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01.04.2011

14:42 Uhr

Spitzelaffäre

Ricke und Zumwinkel kommen glimpflich davon

Für ihre Beteiligung an der Spitzelaffäre haben sich die ehemaligen Spitzenmanager Kai-Uwe Ricke und Klaus Zumwinkel mit der Telekom auf eine Vergleichszahlung in Höhe von jeweils 600.000 Euro geeinigt.

Mit der Vergleichszahlung an die Telekom ist die Spitzelaffäre für Ricke (l.) und Zumwinkel abgehakt. Quelle: dpa

Mit der Vergleichszahlung an die Telekom ist die Spitzelaffäre für Ricke (l.) und Zumwinkel abgehakt.

Frankfurt

Für die früheren Telekom-Spitzenmanager Kai-Uwe Ricke und Klaus Zumwinkel endet die Spitzelaffäre glimpflich. Der ehemalige Vorstandschef und der Ex-Aufsichtsratchef haben sich mit dem Bonner Konzern auf Vergleichszahlungen von jeweils 600.000 Euro geeinigt, wie am Freitag der Einladung zur Telekom-Hauptversammlung zu entnehmen war. Davon müssen sie 250.000 Euro aus eigener Tasche zahlen, den Rest übernimmt eine Manager-Haftpflichtversicherung. Ursprünglich wollte die Telekom von den beiden für den Schaden durch die Spitzelaffäre je eine Million Euro eintreiben.

Der Vergleich war bereits vor zwei Monaten geschlossen worden - die Vergleichsumme blieb aber geheim. Kernpunkte der Einigung: Die Telekom erhebt keine zivilrechtlichen Ansprüche mehr gegen ihre Ex-Manager. Gleichzeitig bleiben Ricke und Zumwinkel bei ihrem Standpunkt, sie hätten ihre Pflichten nicht verletzt und auch keinen Anspruch auf Schadenersatz anerkannt. Als nächstes müssen die T-Aktionäre auf dem Gesellschaftertreffen am 12. Mai in Köln dem Vergleich noch zustimmen.

Die Spitzelaffäre bei der Telekom vor rund fünf Jahren war einer der größten Skandale der deutschen Unternehmensgeschichte. Die Telekom-Führung war 2005 fieberhaft auf der Suche nach einem Insider gewesen, der geheime Geschäftsinformationen an die Presse weitergab. Bald wurde einigen Dutzend Aufsichtsräten, Gewerkschaftern und Journalisten hinterherspioniert. Dafür wurden systematisch Telefon- und Handyverbindungsdaten erfasst, was klar illegal war. Ex-Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel und Ex-Konzernchef Kai-Uwe Ricke konnte allerdings nichts nachgewiesen werden. Sie standen anfangs in Verdacht, von den illegalen Nachforschungen gewusst oder sie sogar beauftragt zu haben. Beide hatten die Vorwürfe stets von sich gewiesen.

Als Hauptperson in der Affäre wurde hingegen ein früherer leitender Angestellte der Telekom-Sicherheitsabteilung verurteilt. Klaus Trzeschan erhielt vom Landgericht Bonn im Herbst eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren, unter anderem wegen Verletzung des Fernmeldegeheimnisses.

Von

rtr

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