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21.01.2015

12:44 Uhr

Siemens-Shooting-Star auf Handelsblatt-Energietagung

Lisa Davis und ihr Kampf gegen den Ölpreis

VonDana Heide

Mit Schiefergas wollte Siemens auf dem amerikanischen Energiemarkt durchstarten, doch der niedrige Ölpreis macht es dem Dax-Konzern schwer. Lisa Davis, die Neue im Vorstand bei Siemens, lässt sich davon nicht entmutigen.

Siemens-Managerin Lisa Davis sprach auf der Handelsblatt-Energietagung auch über die Herausforderungen durch den niedrigen Ölpreis. EUROFORUM, Dietmar Gust

Siemens-Managerin Lisa Davis sprach auf der Handelsblatt-Energietagung auch über die Herausforderungen durch den niedrigen Ölpreis.

BerlinDiese Frau soll es bei Siemens richten: Lisa Davis. Die 51-Jährige zeigte sich entspannt und leger bei der Handelsblatt Energietagung – dabei hätte die US-Amerikanerin allen Grund, genau das Gegenteil zu sein. Erst im vergangenen Sommer holte sie Siemens-Chef Joe Kaeser zu dem Mischkonzern. Ihre Aufgabe: Das Energiegeschäft stärken. Vor allem soll sie dafür sorgen, dass Siemens an dem Boom der unkonventionellen Energiequellen in den USA partizipiert. Das Problem: Seit ihrer Berufung in den Vorstand sind die Preise für Gas und Öl im freien Fall.

Keine guten Nachrichten für den Dax-Konzern, der erst Ende 2014 den Kauf des Ausrüster für die Öl- und Gasindustrie Dresser-Rand auf den Weg gebracht hatte. Preis: knapp sechs Milliarden Euro. Wenn der Deal voraussichtlich im Sommer abgeschlossen wird, wäre es einer der größten der Unternehmensgeschichte.

Doch Davis zeigte sich zuversichtlich, dass Schiefergas noch lange eine Rolle in der Welt spielen wird, und damit auch Dresser-Rand eine wichtige Zukunft bevorsteht. „Wenn man sich anschaut, wie stark die Produktion gewachsen ist, dann sieht man, dass dieses Geschäft weiter bestehen wird“, sagte sie bei der Handelsblatt-Energietagung. „Auf lange Sicht sehen Sie einen ganz klaren Trend, dass diese unkonventionellen Energiequellen auch genutzt werden. Das Potenzial in dem Markt ist riesig.“ Getrieben worden sei der Boom von Schiefergas und Öl aus unkonventionellen Quellen von dem gestiegenen Bedürfnis nach unabhängiger Energieversorgung und der Preisentwicklung für Energie in den vergangenen Jahren.

Die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Den zehnten Platz belegt ein Energieversorger aus Südkorea: Korea Electric Power kam im April 2016 auf einen Marktwert von 33,1 Milliarden US-Dollar.

Quellen: Bloomberg; Factset; Forbes

Platz 9

Den neunten Platz belegt GDF Suez. Das französische Unternehmen hatte im April 2016 einen Marktwert von 39 Milliarden US-Dollar. Ein Jahr zuvor waren es noch 49,5 Milliarden Dollar gewesen.

Platz 8

hiAuf dem achten Platz befindet sich chinesische Energieversorger China Yangtze Power. Im April 2016 war der Konzern 41,8 Milliarden US-Dollar wert.

Platz 7

Dominion Resources auf dem siebten Platz der weltgrößten Energieversorger stammt aus den USA und hat einen Markt von 43,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 6

Den sechsten Platz belegt ein Versorger aus Spanien: Iberdrola hat einen Marktwert von 44,1 Milliarden US-Dollar.

Platz 5

Der fünftgrößte Energieversorger stammt aus Spanien. Enel kam im April 2016 auf einen Marktwert von 44,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 4

Auf dem vierten Platz befindet sich ein Unternehmen aus den USA: Southern Co. Der Versorger hatte im April 2016 einen Marktwert von 45,3 Milliarden US-Dollar.

Platz 3

Der drittgrößte Energieversorger der Welt kommt aus dem Vereinigten Königreich. National Grid hatte im April 2016 einen Marktwert von 51,4 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Auf dem zweiten Platz befindet sich ein amerikanisches Unternehmen: Nextra Energy. Der Wert des Energieversorgers beträgt 52,8 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

Das US-amerikanische Unternehmen Duke Energy ist nach Marktwert wie schon 2015 der weltweit größte Energieversorger. Im April 2016 betrug sein Wert 53,1 Milliarden US-Dollar. 2,3 Milliarden Dollar weniger als im Vorjahr.

Der Schiefergas-Boom in Nordamerika zeige aber auch, wie schnell sich der Markt heutzutage verändern kann. Daher sei Flexibilität das Gebot der Stunde. „Diejenigen, die heute erfolgreich sein wollen, müssen vor allem eines sein: flexibel“, sagte Davis.

In der Flexibilität sieht sie auch die größte Chance für Siemens. „Es geht heute mehr darum, dass System zu managen, es geht um systematisches Denken.“ Die Komplexität des Energiesystems habe zugenommen und werde weiter zunehmen.

Eine Chance für Schiefergas in Europa sieht Davis dagegen nicht. „Viele der Faktoren, die zum Erfolg von Schiefergas in den USA geführt haben, existieren nicht in Europa. Und damit meine ich nicht nur die politischen Rahmenbedingungen, sondern auch Schürfrechte, bestehende Dienstleistungen, das Leitungssystem.“ Alle diese Dingen seien im US-Markt erfolgreich zusammengekommen.

Davis muss es wissen. Siemens-Chef Kaeser hatte sie im vergangenen Jahr von Royal Dutch Shell geholt, das Unternehmen hat ebenfalls versucht, einen Fuß in das Geschäft mit dem Schiefergas zu bekommen – allerdings mit mäßigem Erfolg.

Kommentare (1)

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Herr richard roehl

21.01.2015, 13:36 Uhr

Als Amerikanerin sollte sie doch wissen, dass man mit Quartalshorizont denkt. Da haben langfristige Trends nichts zu suchen. Wenn überhaupt, dann rechnet sich das vielleicht in einigen Jahren. Diese Zeitspanne würde ein amerikanischer CEO nicht überleben mit einem Verlustbringer am Bein.

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