Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.01.2008

13:02 Uhr

Spanische Biotech-Unternehmerin

Cristina Garmendia will 2008 an die Börse

VonAnne Grüttner

Blondes, langes Haar umrahmt ein schmales Gesicht, das graue Kostüm ist zurückhaltend elegant. Die spanische Unternehmerin Cristina Garmendia wirkt in ihrem hellen Chef-Büro ihrer Firma Genetrix in Madrid selbstbewusst. Und das darf sie auch sein: Genetrix ist eines der führenden Biotech-Unternehmen in Spanien, und 2008 will Garmendia ihren Aufstieg krönen: per Börsengang.

MADRID. Garmendias Karriere beweist: Wo sie Schwächen entdeckt, handelt sie, auch bei sich selbst. Bevor sich die junge Biologin einst in die Gründung von Genetrix stürzte, machte sie erst einmal einen MBA: "Ich wusste viel von Molekularbiologie, aber nichts über Unternehmensführung", sagt die 44-Jährige heute. "Mit dem MBA kam die Verbindung zwischen der Finanzwelt und der Forschung."

Rasch machte die Baskin im spanischen Biotech-Sektor zwei Schwächen aus: Mangel an guten Managern und Mangel an Finanzierung. Mit der Gründung von Genetrix im Jahr 2001 suchte sie, die erste Lücke zu schließen. Kopf des Unternehmens ist ein Team erfahrener Biotech-Manager, die öffentlichen oder privaten Forschungsprojekten unter die Arme greifen: "Wir transferieren unsere Manager, bis die Unternehmen irgendwann allein laufen können", erläutert Garmendia.

Auf diese Weise brachte Genetrix bereits zwei führende Unternehmen hervor: Cellerix, das wichtigste pharmazeutische Unternehmen im Bereich Zelltherapie in Spanien, sowie Biotherapix, das an Wirkstoffen im Bereich Antikörper und Immunreaktion arbeitet. Heute ist die Genetrix-Gruppe eine der führenden Biotech-Firmen Spaniens. Der zweite Schritt war die Finanzierung. Garmendia ist Mitbegründerin des ersten Biotech-Fonds Spaniens, "Ysios Capital Partners", mit einem Volumen von 65 Millionen Euro.

2007 gelang es ihr, erstmals namhafte ausländische Biotech-Fonds für ein spanisches Projekt zu mobilisieren: Der französische Fonds Ventech, der niederländische Life Sciences Partners und Novartis Venture Fund stellten 27 Millionen für die klinische Entwicklung der Stammzellentherapie Cx401 bereit, des Hauptprodukts von Cellerix. "Das ist eine wunderbare Nachricht für die gesamte Branche", sagt Garmendia.

Ihr Enthusiasmus steckt an. "Cristina ist von den Genetrix-Gründern die aktivste", sagt der deutsche Wissenschafter Dirk Büsche, der bei Cellerix arbeitet. "Sie ist eine sehr gut vernetzte Persönlichkeit, ihre Kontakte sind einfach super." Noch immer haben es ehrgeizige Frauen in Spanien nicht leicht, weiß Garmendia. Von Frauenförderung hält die Unternehmerin daher viel, von Quotenregeln jedoch wenig: "Da müssen Frauen ständig beweisen, dass sie nicht nur wegen der Quote dort sind, wo sie sind."

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×