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08.05.2012

17:55 Uhr

Siemens-Chef Löscher

Vorkämpfer der Energiewende

VonAxel Höpner

Peter Löscher gilt als Verbündeter der Kanzlerin in Sachen Energiewende. Intern bringt ihm das Kritik ein - er vernachlässige das Tagesgeschäft. Der Druck auf ihn wächst in der zweiten Amtszeit.

Peter Löscher: Seit 2007 ist der Österreicher Chef des Technologiekonzerns. dapd

Peter Löscher: Seit 2007 ist der Österreicher Chef des Technologiekonzerns.

BerlinSiemens-Chef Peter Löscher ist niemand, der den großen Auftritt sucht. Als Angela Merkel gestern das Berliner Werk von Siemens besucht, schüttelt er den Auszubildenden freundlich die Hand - und tritt dann einen Schritt zurück. Die Kanzlerin lässt sich im Blitzlicht der Fotografen von den jungen Männern die Vorzüge der Smart Grids erklären, jener intelligenten Stromnetze, die so wichtig sind, wenn die Wende hin zu erneuerbaren Energien in Deutschland gelingen soll. Löscher beobachtet aus dem Hintergrund.

Doch seine lebhafte Mimik verrät, wie wichtig ihm das Thema ist. Das offizielle Thema des Kanzlerbesuchs ist die Ausbildung. Doch über allem schwebt die Energiewende. Denn diese hat die beiden, den Manager und die Kanzlerin, eng zusammengebracht. Merkel kämpft für das Projekt an der politischen Front - und Löscher ist, wenn auch meist im Hintergrund, in der Wirtschaft ihr wichtigster Verbündeter.

Doch ein grüner Vorkämpfer zu sein wird nicht reichen. Löscher braucht für seine zweite Amtszeit, die im Juli startet, eine große Vision. Zwar hat er sich und Siemens vor einiger Zeit ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Er will mit dem Münchener Konzern mittelfristig 100 Milliarden Euro Umsatz machen. Doch wie und wann genau er das schaffen will, hat er bislang offengelassen.

Der Druck auf Löscher wächst. Im Konzern heißt es: "Er ist jetzt gefordert. Er muss seine Vision für die nächsten Jahre noch klarer entwerfen", sagt ein Siemens-Insider. Ein "Weiter so", wie es Löscher vor gut einem Jahr verkündet habe, reiche nicht. "So ein Ziel", sagt einer aus dem Führungsumfeld, "hält die Organisation unter Spannung. Doch es muss mit Leben gefüllt werden."

Kommentare (4)

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SteuerKlasseEins

08.05.2012, 18:09 Uhr

Welche Lösungen hat Löscher parat, die NICHT auf Subventionen aus Steuergeldern oder Strompreisen zurückgreifen? Ich vermute er hat keine. Es ist doch wieder das alte Spiel - die Großkonzerne sprechen sich mit den Spitzenpolitikern ab und machen weiter Profit, allerdings auf Kosten von Millionen von kleineren Betrieben und Haushalten.

Account gelöscht!

08.05.2012, 18:15 Uhr

Löscher sollte sich mal mehr um seinen Laden kümmern. Inzwischen gibt es da mehr Aufpasser als produktiv arbeitende Leute. Was nützt uns die schönste Exportsubvention durch den zu für deutsche Verhältnisse zu billigen Euro, wenn die möglichen Zusatzerträge dem internen Schlendrian zum Opfer fallen.

vandale

08.05.2012, 22:12 Uhr

Viele Unternehmen die kein schlüssiges Konzept haben üben sich in Ergebenheitsadressen an die Politik und politischer Korrektheit, s. Münchener Rück und Allianz.

Siemens hat sich auf Staatsaufträge ausgerichtet und meint aus der Oekoreligion, bzw. dem Glauben an "Erneuerbare Energien" Umsätze und Erträge generieren zu können.

Die Risiken sind zweierlei...

Die finanzielle Situation der Altindustriestaaten ist durch Stagnation und Ueberschuldung gekennzeichnet. Es erscheint mir deshalb eher unwahrscheinlich das die Subventionen für "Erneuerbare Energien" zunehmen werden.

Siemens ist als grosser Konzern dafür prädestinert komplexe Grossprojekte wie Kraftwerke zu realisieren. Primitive Windmühlen können Mittelständler und Unternehmen aus Schwellenländern günstiger bauen.

Vandale

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