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01.09.2013

15:37 Uhr

Silicon Valley

Die neuen Lieblinge der Paparazzi

VonAxel Postinett

Die Online-Milliardäre aus dem Valley haben die Stars aus Hollywood in Punkto Bekanntheit, Verschwendungssucht, und anzüglicher Selbstdarstellung längst abgehängt. Wie es die Internetstars krachen lassen.

Sean Parker, Facebook-Milliardär mit Alexandra Lenas bei der Grammy-Verleihung. ap

Sean Parker, Facebook-Milliardär mit Alexandra Lenas bei der Grammy-Verleihung.

San FranciscoUnternehmer-Milliardär und Chef im mittleren Alter verlässt Frau und Kinder für junge, mandeläugige Schönheit aus seinem Unternehmen. Deren vorheriger Freund und enger Mitarbeiter des Chefs kündigt Knall auf Fall, als die Beziehung publik wird und heuert mit seinen Insiderkenntnissen bei der Konkurrenz an. Die hat auf so einen Fischzug nur gewartet. Was sich wie ein platter Plot aus einer drittklassigen RTL-Serie anhört, ist das Silicon Valley, das neue Hollywood.

Rück rüber, Hollywood – das Silicon Valley ist das Home der neuen Stars, Sternchen und Celebrities im Zeitalter des Internets. Hier machen Zwanzigjährige an einem Tag mehr Dollar als George Clooney graue Haare hat. Exzessiv überzogene Hochzeiten, wie die illegal abgehaltene Zehn-Millionen-Dollar Trauung von Facebook-Milliardär Sean Parker am Rande eines der schönsten Naturschutzgebiete in Kalifornien, machen mittlerweile ebenso Schlagzeilen wie die zahllosen Scheidungen.

Googles wichtigste Geschäfte

Vielzahl an Produkten

Google Suche, Gmail, Google Maps, der Online-Speicher Google Drive, das Smartphone-Betriebssystem Android mit dem App-Store Google Play und, und, und: Die Liste der Google-Dienste wird immer länger. Und in seinen geheimen Labs arbeitet der Konzern an einem selbstfahrenden Auto oder Ballons, über die entlegene Gegenden mit Internet-Zugängen versorgen sollen.

Hochprofitable Suche

Wenn es aber um das Geldverdienen geht, ist Google vom Geschäft mit Online-Werbung abhängig. Fast 90 Prozent des Umsatzes stammen aus diesem Segment, ein Großteil aus der Internet-Suche. In der Bilanz wird sonst nur noch ein Segment mit dem wenig aussagekräftigen Titel „Other“ (Anderes) aufgelistet.

Android

Googles Betriebssystem Android dominiert den Smartphone-Markt. Es hilft dem Konzern, seine Dienste fürs mobile Internet zu verbreiten, sorgt mit dem Play Store mit Apps, Filmen und Musik aber auch für wachsende Einnahmen. Experten vermuten, dass diese den Großteil des „sonstigen“ Umsatzes ausmachen.

Google Appsl

Um sich aus der Abhängigkeit aus den Werbeeinnahmen zu befreien, hat Google in den vergangenen Jahren immer wieder Initiativen gestartet, etwa kostenpflichte Anwendungen für Firmen. Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.

Google+

Soziale Netzwerke sind viele Internet-Nutzer zum ersten Anlaufpunkt im Internet geworden. Facebook ist hier mit Abstand die Nummer 1, Google will dem Marktführer mit Google+ Paroli bieten. Dass der Konzern den riesigen Abstand aufholt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Cloud Computing

Ob Gmail, Google Docs oder Google Drive: Google-Dienste laufen nicht auf dem lokalen Rechner, sondern im Rechenzentrum. Der Konzern hat eine große Expertise in Sachen Cloud Computing, die er auch vermarkten will: Firmen können Rechenleistung oder Speicher bei dem Konzern mieten.

Chrome OS

Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.

Parker wollte für seine Hochzeit eine Kulisse wie aus dem Phantasyfilm „Der Hobbit“ nachbauen und bekam erwartungsgemäß keine Genehmigung. Gebaut hat er trotzdem und hinterher halt ein paar Millionen Dollar Strafe obendrauf gelegt. Die Regeln der Masse gelten nicht mehr für die neue Elite im Westen, heißt die Botschaft. Man macht, was man will und kauft sich dann frei. So was liebt die Klatschpresse. Welcher handzahme Hollywood-Star bietet so etwas heute noch?

Wer braucht noch Jennifer Aniston, wenn er Yahoo-Chefin Marissa Mayer hat. Sie dominierte mit einer Fotostrecke in der Vogue, lasziv dahin gerekelt im hautengen Outfit, Yellow-Press und Wirtschaftstitel gleichermaßen. Oracle-Gründer und Multimilliardär Larry Ellison hält in San Francisco mit halsbrecherischen Hochsee-Rennen auf Millionen-Dollar schweren Super-Yachten das Publikum bei Laune, kauft sich eine ganze Insel auf Hawaii samt dazugehöriger Fluglinie.

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