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15.05.2012

16:09 Uhr

Sparkassen-Präsident

Fahrenschon tritt schwieriges Erbe an

Georg Fahrenschon ist ab Mittwoch neuer Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes und damit oberster Repräsentant - die Erwartungen an ihn sind riesig.

Die Erwartungen an Georg Fahrenschon sind riesig. dpa

Die Erwartungen an Georg Fahrenschon sind riesig.

BerlinDie Erwartungen an Georg Fahrenschon sind riesig. Am heutigen Dienstag wurde der CSU-Politiker im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt feierlich als Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) inthronisiert.

Für die offizielle Verabschiedung am 22. Mai hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel angekündigt und viele im öffentlich-rechtlichen Bankenlager hoffen, dass der 44-Jährige dem Amt auch in den darauffolgenden Jahren mehr Glanz verleihen wird als je zuvor. Neben der Stärkung der Sparkassen und der Abwehr zu harter regulatorischer Auflagen steht auf Fahrenschons Zettel auch eine Aufgabe, an der sich bereits sein Vorgänger Heinrich Haasis die Zähne ausgebissen hat: die Bereinigung des deutschen Landesbanken-Sektors, um starke und stabile Institute zu schaffen.

Die Chancen, dass Fahrenschon den gordischen Knoten zerschlagen kann, sind aus Sicht von Insidern und Experten allerdings äußert gering. „Die Lage ist in der Amtszeit von Haasis eher komplizierter geworden, da die Eigentumsverhältnisse bei den Landesbanken heute sehr unterschiedlich sind“, sagt Bankenexperte Martin Faust von der Frankfurt School of Finance and Management. „Es ist deshalb unwahrscheinlich, dass alle an einem Strang ziehen - die einzelnen Institute verfolgen schließlich völlig unterschiedliche Interessen.“

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In seinem neuen Amt will Haasis vor allem stabilisierend eingreifen.

In der Finanzkrise mussten mehrere Bundesländer ihre Landesbanken vor dem Aus retten, andere schossen Geld nach, damit die Institute die höheren Eigenkapitalanforderungen der europäischen Aufseher erfüllen. In der Folge sind die Bundesländer heute Mehrheitseigner der BayernLB, der NordLB und der HSH Nordbank. Bei der LBBW hat das Land zusammen mit der Stadt Stuttgart eine Mehrheit. Bei der Helaba geben die Sparkassen aus Hessen und Thüringen den Ton an.

Die einzigen öffentlich-rechtlichen Institute mit gleichem Eigentümer sind der Fondsanbieter Deka und die Landesbank Berlin (LBB). Wenn die verbliebenen LBB-Kleinaktionäre wie geplant aus dem Unternehmen gedrängt sind, können die Sparkassen bei beiden Häusern durchregieren. Da es bei der LBB und Deka im Immobilien- und Fondsgeschäft viele Überlappungen gibt, gehen Insider davon aus, dass Fahrenschon eine Verschmelzung beider Institute relativ zügig angehen wird. „Alle warten auf Fahrenschon“, heißt es im Umfeld der LBB. Teile des Kapitalmarktgeschäfts, die nicht zum fusionierten Institut passen, könnten an die Helaba gehen, erklärt ein hochrangiger Sparkassen-Manager.

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