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06.09.2015

14:50 Uhr

Shopping-Tipps im Netz

Online-Händler entdecken die Stilberatung

Kleidung kaufen empfinden nicht wenige Männer als Stress. Individuelle Beratung ist für sie Gold wert. Lange galt diese als Domäne des Einzelhandels. Doch immer mehr Online-Händler locken mit persönlicher Stilberatung.

„Früher hat es der Fachhandel übernommen, für den Kunden das passende Outfit individuell zu empfehlen.“ dpa

Paket von Modomoto

„Früher hat es der Fachhandel übernommen, für den Kunden das passende Outfit individuell zu empfehlen.“

FrankfurtEs ist ein Luxus, den sich lange vor allem Prominente oder vielbeschäftigte Manager gönnten - jetzt kann sich fast jeder eine individuelle Stilberatung leisten. Mithilfe von Algorithmen und Stilberatern können sich Online-Käufer Hosen, Hemden und Schuhe aussuchen lassen, die ihren persönlichen Stil treffen sollen. Waren es zunächst kleine Start-ups, die in diesem Service eine Nische fanden, springen nun zunehmend auch große Online-Händler auf den Zug auf. Mit der Fachberatung im Netz stößt der E-Commerce in die Domäne des stationären Handels vor. Experten sehen aber auch für die traditionellen Händler Chancen.

Curated Shopping nennt sich das Ganze, und der Trend kommt wie so viele aus den USA. Ähnlich wie der Kurator einer Kunstausstellung trifft auch hier ein Experte eine Auswahl. In der Praxis funktioniert das folgendermaßen: Man füllt online einen Fragebogen aus, der Vorlieben und Stil ermittelt, daran schließt sich nach Wunsch noch ein Telefonat an, in dem weitere Fragen geklärt werden, und wenige Tage später bekommt man ein Paket mit mehreren Outfits nach Hause geschickt.

Was gefällt, behält und bezahlt man, der Rest geht wieder zurück. Der Service ist in der Regel kostenfrei, die Margen entsprechen denen im Einzelhandel.

Die größten Textilhändler in Deutschland

Rang 10

Tchibo / Ernsting's Family
Die Unternehmen aus Hamburg und Coesfeld teilen sich den zehnten Platz mit einem Umsatz von 1,01 Milliarden Euro. Damit schlugen sie 2014 aber etablierte Modefilialisten wie Esprit, Inditex oder den Onlinehändler Zalando.

Quelle: „Textilwirtschaft“

Rang 9

Aldi-Gruppe
Die beiden Discounter (Aldi Nord/Aldi Süd) erzielten 2013 einen geschätzten Textilumsatz von 1,04 Milliarden Euro, ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr. Damit kann Aldi Rang neun verteidigen.

Rang 8

Lidl
Die Neckarsulmer liegen mit einem Textilumsatz von rund 1,08 Milliarden Euro auf Rang acht.

Rang 7

Tengelmann
Die Mülheimer, die rund 82 Prozent der Billig-Kette Kik besitzen, erwirtschafteten 2014 einen geschätzten Jahresumsatz von rund 1,3 Milliarden Euro, ein leichtes Plus zum Vorjahr.

Rang 6

Peek & Cloppenburg
Die Düsseldorfer belegen in der Rangfolge der größten Textileinzelhändler in Deutschland mit einem Jahresumsatz von 1,34 Milliarden Euro Platz sechs.

Rang 5

Karstadt
Deutlich geschrumpft ist erneut der Umsatz bei Karstadt - nach „Textilwirtschaft“-Schätzung um mehr als 300 Millionen Euro auf 1,58 Milliarden Euro. Dennoch wird Platz fünf verteidigt.

Platz 4

Metro
Die Düsseldorfer Metro-Group schafft mit Textilien im Jahr 2014 geschätzte 2,25 Milliarden Euro Umsatz.

Platz 3

C&A
Noch ein Düsseldorfer Unternehmen - mit einem Jahresumsatz von 2,9 Milliarden Euro ist C&A der drittgrößte Textileinzelhändler in Deutschland. Allerdings sind die Einnahmen seit Jahren rückläufig.

Platz 2

H&M
Die schwedische Modekette H&M steigert den Umsatz 2014 deutlich. Die Erlöse belaufen sich in Deutschland auf 3,8 Milliarden Euro.

Platz 1

Otto
Der größte Textileinzelhändler in Deutschland bleibt der Hamburger Versandhändler Otto Group mit einem Textil-Jahresumsatz von 4,2 Milliarden Euro im Jahr 2014.

Für Professor Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein handelt es sich um ein altbewährtes Konzept in neuem Gewand. „Früher hat es der Fachhandel übernommen, für den Kunden das passende Outfit individuell zu empfehlen“, sagt Heinemann. Das Internet erfinde diesen Begriff nun neu und profitiere dabei von seinen Kundendaten. „Das ist ein Riesenvorteil. Der Verkäufer beispielsweise in einem Kaufhaus, kennt den Kunden, der vor ihm steht, im Grunde nicht wirklich.“

Hauptzielgruppe sind Männer. Denn die, so glaubt man beim deutschen Curated-Shopping-Pionier Modomoto aus Berlin, sind besonders gestresst und hilflos, wenn es ums Klamotten kaufen geht. Gründerin Corinna Powalla kam die Idee für ihr Unternehmen denn auch passend beim Einkaufen für ihren Freund, der Shopping am liebsten mied.

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