Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.09.2016

13:45 Uhr

Sicherheitsbranche

Wanted – Wachmänner dringend gesucht

Deutsche Sicherheitsunternehmen suchen Tausende Wachleute. Doch Ausbildung und Entlohnung sind häufig mangelhaft. Viele Auftraggeber wollen günstige Mitarbeiter – und rücken so die gesamte Branche in schlechtes Licht.

In der deutschen Sicherheitsbranche großer Bedarf – erst recht nach den Entwicklungen der vergangenen Monate. Doch die Gefahr ist groß, dass unqualifizierte Mitarbeiter eingestellt werden und auch noch unzureichend entlohnt werden. dpa

Patrouille im Freibad

In der deutschen Sicherheitsbranche großer Bedarf – erst recht nach den Entwicklungen der vergangenen Monate. Doch die Gefahr ist groß, dass unqualifizierte Mitarbeiter eingestellt werden und auch noch unzureichend entlohnt werden.

EssenDie Sicherheitsbranche in Deutschland boomt – nicht erst seit den Gewalttaten der vergangenen Wochen und Monate. „Wir haben bundesweit 13.000 offene Stellen“, berichtet Silke Wollmann, Sprecherin des Bundesverbands der Sicherheitswirtschaft (BDSW). Allein im vergangenen Jahr war die Beschäftigtenzahl der Branche um 15 Prozent auf 247.000 Mitarbeiter angewachsen.

Für das laufende Jahr hatte der Branchenverband ursprünglich mit einem weiteren Plus um etwa sechs bis sieben Prozent gerechnet. „Es kann sein, dass das nun massiv in die Höhe geht“, erklärt Wollmann. Bei der Ende September anstehenden Essener Sicherheitsmesse Security will die Branche ebenfalls verstärkt um Nachwuchs werben.

Wachmänner in Flüchtlingsheimen: „Wir sind immer an vorderster Front“

Wachmänner in Flüchtlingsheimen

„Wir sind immer an vorderster Front“

Sicherheitsleute haben in Flüchtlingsheimen keinen leichten Job. Umso wichtiger ist gut geschultes Personal. Jüngste Vorkommnisse werfen aber ein schlechtes Licht auf die Branche. Der Verband fordert strengere Vorgaben.

Doch im Boomsektor herrscht nach Einschätzung der Gewerkschaft Verdi ein Preiskampf, der auch die Löhne unter Druck setzt. So werde etwa bei der Bewachung von Flüchtlingsunterkünften nach Informationen der Gewerkschaft statt des Tariflohns vielfach nur der gesetzliche Mindestlohn gezahlt, berichtet der zuständige Gewerkschaftssekretär Volker Nüsse. Während in der Branche meist einfachste Bewachungstätigkeiten ausgeschrieben seien, müssten die Beschäftigten dann häufig zusätzlich Aufgaben etwa von Psychologen oder Sozialarbeitern übernehmen.

Diese Entwicklung beobachtet auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) durchaus kritisch. „Wenn ein hoher Bedarf da ist, ist die Gefahr groß, dass Billigangebote den Zuschlag bekommen“, sagt der NRW-Landesvorsitzende Arnold Plickert. In einigen Fällen seien Leute nach Vorlage des Führungszeugnisses bereits binnen 48 Stunden eingesetzt worden. Bisweilen habe die Polizei in der Vergangenheit zudem festgestellt, dass etwa an den Kontrollpunkten bei Großveranstaltungen auch „schwarze Schafe“ zu finden seien.

Eine bessere Ausbildung des Personals wünscht sich auch der Verband BDSW. Ein Problem für viele Auftraggeber seien jedoch die deutlich höheren Kosten für das qualifizierte Personal. Wer eine dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit absolviert habe, sei mit einem Stundenlohn von 15,43 Euro für den Auftraggeber deutlich teurer als etwa ein Wachmann, der lediglich an einer Unterweisung durch die Industrie- und Handelskammer teilgenommen habe. Letztendlich sei jedoch meist der niedrigste Preis ausschlaggebend, hieß es.

Kommentare (15)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Franz Paul

08.09.2016, 14:01 Uhr

Und dann arbeiten dort ganz viele "Migranten" Sie bewachen dann andere "Migranten" Oder sollen sie von Übergriffen abhalten, Verlieren dann schon mal eine Handgranate (Villingen-Schwenningen). Oder "übersehen" mal Gewalttätigkeiten bei Ihren Glaubensbrüdern. Gehört alles zu Merkel-Programm.

Herr J.-Fr. Pella

08.09.2016, 14:03 Uhr

Die Vorstände in den diversen Multikonzernen machen es doch vor.
Gewinnmaximierung heißt die Devise.
Warum nicht auch bei den Wachleuten.
Übrig geblieben ist ein Trümmerhaufen der sozialen Marktwirtschaft,
dank unseren unfähigen Politikern.
Besserung nicht in Sicht. Unsere Multimillionäre und die anderen "Armen" sehen es mit Wohlgefallen.
Immer schön die Altparteien wählen.

Herr Toni Ebert

08.09.2016, 14:07 Uhr

Wir haben bei uns in den "Privaten" fast nur Russen und Muslim.

Ich bin begeistert, die Penne. und das andere Gesindel laufen schon lange vorher weg, wenn diese Experten für Sicherheit sorgen. Russen und Muslim lieben es, wenn sie für Respekt sorgend dürfen.

Ja, Globalisierung ist ein Segen für uns alle.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×