des zeitgenössischen Kunsthandels: Larry Gagosian und Mary Boone, Barbara Gladstone, Metro Pictures und Luhring Augustine. In der gleichen Liga spielt inzwischen auch Rosen.

Hier ist es auch, wo Chelsea, der raue Stadtteil im äußersten Westen Manhattans, besonders urban daherkommt. Die 24. Straße lädt fast schon zum Flanieren ein, die ehemaligen Garagen und Lagerhäuser sind zu großzügigen Galeriegebäuden ausgebaut, und die Fassaden verstrahlen den Charme minimalistischer Gediegenheit.

Auch Andrea Rosens Reich ist eher kühl und pragmatisch. Im großzügigen Showroom ist auf fast 200 Quadratmetern Platz für wandfüllende Malerei genauso wie für sperrige Installationen, während ein Séparée für fokussierte Kabinettausstellungen reserviert ist. Im geräumigen Hinterzimmer summen derweil die Computer. Bis zu 15 Angestellte sorgen hier mit gedämpfter Geschäftigkeit für die reibungslose Betreuung von insgesamt 20 Künstlern: Die Fotografen Wolfgang Tillmans und Charlie White sind darunter, Andrea Zittel, der Maler Nigel Cooke sowie der junge kanadische Bildhauer David Altmejd. Auch der Nachlass des 1996 an Aids gestorbenen Kubaners Felix Gonzales-Torres wird hier vertreten.

Zurück im Messerummel, diesmal auf der Vernissage der Art Basel in Miami Beach im vergangenen Dezember: Andrea Rosen ist umringt von Sammlern, sie ist konzentriert und organisiert, ihre Antworten sind präzise. „Ich mag solche Großveranstaltungen. Sie sind so effizient“, sagt sie in einer kurzen Verschnaufpause.

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