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16.01.2008

12:01 Uhr

Spanischer Wahlkampf

Früherer Endesa-Chef geht in die Politik

VonAnne Grüttner

Manuel Pizarro wird für Spaniens Konservative bei der Parlamentswahl antreten. Der 56-jährige wird schon als kommender Wirtschaftsminister gehandelt. Seine Biographie zeigt, dass Pizarro schon immer an der Schwelle zwischen Unternehmertum und Wirtschaft stand.

Von der Wirtschaft in die Politik: Ex-Manager und Neu-Politiker Manuel Pizarro. Foto: ap ap

Von der Wirtschaft in die Politik: Ex-Manager und Neu-Politiker Manuel Pizarro. Foto: ap

MADRID. Der ehemalige Präsident des Energieversorgers Endesa, Manuel Pizarro, kandidiert für das spanische Parlament. Falls die konservative Volkspartei PP die Wahlen am 9. März gewinnt, soll der 56-Jährige nach Medienberichten Vizepremier und Wirtschaftsminister werden. PP-Chef Mariano Rajoy stellte Pizarro gestern zunächst nur als Kandidaten seiner Partei für das Parlament vor.

Der Ex-Wirtschaftsboss hat vor allem durch seine Rolle während der Übernahmeschlacht um Endesa an politischem Profil gewonnen. Doch auch vorher bewegte er sich beruflich immer an der Schwelle zwischen Unternehmertum und Politik. „Wir wussten immer, dass Manuel Pizarro ein Politiker ist“, spottete denn auch José Blanco, der Parteisekretär der regierenden Sozialistischen Partei (PSOE). „Jetzt hat er endlich die Maske vom Kopf gezogen. “

Schon 1996 hatte der damalige konservative Regierungschef José Maria Aznar seinem Freund Pizarro ein politisches Amt angeboten. Doch der ausgebildete Staatsanwalt schlug aus und wurde stattdessen wenige Jahre später von Aznars Wirtschaftsminister Rodrigo Rato an die Spitze des privatisierten Stromkonzerns Endesa gesetzt.

Die große Stunde des als umgänglich geltenden, aber wenn nötig knallhart agierenden Pizarro kam 2005, als der katalanische Stromversorger Gas Natural sein Übernahmeangebot für Endesa machte. Mittlerweile stand der Sozialist José Luis Rodriguez Zapatero an der Spitze der spanischen Regierung, und die Übernahme hatte das Plazet sowohl von der Zentralregierung in Madrid als auch von der katalanischen Regionalregierung erhalten.

Pizarro dagegen wetterte, Gas Natural biete einen „lächerlichen Preis“ für den Versorger. Berühmt wurde sein medienwirksamer Auftritt im September 2005, als er sich eine spanische Verfassung unter den Arm klemmte, die geplante Übernahme als verfassungswidrig brandmarkte und die mangelnde Rechtssicherheit in Spanien beklagte.

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