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24.01.2008

07:00 Uhr

Siemens

Die drei aus dem Sektor

VonJoachim Hofer

Seit Monaten erlebt Siemens ein Erdbeben nach dem anderen. Der Skandal um schwarze Kassen erschüttert die Grundpfeiler des Traditionskonzerns: Dutzende Top-Manager müssen gehen, und der neue Vorstandschef Peter Löscher baut die gesamte Organisation um. Auf der Hauptversammlung stehen die Vorstände Wolfgang Dehen, Erich Reinhardt und Heinrich Hiesinger heute im Rampenlicht.

Siemens-Vorstände: Wolfgang Dehen, Erich Reinhardt und Heinrich Hiesinger (v. l.). Foto: dpa dpa

Siemens-Vorstände: Wolfgang Dehen, Erich Reinhardt und Heinrich Hiesinger (v. l.). Foto: dpa

MÜNCHEN. Aber es gibt sie, die Profiteure der Korruptionsaffäre: Wolfgang Dehen, Heinrich Hiesinger und Erich Reinhardt. Sie führen jeweils einen der drei neuen Sektoren. So will Löscher die Verantwortung für das operative Geschäft, die bisher auf viele Gremien verteilt war, klar regeln. Wer sind die drei Herren, die heute auf der Hauptversammlung von Siemens im Rampenlicht stehen werden?

Wolfgang Dehen

Für den Job waren genügend Kandidaten mit Branchenkenntnissen vorhanden: Klaus Voges zum Beispiel, der Chef des Kraftwerksgeschäfts. Oder Udo Niehage, Vorstand der Sparte Energieübertragung. Doch die erfahrenen Manager kamen nicht zum Zug. Stattdessen hat Siemens -Chef Peter Löscher Ende vergangenen Jahres einen Fachfremden, den Automanager Wolfgang Dehen, zum Chef des neu geschaffenen Sektors Energie gemacht.

Ausgerechnet Dehen, dessen Zeit im Konzern mit dem Verkauf der Autosparte VDO im Herbst bereits abgelaufen schien. Monatelang hatte der Betriebswirt zuvor für einen Börsengang von VDO gekämpft, ehe Siemens -Chef Löscher dann doch den elf Milliarden Euro von Continental nicht widerstehen konnte.

Vorbei war der Traum Dehens, einen großen, börsennotierten Konzern zu führen. "Selbstbewusst und entschlossen" waren die häufigsten Worte, mit denen Dehen beschrieben wurde, als er im vergangenen Sommer für den Börsengang von VDO auf Werbetour ging.

Als Chef des Energiesektors ist er jetzt zwar nicht der Herr im eigenen Haus. Aber der 53-Jährige führt Geschäfte mit einem Umsatz von stattlichen 20 Milliarden Euro. Offenbar traut Löscher dem passionierten Motorradfahrer zu, den Energiesektor wie die Autosparte wieder in die Spur zu bringen.

In der Korruptionsaffäre gilt er als unbelastet. Denn vor dem Verkauf an Continental haben die Prüfer VDO unter die Lupe genommen - und nichts gefunden.

Im Gegensatz zu den zwei anderen Chefs der neu formierten Sektoren hat Dehen eine kurze Siemens -Historie. Der Diplom-Kaufmann kam erst 2002 in den Konzern, nachdem er zuvor für den Autozulieferer Valeo gearbeitet hatte. Intern gilt Dehen als technisch versiert und jemand, der gut zuhören kann.

Obwohl der Vater von zwei Töchtern selbst nichts damit zu tun hat, muss er sich mit dem Skandal beschäftigen. Zwei Ex-Mitarbeiter seines neuen Geschäftsgebiets wurden im vergangenen Jahr wegen Bestechung verurteilt. Weitere Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen.

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