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25.01.2013

12:57 Uhr

Solarworld-Chef Asbeck

„Eine Insolvenz droht nicht“

VonMartin Murphy

ExklusivNach der Hiobsbotschaft vom Vortag versucht Solarworld-Chef Frank Asbeck, die Anleger seines Unternehmens zu beruhigen. Solarworld sei im Kern gesund, helfen würde ihm aber dennoch eine staatliche Maßnahme.

Solarworld-Chef Frank Asbeck: „Wir haben eine positive Fortführungsprognose.“ ZB

Solarworld-Chef Frank Asbeck: „Wir haben eine positive Fortführungsprognose.“

FrankfurtSolarworld-Chef Frank Asbeck sieht keine Pleitegefahr bei der von ihm gegründeten Solarfirma. „Eine Insolvenz droht nicht“, sagte er Handelsblatt Online. Das Unternehmen verfüge über ausreichend Liquidität. „Diese liegt ungefähr auf dem Stand des dritten Quartals.“ Ende September hatte Solarworld 232 Millionen Euro in der Kasse.

Mit einer Pflichtmitteilung vom Donnerstagabend hatte Solarworld bekannt gegeben, dass mit den Gläubigern über eine Reduzierung der Schulden geredet werden soll. „Wir haben den Schritt proaktiv gemacht, weil wir auf der Passivseite eine Entlastung brauchen“, sagte Asbeck. Im Kern geht es um die ausstehenden Anleihen, die in Summe ein Volumen von 900 Millionen Euro haben. Diese machen den Großteil der Verbindlichkeiten aus, die Ende September bei 1,04 Milliarden Euro gelegen hatten.

Asbeck betonte, dass Solarworld im Kern gesund sei. „Wir müssen operativ einige Anpassungen machen, die werden nun kommen.“ Dies sei dem Unternehmen in unabhängigen Gutachten bescheinigt worden. „Wir haben eine positive Fortführungsprognose.“

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Asbeck kündigte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters zudem weitere Stellenstreichungen an, um die Kosten zu senken. Sie fielen aber nicht so stark wie im vergangenen Jahr aus. „Der wesentliche Stellenabbau wurde bereits 2012 umgesetzt“, betonte er. Der einstige Börsenstar hatte dem Preiskampf und den steigenden Verlusten bereits 2011 Tribut gezollt und Fertigungslinien in Deutschland und den USA stillgelegt. Damals mussten 500 Mitarbeiter gehen. 2012 setzte Asbeck erneut den Rotstift an und strich weitere zehn Prozent der Stellen. Im Herbst beschäftigte Solarworld noch knapp 2500 Mitarbeiter.

Kommentare (13)

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HofmannM

25.01.2013, 13:22 Uhr

Das von Hr. Aspeck marktfremde Schneeballsystem hat zwei Schwachstellen.
1. Der Photovoiltaikverkauf ist auf Gedeih und Verberb auf die EEG-Subventionen (Einspeisevergütungen durch EEG-Zwangsabgaben in Verbindung mit einer 20 jährigen staatlichen festen Zuschreibung) gekettet. Ohne die EEG-Subventionszahlungen an die Käufer von Solarzellen würde dieses Vertriebssystem und damit die Firma Solarworld gar nicht erst existieren.
2. Ist es die starke chinesische Konkurrenz. Die hat dieses Schneeballsystem erkannt und sich drangehängt. Mit niedrigeren Preisen durch niedrigere Löhne und Abgaben haben Chinesen Stück für Stück am EEG-Subventionsmodell der deutschen Politik auf Kosten der Stromkunden (Strompreiserhöhungen) mit verdient.
Solarworld kann weder niedrigere Löhne noch Abgaben zahlen.
Somit kann Hr. Aspeck nur mit Stellenabbau darauf reagieren. Dies wird er jedoch nicht lange durchhalten können und die Spirale der Insolvenz ist damit schon lange in Gang gesetzt worden!

Eine wirtschaftliche Zukunft war, ist und bleibt für die Solar- und die Windbranche, ohne die staatlichen Subventionszahlungen durch das EEG, eine Mär von marktwirtschaftlichen Erfolg. Und nur dieser Erfolg ist nachhaltig, der im freien marktwirtschafltichen Wettbewerb bestehen kann. Und das heißt auf gut deutsch...Schafft das EEG ab und ihr erkennt den wirklichen Wert der Solar- und Windbranche!

Weg-mit-dem-EEG

25.01.2013, 14:05 Uhr

Ein Quotenmodell, wie es die Monopolkommission vorschlägt, wäre sinnvoll. Dann würden sich die effizientesten Technologien im Wettbewerb untereinander bei den Erneuerbaren Energien durchsetzen.

Natürlich ist die Solarbranche und Ihr Lobbyverein BSW strikt dagegen, weil man hier die schlechtesten Karten hätte.

sailing

25.01.2013, 14:06 Uhr

Wo sind denn nun die "Politiker" die von Systemrelevanten Unternehmen sprechen, deren Businessmodell auf Subventionen aufgebaut ist?

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