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25.01.2013

18:41 Uhr

Solarworld-Chef Asbeck

Der Sturz des Sonnenkönigs

VonDana Heide

Der Niedergang von Solarworld ist auch ein persönlicher Schlag für Unternehmenschef Frank Asbeck. Wie kein anderer personifiziert er den rasanten Aufstieg der Branche. Doch Asbeck hat schon einen Sündenbock gefunden.

Hat wenig zu lachen in diesen Tagen: Solarworld-Chef Frank Asbeck.

Hat wenig zu lachen in diesen Tagen: Solarworld-Chef Frank Asbeck.

DüsseldorfFrank Asbeck hat ein klares Feindbild: die Chinesen. „Mir tut es weh, was mit unserer Branche geschieht“, sagte der Solarworld-Chef vergangenen Monat dem „Manager Magazin“. „All das, was wir deutschen Pioniere 30 Jahre lang an Aufbauarbeit betrieben haben, die ganze Forschung, unser Wissen, all das liefern wir den Chinesen aus.“

Asbeck ist bekannt für seine klaren und lauten Töne. Der Unternehmer inszeniert sich gerne und war lange Zeit Aushängeschild für die Solarbranche, wurde gar als „Sonnenkönig“ bezeichnet. Nun stemmt er sich mit seinen deutschen Konkurrenten gegen den Abstieg.

Der Niedergang der deutschen Solarindustrie

13. Dezember 2011

Das Berliner Solarunternehmen Solon ist pleite. Die Aktiengesellschaft verbuchte 2011 einen Verlust von mehr als 200 Millionen Euro. Das indisch-arabische Unternehmen Microsol übernimmt Solon im März aus der Insolvenz. 433 von 471 Arbeitsplätzen in Berlin bleiben zunächst erhalten, der Standort Greifswald wird geschlossen. Für 2013 sieht das Unternehmen wieder Chancen auf einen Gewinn.

21. Dezember 2011

Der Erlanger Solarkraftwerk-Hersteller Solar Millennium beantragt die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, das im Februar 2012 eröffnet wird. Die Aktiengesellschaft mit 60 Mitarbeitern ist auf Solarthermie-Technik spezialisiert.

3. April 2012

Der einst weltgrößte Solarzellenhersteller Q-Cells in Bitterfeld-Wolfen beantragt Insolvenz. Das Unternehmen mit einst 1300 Jobs am Stammsitz galt lange als Sonnenstrahl in Sachsen-Anhalt. Ende August wird das Unternehmen vom südkoreanischen Mischkonzern Hanwha übernommen und ist damit vorerst gerettet, der größte Teil der Jobs bleibt erhalten.

17. April 2012

Das US-Unternehmen First Solar kündigt an, sein Werk in Frankfurt (Oder) schließen zu wollen. Ende Dezember ist für die Beschäftigten der letzte reguläre Arbeitstag. Bis spätestens Ende Mai 2013 verlieren damit alle 1200 Beschäftigten des Solarmodulherstellers ihren Job. Die Suche nach Investoren läuft aber weiter.

25. Juni 2012

Die Berliner Global Solar Energy Deutschland (GSED) mit 133 Mitarbeitern meldet Insolvenz an. Die Tochter der amerikanischen Global Solar Energy produzierte seit 2008 flexible Dünnschicht-Solarzellen.

10. Juli 2012

Die Berliner Global Solar Energy Deutschland (GSED) mit 133 Mitarbeitern meldet Insolvenz an. Die Tochter der amerikanischen Global Solar Energy produzierte seit 2008 flexible Dünnschicht-Solarzellen.

21. August 2012

Die Solarfirma Sovello in Sachsen-Anhalt stellt nach erfolgloser Investorensuche die Produktion ein. Den noch rund 1000 Mitarbeitern wird endgültig gekündigt. Sovello war eine Abspaltung des Ex-Weltmarktführers Q-Cells und hatte im Mai Insolvenz beantragt. Mitte Februar will der Insolvenzverwalter die Maschinen und das sonstige Inventar der Firma versteigern.

6. September 2012

Die EU-Kommission leitet ein Antidumping-Verfahren gegen die chinesische Solarbranche ein. Die Wettbewerbsbehörde will prüfen, ob die Asiaten mit zu niedrigen Preisen den Wettbewerb schädigen. Sie reagiert damit auf einen Antrag von europäischen Solarfirmen wie der Bonner Solarworld, die sich durch die Billigkonkurrenz aus China geschädigt fühlen. Eine Entscheidung über mögliche Strafzölle steht noch aus.

18. Oktober 2012

Der Solartechnikhersteller SMA Solar will sich von 450 seiner weltweit gut 5500 Mitarbeiter sowie von 600 Zeitarbeitern trennen. Denn für 2013 wird mit einem kräftigen Rückgang des Umsatzes gerechnet. Der nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei sogenannten Wechselrichtern, einer zentralen Komponente von Solarstromanlagen, hatte sich in der ersten Hälfte 2012 anders als viele Unternehmen der Branche noch relativ gut geschlagen.

23. Januar 2013

Der Technologieriese Bosch gibt bekannt, dass seine ab dem Jahr 2008 teuer aufgebaute Sonnenenergiesparte 2012 gut eine Milliarde Euro Verlust eingefahren hat. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) des in der schwächelnden Weltkonjunktur ohnehin unter Druck stehenden Konzerns sei entsprechend auf etwa eine Milliarde Euro eingebrochen (2011: 2,7 Mrd Euro). Das Traditionsunternehmen kündigt eisernes Sparen an. Zentraler Standort der Solartochter ist Thüringen. Bosch Solar Energy hatte nach aktuellsten Angaben des Konzerns mit Stand vom Dezember 2012 weltweit rund 3200 Mitarbeiter.

24. Januar 2013

Die Krise der Solarbranche bringt auch Solarworld immer stärker in Bedrängnis. Das einstige Vorzeigeunternehmen teilt mit, dass mit Gläubigern über einen Schuldenschnitt gesprochen werden solle. Es kommt auch zu weiteren Stellenstreichungen.

5.Juli 2013

Nachdem das Hamburger Solarunternehmen Conergy seit Jahren Verluste schrieb, meldete es am 5. Juli schließlich Insolvenz an. Bis zuletzt hatte das Unternehmen auf einen rettenden Investor aus Asien gesetzt, der Bankverbindlichkeiten ablösen und frisches Geld zuschießen sollte.

Solarworld steht das Wasser bis zum Hals. Damit der Solarkonzern überlebe, sei eine Restrukturierung der Verbindlichkeiten sowie ein Umbau des Geschäfts erforderlich, teilte Solarworld am Donnerstagabend mit. Seinen Kapitalgebern will der Konzern, der Ende September knapp 2.500 Beschäftigte zählte, nun weitreichende Zugeständnisse abtrotzen. Von Januar bis September 2012 verbuchte Solarworld einen operativen Verlust von 189,6 Millionen Euro und verbrannte 60 Prozent seiner liquiden Mittel sowie 40 Prozent des Eigenkapitals.

Für Asbeck ist China schuld an der Misere seines Unternehmens. Er warf der chinesischen Solarbranche in den vergangenen Monaten immer wieder vor, eine „ruinöse Abwärtsspirale“ in Gang gesetzt zu haben. Dies sei nur mit staatlicher Hilfe möglich, denn auch die Chinesen seien keine „Hexenmeister“.

Kommentare (38)

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Ronny

25.01.2013, 19:03 Uhr

Manchmal wundert mich die Blindheit von Unternehmen.
Es ist nichts neues, dass man Low- und Middle Tec. in Europa nich erfolgreich fertigen kann, wenn es mit der Massenfertigung losgeht und schon gar nicht in so einem uniformen Bereich wie Solartechnik, Energieerzeugung etc, Bei Fahrzeugen spielt noch die Marke und das Design eine grössere Rolle, doch auch hier konnten sich deutsche Unternehmen nur mit einem Mix von inländsicher und ausländischer Produktion behaupten.
Aber wie gesagt, Solartechnik ist uniform, hier spielen Kosten, Leistung und Service eine Rolle.
Als die Deutschen Top waren, haben sie nicht agressiv die Welt versucht zu erobern, warum auch, durch die deutsche Förderung machte das ganze doch hier viel mehr Spass.
Frank Asbeck und Solarworld ist Geschichte, letztedlich wird er die Marke an Ausländer vkaufen üssen um zu retten was zu retten ist, da er für die globale Expansion kein Geld mehr hat.
Er sollte das so schnell wie möglich machen, so kann er vielleicht noch manchen Arbeitsplatz im Bereich Entwicklung und Forschung hier tten.
Aber na ja, geforscht hat man hier ehh viel, von einigen Universitäten und Frauenhofer Instituten mal abgesehen.

THHL

25.01.2013, 19:13 Uhr

Das war's; ohne Kapitalerhöhung wird Solarworld dieses Jahr pleite gehen.

Account gelöscht!

25.01.2013, 19:35 Uhr

Dieser Hobbyjäger, der in besseren Zeiten in Bonn einen Zoo für Löwen errichten wollte, beschwert sich jetzt über die staatlichen Subventionen in China.
Seinen ganzen persönlichen Reichtum, sein Gesicht in allen Zeitungen, das verdankt er nur den Subventionen, die er selbst einstreichen konnte.
Ein erfolgreicher Unternehmer war er nie, nur ein erfolgreicher Blender.

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