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09.09.2011

16:53 Uhr

Sparkassen-Präsident geht

Mein ganz persönlicher Haasis

VonPeter Köhler

Heinrich Haasis will in den Ruhestand gehen - fast unvorstellbar für einen Bank-Manager wie ihn, der Tag ein Tag aus immer in Bewegung war. Ein persönlicher Rückblick auf einen ganz besonderen Sparkassen-Präsidenten.

Heinrich Haasis packt für die Sparkassen an. picture-alliance

Heinrich Haasis packt für die Sparkassen an.

Wenn der Name Heinrich Haasis fällt, dann ist es bei mir so, als ob man den Startknopf für das Kopfkino drückt. Ich sehe ihn immer in Bewegung. Entweder kommt er gerade in einen Konferenzsaal, oder er geht eskortiert von seinem Stabschef Christian Achilles zur wartenden Limousine, oder aber er skribbelt mit gesenktem Kopf eine SMS an die Freunde und Feinde im Riesenreich der Sparkassen-Familie.

Selbst bei Interviews wirkt er immer ein wenig auf dem Sprung, in Gedanken schon wieder halb im nächsten Meeting. Oder er räumt im Gespräch eine Keks-Schale leer, wohlwissend, dass die kommenden Gremiensitzungen kaum Platz lassen für ein hastiges Mittagessen. Deshalb schoss mir bei der Ankündigung, dass er nicht mehr als Sparkassen-Präsident verlängert, als erstes durch den Sinn: das geht eigentlich nicht, für ihn kann es keinen Ruhestand geben, keinen Stand-by-Modus.

Aber man muss sich damit abfinden, dass die großen Banker, die echten Leuchttürme im Meer der Unsicherheit und der permanenten Krise, auch sich selbst retten müssen – und es auch wahr machen. Der 66jährige Schwabe tritt auf dem Zenit seiner Laufbahn an der Spitze des mächtigsten Lobby-Verbands der Republik ab, vielleicht auch deshalb, weil so viele Bankmanager, Verwaltungsräte und Funktionäre zu lange an ihren Sesseln klebten und am Ende gegangen wurden. „Man darf den richtigen Zeitpunkt für den Absprung nicht verpassen“, sagte er mir und meinem Kollegen Frank Drost vor wenigen Tagen in der Berliner Zentrale in der Charlottenstraße.

Was ich an Haasis schätze, ist seine Bodenständigkeit. Obwohl er in Deutschland der einflussreichste Finanz-Lobbyist sein dürfte, ist ihm die Macht nie zu Kopf gestiegen. In Talk-Shows macht er sich eher rar, man findet ihn nicht in der „Gala“ und auch nicht beim Aufgalopp zu den Wagner-Festspielen in Bayreuth. Okay, wer jetzt googelt findet vielleicht doch ein Bild von Haasis in Bayreuth, aber es ist trotzdem nicht seine Welt. Kann sie eigentlich auch nie sein, wenn man bedenkt, dass er aus einfachen Verhältnissen stammt und auf der schwäbischen Alb eher Sparsamkeit und Pflichtbewusstsein eingeimpft bekam.

Die vielleicht größte Stärke von Haasis ist sein Netzwerk in der Politik, schließlich war er mit 26 Jahren schon Bürgermeister der Gemeinde Bisingen im Zollernalbkreis, mit 31 saß er im baden-württembergischen Landtag. Als Mitglied des „Andenpakts“ in der CDU hat er den kurzen Draht zu Köpfen wie Koch, Wulff, Oettinger oder auch Merz. Er beherrscht die Etikette der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik und er weiß die Kontakte zu nutzen, um die Struktur des öffentlich-rechtlichen Verbunds zu verteidigen. Wenn er als Präsident des Sparkassenverbands Baden-Württemberg eine Rede hielt, dann verstrichen die ersten fünf Minuten mit dem hierarchischen Verlesen der Würdenträger, bis hin zu den Durchlauchten aus Baden und Württemberg.

Kommentare (3)

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ae911

09.09.2011, 17:53 Uhr

ab nach Chile bevor dass Kartenhaus zusammbricht! Die Menschen dieser Coleur werden bald in Europa und in den USA gejagt! Von Politikern ganz zu schweigen! Laternen gibt es überall genug!

@ae911

09.09.2011, 23:01 Uhr

Was für ein hirnkranker Kommentar. Die Redaktion sollte hier schnellstens eingreifen, und staatsanwaltschaftliche Maßnahmen einleiten !!!

pbosch

09.09.2011, 23:54 Uhr

"Was ich an Haasis gar nicht schätze, ist seine kompromisslose Reinwaschung der Sparkassen in der Finanzkrise. Es ist unbestritten, dass die dezentrale Struktur der Institute vor Ort das deutsche Finanzsystem stabilisiert". ....Aber die Rolle der Sparkassenfunktionäre in den Aufsichtsräten der Landesbanken hat Haasis stets zur Seite gedrückt oder aber unter den Tisch fallen lassen".

Ich bin und war als Business Coach Jahre lang in Süd und Nord unterwegs und kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass gerade die Sparkassen zu dem schlimmsten Bankstern gehören. Beaufsichtigt von der Politik - hmmh - das spricht auch für sich.

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