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14.07.2015

12:46 Uhr

Sondergebühr für Flugtickets

Protest gegen Lufthansa-Gebühr wächst

Die Lufthansa plant eine Sondergebühr für Tickets, die über ein globales Reservierungssystem gebucht werden. Damit stößt die Fluglinie nicht nur bei hiesigen Reisebüros und -verbänden auf heftige Kritik.

Buchen Kunden ihr Lufthansa-Ticket über ein globales Reservierungssystem, sollen sie dafür künftig eine Sondergebühr zahlen. Reuters

Ticketschalter der Lufthansa

Buchen Kunden ihr Lufthansa-Ticket über ein globales Reservierungssystem, sollen sie dafür künftig eine Sondergebühr zahlen.

Frankfurt/BerlinPläne der Lufthansa zu zusätzlichen Gebühren für bestimmte Flugtickets stoßen auch bei Reisebüros in Österreich und der Schweiz auf Ablehnung. Die nationalen Reiseverbände haben sich dem Protest des deutschen Reiseverbandes (DRV) angeschlossen, wie dieser am Dienstag in Berlin mitteilte.

Der Luftverkehrskonzern mit starken Tochtergesellschaften in den Alpenländern will ab September eine Extragebühr von 16 Euro pro Ticket erheben, das über globale Reservierungssysteme (GDS) gebucht wird. Die Verbände sehen darin eine einseitige Benachteiligung dieses Vertriebskanals, an dem unter anderen Geschäftsreisebüros wie auch Internetportale hängen. Sie verlangen, dass Lufthansa auf die zum 1. September angekündigte Gebühr verzichtet und Verhandlungen mit den GDS-Anbietern aufnimmt.

Die vielen Baustellen der Lufthansa

Schwieriger Konzernumbau

Carsten Spohr will die Lufthansa wetterfest machen für die Zukunft, denn der Konkurrenzkampf über den Wolken ist hart. Der Umbau des größten europäischen Luftverkehrskonzerns ist eine Mammutaufgabe. Längst noch nicht alle Probleme sind gelöst. Das sind die Baustellen der Lufthansa.

Quelle: dpa

Billig-Airlines

Vor allem der größte europäische Player im Billigsegment, Ryanair, heizt den Wettbewerb an. Nachdem die Iren über Jahre vor allem auf kleinere Flughäfen in der Provinz gesetzt hatten, bedienen sie nun zunehmend auch große Flughäfen wie Berlin oder Köln. Zudem bieten inzwischen auch Billig-Airlines gegen entsprechenden Preisaufschlag Leistungen an, die sich vor allem an Geschäftsreisende richten – ein Segment, in dem vor allem etablierte Fluggesellschaften unterwegs sind.

Expansive arabische Konkurrenten

Emirates, Qatar Airways und Etihad punkten vor allem auf der lukrativen Langstrecke. Die Airlines vom arabischen Golf haben rasante, von den Herrscher-Familien unterstützte Wachstumspläne. Weite Teile des Verkehrs nach Südostasien und Ozeanien haben sie bereits fest im Griff und bei einigen europäischen Airlines sitzen sie mit am Steuerknüppel – zum Beispiel Etihad bei Air Berlin oder Alitalia.

Probleme mit dem Personal

Ein Tarifkonflikt ist nach wie vor ungelöst: Der Dauerstreit mit den Piloten kann nach bisher 13 Streikrunden jederzeit wieder eskalieren. Die Kabinengewerkschaft UFO war im November in einen einwöchigen Streik getreten, einigte sich mit Lufthansa im Januar aber auf Eckpunkte eines neuen Tarifvertrags. Für das Bodenpersonal gab es zuvor schon eine Einigung mit der Gewerkschaft Verdi.

Das komplizierteste Thema bei den Piloten sind die vom Unternehmen zum Jahresende 2013 gekündigten Betriebs- und Übergangsrenten. Lufthansa will künftig nur noch feste Arbeitgeberbeiträge zahlen, aber nicht mehr für die endgültige Rentenhöhe garantieren.

Eurowings-Konzept

Neben der klassischen Premium-Lufthansa baut Lufthansa-Chef Spohr eine Billigschiene mit Eurowings auf, die im Europa-Verkehr Ryanair oder Easyjet Paroli bieten soll. Kern des Konzepts ist „Eurowings Europe“ mit Sitz in Wien. Derzeit stellt sie Piloten zu deutlich geringeren Gehältern ein, als bei der Lufthansa-Mutter gezahlt werden.

Der Konzernumbau belastet die Tarifverhandlungen, insbesondere mit den Piloten. Außerdem läuft es bei Eurowings selbst noch nicht rund. Die neue Billig-Airline hat mit Verspätungen auf ihren Fernflügen zu kämpfen.

Germanwings-Absturz

Der vom Co-Piloten Andreas L. im Frühjahr herbeigeführte Absturz einer Germanwings-Maschine mit 150 Toten war das größte Unglück in der Geschichte des Lufthansa-Konzerns. Finanzielle Soforthilfe von zunächst 50.000 Euro pro Opfer wurde schnell auf den Weg gebracht. Um Schmerzensgeldzahlungen ist allerdings ein Millionenpoker entbrannt. Opfer-Anwälte lehnten die Lufthansa-Vorschläge als zu niedrig ab.

Lufthansa hat die neue Gebühr mit zu hohen Zahlungen an die wenigen GDS-Anbieter begründet. Kunden wie auch Reise-Agenten würden aber zuschlagfreie Buchungsmöglichkeiten über die firmeneigenen Web-Portale angeboten. Das überzeugt die Reiseverbände nicht: Damit entfielen die unmittelbare Vergleichbarkeit zu den Preisen der Konkurrenz sowie zahlreiche technische Vorteile der GDS-Buchungen etwa bei der Rechnungsabwicklung.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr A Kurzer

14.07.2015, 13:00 Uhr

Die Begründung der LH ist der blanke Hohn. Wie schon einmal in einem anderen Artikel zu dieser Airline erwähnt, die LH ist ein Auslaufmodell die kein Mensch mehr braucht. Von daher können die Gebühren erfinden wie sie wollen, ich zahle die Marotten der LH Mitarbeiter jedenfalls nicht (mehr).

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