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14.02.2012

13:34 Uhr

Skysails

Drachenlenker kämpft ums Überleben

Es sollte sein großes Jahr werden - doch nun muss Stephan Wrage, Chef von Skysails, vorrangig ums Überleben seines Unternehmens kämpfen. Um die Krise zu überstehen, muss er an verschiedenen Baustellen arbeiten.

Container-Frachter wird von einem Segel mit der Aufschrift Sky Sails gezogen. dpa

Container-Frachter wird von einem Segel mit der Aufschrift Sky Sails gezogen.

DüsseldorfEigentlich wollte Stephan Wrage im elften Jahr den Durchbruch schaffen. Sein Unternehmen Skysails, dessen riesige Drachen Frachtschiffe über die Meere ziehen, sollte endlich mehr Aufträge bekommen. Stattdessen muss er nun um das Überleben seiner Firma kämpfen, muss restrukturieren; die Hälfte seiner 80 Mitarbeiter erhielt gerade die Kündigung.

Harte Zeiten für die Frachtschifffahrt seien auch harte Zeiten für Skysails, sagt der 39-Jährige. Mit seinem Zusatzantrieb sollen die Reeder zwar Treibstoff sparen, müssen aber rund eine Million Euro in den Zugdrachen investieren, der an einem Seil in mehreren Hundert Meter Höhe über dem Schiff schwebt. Serienreif sei der Antrieb, betont Wrage zwar - und doch tüfteln er und seine verbliebenen Mitarbeiter noch: "Die Einsatzzeit des Drachensystems ist noch nicht da, wo wir sie haben wollen."

Seinen ersten Drachen konnte sich Wrage noch vom Taschengeld finanzieren: Mit 13 Jahren schon nähte der Hamburger auf der Pedal-Nähmaschine seiner Großmutter die ersten Lenkdrachen, ließ sie am Elbstrand in den Himmel aufsteigen. Als Unternehmenslenker sammelte Wrage für das Skysails-System von Investoren wie dem Schiffsfinanzierer Oltmann oder dem niederländischen DSM-Konzern rund 50 Millionen Euro ein. Kunden brachte ihm das dennoch nicht.

Selbst einer seiner größten Fans, Gerd Wessels, lässt zwei Bestellungen wegen der Finanzierung erst einmal ruhen. Zwei Schiffe des Reeders sind schon mit dem Drachenantrieb unterwegs. Schlimmer erging es Wrage mit den zwei Orders, die sein Unterstützer, der Reeder Niels Stolberg, noch per hanseatischem Handschlag in Auftrag gegeben hatte. Denn im vergangenen Jahr ging Stolberg insolvent.

Wessels bezeichnet Wrage als "in sich gekehrten Denker und Weltverbesserer". Er ist überzeugt, dass er durchhält. Schließlich hat er bewiesen, dass er weitermacht, wo andere die Idee schon längst verkauft hätten. Lösungsorientiert sei er, sagen seine Geschäftspartner: kurze Fehlersuche, dann den Blick nach vorne richten.

Auch jetzt, bei Skysails. "Nach unseren Analysen erwarten wir, dass es der Schifffahrt in den nächsten ein bis zwei Jahren weiter schlechtgeht", sagt er. "Da zieht ein Sturm auf, und wir haben Skysails wetterfest gemacht." Der Durchbruch muss wohl noch etwas warten.

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Kommentare (5)

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Sunwu

14.02.2012, 16:40 Uhr

Seit mindestens 3 Jahren wird behauptet, die Reederei Wessels würde weitere Schiffe mit diesem Luftantrieb ausrüsten! In einem Interview hat ein Herr der Reederei Wessels eingeräumt, auch hier sind Zweifel geboten, man würde auf der Theseus wohl auf 15% Treibstoffersparnis kommen. Auf der Theseus ist eine Maschinenleistung von 1000kw installiert. In der Skysails-günstigen Annahme von 200g Treibstoff je Kilowattstunde kommt man auf der Theseus, ZWEIFEL VORBEHALTEN, auf eine Treibstoffersparnis von 750kg pro Tag. Der Wartungsaufwand von Skysails beträgt laut Skysails, ZWEIFEL GEBOTEN, mittlerweile 2 Drachen und ein Zugseil pro Jahr. FRAGE: wie teuer muss Treibstoff sein, damit sich ein laut Skysails nun angeblich 1Millione teurer Antrieb rechnet...oder besser: warum haben weder Wessels noch Beluga in weitere Antriebe investiert, obwohl sie Skysails dieses seit mindestens 3 Jahren ankündigt, und der Preis für Treibstoff mittlerweile so hoch ist, wie noch nie?

sunwu

14.02.2012, 16:57 Uhr

Wer hat angeblich 10 Kiteantriebe gekauft? Bitte durch Zahlungseingänge auf Skysails-Konten belegen!

An welchen Schiffen war bei der Finanzierung das Emissionshaus Andre Tonn bzw. das Emissionshaus Oltmann beteiligt?

Seit wie vielen Jahren kündigt man an, Beluga und Wessels würden weitere Schiffe mit Skysails ausrüsten? (Wären die Links im Pressespiegel auf der Skysails-Website nicht deaktiviert und dieser plötzlich nicht nur noch bis zum Jahr 2009 einsehbar, wäre dieses eine der einfacheren Übungen für kritische Journalisten).

Die Maartje Theadora gehört einem Fischereiunternehmen, die wegen Raubbau an der Umwelt, speziell Überfischung von Weltmeeren und EU-Subventionstöpfen am Pranger steht!

Cargill hat weder eigene Schiffe noch betreibt man welche. Man hat aber eine CSR-Policy...ein globaler Multi-Milliarden-Dollar Konzern erklärt, man investiere eine läppische Million in einen Windantrieb...schon ist der Cargill, unter anderem der Eierproduzent von McDonalds, gründ, und unkritische Journalisten können aus PR-Mitteilungen abschreiben und sich für den Rest des Tages zurücklehnen.

WER BITTE SCHÖN HAT NOCH EINEN ANTRIEB AUS DEM HAUSE SKYSAILS GEKAUFT?

Sunwu

14.02.2012, 17:57 Uhr

http://www.youtube.com/watch?v=D2TnXzRQjs8

Zusammenfassend kann man also behaupten, Skysails bringt auf der Theseus eine Antriebsleistung, die mit 150kw Maschinenleistung vergleichbar ist. Dieses entspricht der Leistung eines besseren Golfmotors, und dürfte einer der Gründe sein, warum es von keinem FAHRENDEN Skysails-Schiffes Bilder gibt. Die Theseus ist übrigens ein Coaster, also ständig in Nord- und Ostsee unterwegs, und hier gibt es viele photografierende Schiffsliebhaber!

http://www.marinetraffic.com/ais/de/showallphotos.aspx?imo=9390159

http://www.shipspotting.com

Auch möchte ich interessierte Journalisten auf Verbindungen von Andre Tonn/Oltmann zur Reederei Wessels aufmerksam machen...nur als kleines Beispiel:

http://www.tonngmbh.de/pdf/ti/tonn_informativ_012009_web.pdf

Was für ein Sumpf...und das in Deutschland.

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