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18.11.2011

18:29 Uhr

Singapore Airlines

Der gute Ruf alleine reicht nicht

VonJens Koenen

Seit Jahren ist Singapore Airlines der Inbegriff für Komfort über den Wolken. Doch angesichts des Drucks durch die Billig-Konkurrenz muss sich die Fluggesellschaft wandeln – ein riskantes Manöver. 

Singapore Airlines bestellte als erste Fluggesellschaft den Airbus A380. Reuters

Singapore Airlines bestellte als erste Fluggesellschaft den Airbus A380.

FrankfurtDer 29. September 2000 war ein besonderer Tag, für Airbus aber auch für Singapore Airlines (SAI). An dem Tag orderte SAI als erste Fluggesellschaft 25 Airbus A380, zehn davon fest. "First to Fly the A380 – Experience the Difference in 2006" warb Singapore Airlines wenig später. Zwar wurde wegen technischer Probleme bei der Produktion aus dem Jahr 2006 schließlich Oktober 2007, bis der erste Super-Airbus in Dienst gehen konnte. Doch die Aufmerksamkeit war der der Airline gewiss.  

Die Rolle als Erstkunde für den Riesen-Vogel fügt sich nahtlos in das Bild von Singapore Airline. Schon immer hat es das Management von SIA verstanden, die Flotte früher als andere zu modernisieren, älteres und damit teureres Gerät auszumustern. Als die Rohölpreise zu steigen begannen, wurden kurzerhand sämtliche A340-300 außer Dienst gestellt.  

Das verschaffte der Airline einen legendären Ruf, der bis heute anhält. SIA steht wie kaum eine andere Fluggesellschaft  für Zuverlässigkeit und Service. Mehrfach wurde SIA vom Bewertungsunternehmens Skytrax als beste Airline des Jahres ausgezeichnet.

Die modernen Flugzeuge haben dabei geholfen, diesen Ruf aufzubauen. Doch sie sind es nicht alleine. Fast noch mehr haben die luxuriösen Kabinen und das dort arbeitende Personal und ihr Service das Bild von Singapore Airlines geprägt. Der französische Designer Pierre Balmain hatte die traditionelle Uniform der Stewardessen bereits 1968 entworfen. Bis heute ist diese – sie orientiert sich stark an der Tracht der Vorgänger-Airline Malaysian Airways - nahezu unverändert. Die Stewardessen, die so genannte Singapore Girls, wurden weltweit zum markanten Aushängeschild von Singapore Airline und sind es bis heute.

Berühmt ist auch die Versorgung an Bord von Singapore. Chew Shoon Seng, Ende 2010 ausgeschiedener SIA-Chef, sorgte persönlich für die richtige Qualität. Einmal im Monat nahm der langjährige Unternehmensführer eine Mahlzeit aus der Economy-Klasse zu sich – zu reinen Testzwecken. Gutes Essen und guter Wein, das war für Chew ein Muss, auch in Krisenzeiten. Lieber kappte er seine eigene Vergütung als das Budget für den exzellenten Bordwein. 2010 brachte die Airline sogar ein eigenes Kochbuch heraus.

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