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09.09.2011

06:37 Uhr

Solar Millenium

Utz Claassen erhebt schwere Vorwürfe

ExklusivDer frühere Chef des Kraftwerksbauers Solar Millennium Utz Claassen erhebt schwere Vorwürfe gegen den Aufsichtsrat des Erlanger Unternehmens. Und er empfiehlt sich für neue Aufgaben.

Utz Claassen meldet sich im Handelsblatt-Interview zu Wort. dpa

Utz Claassen meldet sich im Handelsblatt-Interview zu Wort.

Düsseldorf"Ein solches Ausmaß an Irrationalität und Täuschung habe ich noch nie erlebt“, sagte Claassen im Interview mit dem Handelsblatt.

Claassen hatte nach seinem abrupten Abgang bei Solar Millennium im vergangenen Jahr die Öffentlichkeit über seine Beweggründe lange im Unklaren gelassen. Jetzt bricht er im Handelsblatt-Interview sein Schweigen - pünktlich zum Start des Prozesses vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth, der heute beginnt.
In dem Prozess geht es um seine damalige Kündigung, um Millionenprämien und -abfindungen. Ihm geht es aber vor allem um eines: "Um Wahrheit und Rechtmäßigkeit", wie er betonte.

Claassen spricht von "Lügen" und "untergeschobenen Businessplänen", die weit von der Wirklichkeit entfernt waren. Und er empfiehlt sich für neue Aufgaben. "Ich bin jetzt 48 und fühle mich besser als je zuvor."

Kommentare (1)

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Walzer

17.09.2011, 15:37 Uhr

"Ein solches Ausmaß an Irrationalität habe ich noch nie erlebt“, sagt Claassen und gibt damit eine treffende Eigen-Diagnose ab. Ein Vertreter der deutschen Management-Elite, der glaubt ein Millionen- Salär wert zu sein, kann nicht ein Unternehmen mit einem tatsächlichen zweistelligen Millionen- Umsatz von einem mit angeblich über einer Milliarde unterscheiden? Das wäre jedem Kredit- Sachbearbeiter der örtlichen Sparkasse wohl nach einer kurzen Werksbesichtigung eher gelungen. In seiner Position wäre Herr Claassen auch für eventuelle Firmen- Übernahmen verantwortlich gewesen. Bei so wenig Einschätzungsvermögen muss einem da Angst und bange werden. Ein Manager wird eben genau dafür bezahlt, Dinge richtig einschätzen und antizipieren zu können. Jemand, der sich nach eigenen Angaben um einen Faktor 12 täuschen lässt und sich dann noch als Opfer darstellt, ist gleichermaßen bedauernswert wie gemeingefährlich.
Merke: Zu einer erfolgreichen Täuschung gehören immer zwei!
Wie schreibt Liz Mohn in der gleichen Ausgabe: Manager sollten wieder mehr ihrer Intution vertrauen. Wie wahr. Was unterscheidet einen Manager wie Claassen von der Familie Mohn? Der Manager arbeitet nur mit fremdem Geld!

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