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17.01.2014

12:59 Uhr

Solarworld

Bosch lässt sich Solar-Ausstieg einiges kosten

Der Technikkonzern Bosch zahlt dem Solarworld 130 Millionen Euro Mitgift für die Übernahme der Photovoltaikproduktion im thüringischen Arnstadt. Damit ist für Bosch das Kapitel Solarenergie abgeschlossen.

Das Logo der Solarworld AG:  Solarworld-Chef Frank Asbeck hatte nach der Übernahme der Solarsparte von Bosch von einer „honorigen Lösung“ gesprochen dpa

Das Logo der Solarworld AG: Solarworld-Chef Frank Asbeck hatte nach der Übernahme der Solarsparte von Bosch von einer „honorigen Lösung“ gesprochen

StuttgartDer Technikkonzern Bosch lässt sich den Ausstieg aus dem Solargeschäft einem Bericht zufolge einiges kosten. Für die Übernahme der Photovoltaikproduktion im thüringischen Arnstadt soll Bosch dem Solartechnikhersteller Solarworld eine Mitgift von bis zu 130 Millionen Euro zahlen, wie das „Wall Street Journal“ am Freitag unter Berufung auf mit dem Geschäft vertraute Personen berichtete. Das Bundeskartellamt hatte in dieser Woche grünes Licht für die Übernahme gegeben. Bosch wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

Der selbst angeschlagene Hersteller Solarworld hatte Ende November angekündigt, sich wesentliche Teile der defizitären Bosch-Solarsparte einzuverleiben. Solarworld-Chef Frank Asbeck hatte damals von einer „honorigen Lösung“ gesprochen, die die liquiden Mittel nicht beeinflusse. Aus Unternehmenskreisen war nun zu hören, dass Bosch tatsächlich eine Mitgift gezahlt habe. Eine konkrete Summe wurde aber nicht genannt.

Der Sanierungsplan von Solarworld

Schuldenschnitt

Kernpunkte sind ein Schuldenschnitt und eine erhebliche Abwertung der Aktien im Verhältnis 1:20. Der Anteil des Gründers Frank Asbeck schrumpft beispielsweise dadurch von 28 auf 1,4 Prozent.

Neue Aktien

Gleichzeitig werden 55 Prozent der Schulden in neue Aktien umgewandelt. Außerdem steigt Qatar Solar als neuer Großinvestor mit einem Anteilspaket ein. Asbeck erwirbt für 10 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen neue Anteile.

Neue Verhältnisse

Falls die Gremien zustimmen, sehen die Eigentümerverhältnisse dann so aus: 5 Prozent Alt-Aktionäre, davon 1,4 Prozent Asbeck Altbestand 19,5 Prozent Asbeck neu dazugekauft 29 Prozent Qatar 46,5 Prozent Neu-Aktionäre - ehemalige Gläubiger

Aufsichtsrat

An der Spitze des Aufsichtsrates soll künftig ein Vertreter der Gläubiger stehen.

Dem Bericht zufolge will Bosch damit vor allem seinen früheren Standort schützen: Demnach darf Solarworld die thüringischen Anlagen mehrere Jahre lang nicht als Sicherheit für seine Verbindlichkeiten führen. Damit will Bosch dem Blatt zufolge verhindern, dass die Produktion in die Hände der Gläubiger des Unternehmens fällt. Der Bonner Hersteller hatte erst im August eine drohende Insolvenz abwenden können.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

17.01.2014, 12:25 Uhr

Die angestellten Manager Fehrenbach und Dais, die das Solardesaster angerichtet haben, sitzen mittlerweile im Aufsichtsrat.
Bravo, Bosch!
So geht perfektes Mißmanagement!

Account gelöscht!

17.01.2014, 16:17 Uhr

Die Grünen haben uns doch immer boomende Solar-Arbeitsplätze versprochen. Und nun bezahlt jemand auch noch Geld dafür, dieses "Boom-Geschäft" endlich loszuwerden - und das trotz gigantischer Subventionen....Unfasslich.

Bosch kehrt um. Wann kehrt Deutschland endlich um?

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