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20.02.2013

16:59 Uhr

Shopping-Center-Betreiber Otto

„So ein Einkaufserlebnis kann das Internet nicht bieten“

ExklusivDer Shopping-Center-Betreiber Alexander Otto will den realen und virtuellen Einkauf intelligent miteinander verknüpfen. Zwei Einkaufszentren in Deutschland dienen ab März als Zukunftslabor.

Für Otto ist Apple das beste Beispiel dafür, dass die Annahme „Offline stirbt, Online lebt“ Pressefoto

Für Otto ist Apple das beste Beispiel dafür, dass die Annahme „Offline stirbt, Online lebt“

HamburgEuropas größter Betreiber von Einkaufszentren wie der „Hamburger Meile“ oder dem „Rhein Center“ in Köln, das Hamburger Unternehmen ECE, fürchtet die wachsende Konkurrenz des Internethandels nicht. „Viele Digital Natives sind täglich im Internet unterwegs und kennen die Shopping-Möglichkeiten im Netz, gehen aber trotzdem bewusst in den Laden und kaufen dort“, sagte ECE-Chef Alexander Otto dem Handelsblatt. „Sie wollen das emotionale Erlebnis Einkauf, am besten gemeinsam mit Familie und Freunden. Das kann das Internet nicht bieten.“

Für Otto ist Apple das beste Beispiel dafür, dass die Annahme „Offline stirbt, Online lebt“ falsch sei. „Apple ist mit seinen iPads und iPhones eine der stärksten Marken, wenn es um das Internet geht. „Und doch wird in große Flagship-Stores in besten Lagen investiert“, sagte Otto.

Der Chef von ECE sieht seine 185 Shopping-Center in Europa als „ideale Plattform“ für Multi-Channel-Händler, die mit Ladengeschäften und im Internet aktiv sind. „Durch die zentralen Lagen und das große Parkplatzangebot sind Einkaufszentren prädestiniert für Kunden, die online bestellen und ihre Ware selbst im Laden abholen“, so Otto.

Zwei seiner Shopping-Zentren hat er zu „Future Labs“ auserkoren, in denen sich realer und virtueller Einkauf mit Hilfe von neuen Technologien vermischen. Im März geht es los. Wo, das will er noch nicht sagen. Nur so viel verrät er: Das sogenannte Geofencing, eine Art Lokalisierungstechnik, wird eingesetzt: Wer das Center betritt, bekommt automatisch die Sonderangebote der nächsten Läden auf das Smartphone geschickt.

Die Folgen für das Geschäft kalkuliert er nüchtern. „Der Umsatz wird nicht gleich massiv steigen, vieles wird schief gehen. Aber das schreckt uns nicht ab: Wir probieren neuen Service aus – der Kunde wird entscheiden, was er will“, sagte der ECE-Chef.

So denkt ECE darüber nach, eine zentrale Anlaufstelle zu bieten, an der die Bestellungen aller im Center ansässigen Händler erhältlich sind. Chancen sieht Otto auch, ganz neue Anbieter in die Shopping Center zu bekommen: Premium-Autohändler wie Audi oder BMW mit sogenannten Carless-Shops. Gemeint sind Läden, in denen Kunden sich virtuell ihr Wunschauto zusammenstellen. „Die passen mit ihrem Anspruch ans Ambiente viel besser in ein gehobenes Shopping Center als in die Industriegebiete der Städte“, findet Otto.

Von

mcs

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