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23.04.2013

15:48 Uhr

Solarfirma

Banken kündigen Sunways Millionenkredite

Für den Solarzellenhersteller Sunways wird es immer enger: Nun haben die Banken dem Unternehmen Kredite in großem Umfang gekündigt. Vor allem die Billigkonkurrenz aus Asien macht Sunways zu schaffen.

Das Logo der Sunways Production GmbH. dpa

Das Logo der Sunways Production GmbH.

KonstanzDie Situation bei Sunways spitzt sich zu: Wegen der Probleme in der Photovoltaikindustrie haben Banken der angeschlagenen Solarfirma Kredite über insgesamt 6,6 Millionen Euro gekündigt. Gleichzeitig wurde die Verwertung der von Sunways gestellten Sicherheiten eingeleitet, wie das Unternehmen am Dienstag in Konstanz mitteilte.

Um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern, verhandle der Vorstand der Sunways AG unabhängig davon weiter mit den Banken über die Rückführung des zum Zeitpunkt der Kündigung in Anspruch genommenen Kreditvolumens. Der Kreditrahmen von 6,6 Millionen Euro sei dabei voll ausgeschöpft worden. „Wir müssen schauen, wie wir aus der Situation rauskommen“, sagte ein Sprecher des Unternehmens. „Entweder finden wir eine Lösung mit den Banken oder innerhalb des Konzerns.“

Der Niedergang der deutschen Solarindustrie

13. Dezember 2011

Das Berliner Solarunternehmen Solon ist pleite. Die Aktiengesellschaft verbuchte 2011 einen Verlust von mehr als 200 Millionen Euro. Das indisch-arabische Unternehmen Microsol übernimmt Solon im März aus der Insolvenz. 433 von 471 Arbeitsplätzen in Berlin bleiben zunächst erhalten, der Standort Greifswald wird geschlossen. Für 2013 sieht das Unternehmen wieder Chancen auf einen Gewinn.

21. Dezember 2011

Der Erlanger Solarkraftwerk-Hersteller Solar Millennium beantragt die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, das im Februar 2012 eröffnet wird. Die Aktiengesellschaft mit 60 Mitarbeitern ist auf Solarthermie-Technik spezialisiert.

3. April 2012

Der einst weltgrößte Solarzellenhersteller Q-Cells in Bitterfeld-Wolfen beantragt Insolvenz. Das Unternehmen mit einst 1300 Jobs am Stammsitz galt lange als Sonnenstrahl in Sachsen-Anhalt. Ende August wird das Unternehmen vom südkoreanischen Mischkonzern Hanwha übernommen und ist damit vorerst gerettet, der größte Teil der Jobs bleibt erhalten.

17. April 2012

Das US-Unternehmen First Solar kündigt an, sein Werk in Frankfurt (Oder) schließen zu wollen. Ende Dezember ist für die Beschäftigten der letzte reguläre Arbeitstag. Bis spätestens Ende Mai 2013 verlieren damit alle 1200 Beschäftigten des Solarmodulherstellers ihren Job. Die Suche nach Investoren läuft aber weiter.

25. Juni 2012

Die Berliner Global Solar Energy Deutschland (GSED) mit 133 Mitarbeitern meldet Insolvenz an. Die Tochter der amerikanischen Global Solar Energy produzierte seit 2008 flexible Dünnschicht-Solarzellen.

10. Juli 2012

Die Berliner Global Solar Energy Deutschland (GSED) mit 133 Mitarbeitern meldet Insolvenz an. Die Tochter der amerikanischen Global Solar Energy produzierte seit 2008 flexible Dünnschicht-Solarzellen.

21. August 2012

Die Solarfirma Sovello in Sachsen-Anhalt stellt nach erfolgloser Investorensuche die Produktion ein. Den noch rund 1000 Mitarbeitern wird endgültig gekündigt. Sovello war eine Abspaltung des Ex-Weltmarktführers Q-Cells und hatte im Mai Insolvenz beantragt. Mitte Februar will der Insolvenzverwalter die Maschinen und das sonstige Inventar der Firma versteigern.

6. September 2012

Die EU-Kommission leitet ein Antidumping-Verfahren gegen die chinesische Solarbranche ein. Die Wettbewerbsbehörde will prüfen, ob die Asiaten mit zu niedrigen Preisen den Wettbewerb schädigen. Sie reagiert damit auf einen Antrag von europäischen Solarfirmen wie der Bonner Solarworld, die sich durch die Billigkonkurrenz aus China geschädigt fühlen. Eine Entscheidung über mögliche Strafzölle steht noch aus.

18. Oktober 2012

Der Solartechnikhersteller SMA Solar will sich von 450 seiner weltweit gut 5500 Mitarbeiter sowie von 600 Zeitarbeitern trennen. Denn für 2013 wird mit einem kräftigen Rückgang des Umsatzes gerechnet. Der nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei sogenannten Wechselrichtern, einer zentralen Komponente von Solarstromanlagen, hatte sich in der ersten Hälfte 2012 anders als viele Unternehmen der Branche noch relativ gut geschlagen.

23. Januar 2013

Der Technologieriese Bosch gibt bekannt, dass seine ab dem Jahr 2008 teuer aufgebaute Sonnenenergiesparte 2012 gut eine Milliarde Euro Verlust eingefahren hat. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) des in der schwächelnden Weltkonjunktur ohnehin unter Druck stehenden Konzerns sei entsprechend auf etwa eine Milliarde Euro eingebrochen (2011: 2,7 Mrd Euro). Das Traditionsunternehmen kündigt eisernes Sparen an. Zentraler Standort der Solartochter ist Thüringen. Bosch Solar Energy hatte nach aktuellsten Angaben des Konzerns mit Stand vom Dezember 2012 weltweit rund 3200 Mitarbeiter.

24. Januar 2013

Die Krise der Solarbranche bringt auch Solarworld immer stärker in Bedrängnis. Das einstige Vorzeigeunternehmen teilt mit, dass mit Gläubigern über einen Schuldenschnitt gesprochen werden solle. Es kommt auch zu weiteren Stellenstreichungen.

5.Juli 2013

Nachdem das Hamburger Solarunternehmen Conergy seit Jahren Verluste schrieb, meldete es am 5. Juli schließlich Insolvenz an. Bis zuletzt hatte das Unternehmen auf einen rettenden Investor aus Asien gesetzt, der Bankverbindlichkeiten ablösen und frisches Geld zuschießen sollte.

Beispielsweise könnte der Hauptaktionär von Sunways - die chinesische LDK Solar - für das Unternehmen einspringen. Ob es bereits Signale in diese Richtung gegeben habe, wollte der Sprecher nicht kommentieren. „Enger als jetzt standen wir nie im Kontakt“, sagte er. Mitglieder von LDK Solar sind sowohl im Aufsichtsrat als auch im Vorstand von Sunways vertreten.

Der Schritt der Banken sei zu diesem Zeitpunkt nicht zu erwarten gewesen, sagte der Sprecher. Der Konzern hatte die Kreditrahmen eigentlich für den Zeitraum bis September 2013 im zweiten Quartal 2012 mit den Banken vereinbart. Diese machten den Angaben nach nun von ihrem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch gemacht. Vor diesem Hintergrund wurde die für den 30. April anstehende Veröffentlichung des Jahresabschlusses auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Dem Unternehmen macht vor allem der Preiswettbewerb durch Billigkonkurrenz aus Asien schwer zu schaffen. Das Betriebsergebnis (Ebit) hatte Ende September bei einem Verlust von 24,5 Millionen Euro (2011: minus 21,6 Mio Euro) gelegen. Ende vergangenen Jahres beschäftigte der Konzern 265 Mitarbeiter.

Von

dpa

Kommentare (1)

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CB1

25.04.2013, 09:13 Uhr

Die Insolvenz scheint sich abzuzeichnen: Ich habe gerade versucht, meine Garantie-Ansprüche für meinen kaputten Wechselrichter anzumelden. Der Mitarbeiter an der Hotline hat mir die Weiterverbindung mit dem bzw. einen Rückruf vom verantwortlichen Herr Kötter verweigert. Er hat mir gesagt, dass Sunways keine Ersatzteile-geräte mkehr ausliefern darf, weil diese von den Banken als Sicherheit eingefroren sind. Das ist für mich ein deutliches Zeichen, dass Sunways am Ende ist.

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