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01.02.2016

11:11 Uhr

Siemens

Joe Kaeser wird auch Pressesprecher

Stephan Heimbach, oberster Pressesprecher von Siemens, verlässt den Konzern. Einen kommissarischen Nachfolger gibt es auch schon – Vorstandschef Joe Kaeser übernimmt selbst den Posten übergangsweise.

Der Siemens-Vorstandschef wird übergangsweise auch oberster Pressesprecher. Reuters

Joe Kaeser

Der Siemens-Vorstandschef wird übergangsweise auch oberster Pressesprecher.

MünchenSiemens-Vorstandschef Joe Kaeser wird auch oberster Pressesprecher seines Hauses. Übergangsweise übernehme er die Leitung der Konzernkommunikation, teilten die Münchner am Montag mit. Amtsinhaber Stephan Heimbach werde den Posten am 1. März räumen und das Unternehmen verlassen, hieß es.

Der 55-jährige Heimbach leitete rund neun Jahre lang die Pressestelle und die Lobbyabteilung. Im Jahr 2013 war der Rheinländer vom damaligen Siemens-Chef Peter Löscher bereits einmal entmachtet worden, kehrte aber nach dem Wechsel Kaesers an der Unternehmensspitze wieder auf seinen alten Posten zurück.

Das sind die größten Baustellen von Siemens

Energiesparte

Hier hat Siemens den Trend zu dezentralen Lösungen verpasst. Die Münchener ließen sich für ihre riesige Weltmeister-Gasturbine der H-Klasse feiern. Doch in Zeiten der Energiewende waren vor allem kleine Modelle gefragt, die die Konkurrenz im Portfolio hatte. Auch in Sachen Innovationskraft verlor Siemens den Anschluss. Mit teuren Akquisitionen, einem Stellenabbau und mehr Investitionen in Forschung & Entwicklung versuchen Joe Kaeser und Energievorstand Lisa Davis gegenzusteuern.

Wachstumsschwäche

Vor einer guten Dekade war Siemens doppelt so groß wie BMW. Inzwischen ist der Autobauer an dem Technologiekonzern vorbeigezogen. Das hat mehrere Gründe: Zum einen trennte sich Siemens immer wieder von Geschäftssparten, ohne im gleichen Maß zuzukaufen. Zudem war Siemens auch organisch in den meisten Jahren wachstumsschwach und fiel hinter die besten Konkurrenten zurück. Kaeser setzt auf mehr Innovationen und einen besseren Kundenzugang. Ab dem Geschäftsjahr 2016 soll Siemens schneller wachsen als die Wettbewerber.

Ertragsschwäche

Kaesers Vorgänger Peter Löscher wähnte Siemens schon in der Champions League der weltbesten Unternehmen. Doch nach einem Zwischenhoch bröckelten die Renditen wieder ab. Für das Geschäftsjahr 2014/15 hatte Kaeser eine operative Umsatzrendite von zehn Prozent im Industriegeschäft versprochen. Angesichts der Kosten für den Umbau ist das ordentlich. Doch die besten Konkurrenten wie General Electric sind in vielen Bereichen besser. Durch kürzere Hierarchiewege, eine Sanierung der renditeschwachen Bereiche und den Abbau von Stellen will Kaeser mit seiner „Vision 2020“ Boden gut machen.

Dresser-Rand

Der Kauf des US-Kompressorenherstellers für zunächst 7,6 Milliarden Dollar war einer der größten Zukäufe in der Unternehmensgeschichte. Kaeser hatte sich, auch von seinem Vorgänger Peter Löscher, in einen Bieterwettbewerb treiben lassen. Doch seit der Übernahme ist der Ölpreis drastisch gefallen, die Förderer stellen ihre Investitionen zurück. Der Kaufpreis war im Nachhinein viel zu hoch. Nun muss Kaeser auf eine Erholung der Ölpreise hoffen und Dresser-Rand wenigstens erfolgreich integrieren.

Autor: ax

Von

rtr

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