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16.05.2013

20:50 Uhr

Spanische Sparkassenkette

Untersuchungshaft für Ex-Chef von Caja Madrid

Er soll als Chef der Sparkassenkette Caja Madrid in leichtfertiger Form Verluste von bis zu einer halben Milliarde Euro verursacht haben: Jetzt muss Miguel Blesa deshalb in U-Haft.

Ex-Caja-Madrid-Chef Miguel Blesa: Er muss in Untersuchungshaft. dpa

Ex-Caja-Madrid-Chef Miguel Blesa: Er muss in Untersuchungshaft.

MadridEin spanischer Ermittlungsrichter hat Untersuchungshaft für den früheren Chef der Sparkassenkette Caja Madrid, Miguel Blesa, angeordnet. Wie der staatliche Radiosender RNE und andere Medien am Donnerstag unter Berufung auf Justizkreise berichteten, werden dem 65-Jährigen Unregelmäßigkeiten bei der Übernahme der amerikanischen City National Bank of Florida zur Last gelegt. Blesa hatte von 1996 bis 2010 an der Spitze der Caja Madrid gestanden, die zu den größten Geldinstituten in Spanien gehörte und aus der die Großbank Bankia hervorging. Sein Nachfolger war der frühere Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Rodrigo Rato.

Gegen Blesa hatte der Madrider Richter Elpidio Silva bereits wegen des Verdachts eines verantwortungslos vergebenen Kredits in Höhe von 26,6 Millionen Euro an die kurz danach Pleite gegangene Reisebüro-Kette Marsans ermittelt. Nun gab Silva einem Antrag der rechten Beamtengewerkschaft „Manos Limpias“ statt, die Untersuchungen auf das 2008 geschlossene City-National-Geschäft auszuweiten.

Die größten Sparkassen Deutschlands

Die Sparkasse Bremen AG

Mit einer Bilanzsumme von 10,7 Milliarden Euro (2011) ist die Sparkasse Bremen die zehntgrößte Sparkasse in Deutschland. In dem kleinen Bundesland arbeiten 1.558 Menschen bei der Sparkasse.

Ostsächsische Sparkasse Dresden

Die Sparkasse in der sächsischen Landeshauptstadt kam im Jahr 2011 auf eine Bilanzsumme von 11,8 Milliarden Euro. Bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden arbeiten 1.708 Angestellte in 142 Filialen.

Nassauische Sparkasse

2011 kam die Nassauische Sparkasse mit Sitz in Wiesbaden auf eine Bilanzsumme von 11,9 Milliarden Euro. Sie kommt auf 225 Filialen - so viele wie keine andere Sparkasse.

Stadtsparkasse Düsseldorf

Mit einer Bilanzsumme von 12,1 Milliarden Euro liegt die Stadtsparkasse Düsseldorf auf Rang 7.

Sparkasse Hannover

Die Sparkasse Hannover ist die sechstgrößte Sparkasse in Deutschland. Das Geldhaus in der niedersächsischen Landeshauptstadt hat 2011 eine Bilanzsumme von 12,8 Milliarden Euro ausgewiesen.

Stadtsparkasse München

Die Stadtsparkasse München ist – wenig überraschend – das größte Mitglied des Sparkassenverbands Bayern. Deutschlandweit reicht es mit einer Bilanzsumme von 15,7 Milliarden Euro für Rang fünf.

Frankfurter Sparkasse

Die viertgrößte Deutsche Sparkasse liegt in Hessen. Die Frankfurter Sparkasse kommt auf eine Bilanzsumme von rund 17,9 Milliarden Euro - mit 1.718 Mitarbeitern. In München sind es zum Vergleich 3083 Angestellte.

Kreissparkasse Köln

Die Kreissparkasse Köln auf Rang drei knackt als erste die Marke von 20 Milliarden Euro. Im Jahr 2011 hat sie eine Bilanzsumme von rund 25,2 Milliarden Euro ausgewiesen.

Sparkasse KölnBonn

Rang zwei geht nach Köln. Die Sparkasse KölnBonn ist mit 29,6 Milliarden Euro (2011) noch ein bisschen größer als die Kreissparkasse Köln.

Hamburger Sparkasse

Mit Abstand die größte Sparkasse in Deutschland ist die Hamburger Sparkasse. Die Haspa kam im Jahr 2011 auf eine Bilanzsumme von 39,5 Milliarden Euro. Sie hat auch die meisten Angestellten aller Sparkassen - 5724 Mitarbeiter.

Wie die Zeitung „El País“ unter Berufung auf Kreise der Ermittler schrieb, soll Blesa bei der Übernahme des US-Instituts einen stark überhöhten Preis bezahlt und so in zumindest leichtfertiger Weise Verluste von bis zu 500 Millionen Euro verursacht haben. Das Geschäft sei nämlich zum Buchwert (1,12 Milliarden Dollar) erfolgt, ohne dass die Verschlechterung des Firmenwerts von City National berücksichtigt worden sei, heißt es.

Blesa gilt seit vielen Jahren als Vertrauter von Ex-Regierungschef José María Aznar (1996-2004). Er wurde am Donnerstag vom Richter verhört, der aufgrund der Gefahr von Flucht und von Zerstörung von Beweismaterial eine Kaution von 2,5 Millionen Euro festsetzte.

Die Ende 2010 als Zusammenschluss von Caja Madrid und sechs weiteren Finanzinstituten ins Leben gerufene und Mitte vorigen Jahres verstaatlichte Bankia erlitt 2012 einen Rekordverlust von 19,2 Milliarden Euro. Die BFA/Bankia-Gruppe hatte Ende Dezember 2012 von der EU Hilfskredite in Höhe von fast 20 Milliarden Euro erhalten.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Mazi

20.05.2013, 10:46 Uhr

Wer denkt da in Deutschland nicht sofort an die Übernahmen der Dresdner Bank und letztlich die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank.

Der Hinweis im Artikel auf Sparkassen ist vom Autor für den Leser eine falsche Fährte.

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