Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.09.2013

21:34 Uhr

Sportartikelhersteller

Gewinnwarnung bei Adidas

Der Sportartikelhersteller Adidas hinkt den eigenen Erwartungen hinterher. Nun musste das Unternehmen aus Herzogenaurach eine Gewinnwarnung ausgeben. Auch der Vorstand soll umgebaut werden.

Adidas erweitert seinen Vorstand und setzt Roland Auschel als fünftes Mitglied ein. dapd

Adidas erweitert seinen Vorstand und setzt Roland Auschel als fünftes Mitglied ein.

FrankfurtEuropas größtem Sportartikelhersteller Adidas bläst ein immer schärferer Wind ins Gesicht. Vertriebsprobleme in Russland, eine weitere Abwertung ausländischer Währungen und die anhaltende Schwäche auf dem Golfmarkt zwingen den Konzern erneut zur Senkung seiner Jahresziele. Erst Anfang August hatte die weltweite Nummer zwei der Branche nach dem US-Konzern Nike seine Umsatzprognose nach unten revidiert. Die Adidas-Aktie geriet nachbörslich unter Druck und verlor über vier Prozent.

2013 werde der währungsbereinigte Umsatz nun vermutlich nur im niedrigen einstelligen Bereich zulegen, teilte Adidas am Donnerstagabend mit. Zuvor hatte der Konzern ein Plus von bis zu rund 5 Prozent für möglich gehalten. Auch bei seinen Erwartungen an den Gewinn muss Adidas Abstriche machen. Dieser soll nun im Gesamtjahr 820 bis 850 Millionen Euro betragen, statt wie zuvor angedacht 890 bis 920 Millionen Euro. Dies wäre aber immer noch ein Rekordergebnis.

Die größten Sportartikelhersteller (Umsatz 2012)

Nike

17,8 Milliarden Euro

Adidas

14,9 Milliarden Euro

VF Corp. (USA)

5 Milliarden Euro

Puma

3,3 Milliarden Euro

Asics

2,3 Milliarden Euro

Jarden

2,1 Milliarden Euro

Amer Sports

2,1 Milliarden Euro

New Balance

2,1 Milliarden Euro

Quiksilver

1,6 Milliarden Euro

Columbia Sport

1,3 Milliarden Euro

Billabong

1,1 Milliarden Euro

Pacific Sunwear

0,6 Milliarden Euro

Quellen

FAZ, GfK, Sport-Scheck, eigene Recherche (via Statista.de)

Adidas hat derzeit an vielen Fronten gleichzeitig zu kämpfen. Neben der Konjunkturflaute in Europa, die dem Konzern bereits seit längerem das Leben schwer macht, sind es jetzt vor allem Währungsschwankungen, die den international breit aufgestellten Konzern empfindlich treffen. Dem Management zufolge hat sich die Währungssituation in den Monaten August und September verschärft. Der Russische Rubel, der Japanische Yen, der Australische Dollar oder der Brasilianische Real hätten weiter an Wert verloren. Das schmälert bei der Umrechnungen in Euro Umsatz und Ergebnis.

Darüber hinaus hakt es in Russland, einem der wichtigsten Einzelmärkte des Konzerns, offenbar im Vertrieb. Adidas sprach von kurzfristigen Engpässen durch die Umstellung auf ein neues Distributionszentrum in der Nähe von Moskau. Es hätten weniger Waren als geplant ausgeliefert werden können. Die Situation werde sich aber Anfang Oktober aufgelöst haben. Auch das Golfsegment macht dem Unternehmen zu schaffen.

Spürbar werden all die Auswirkungen vor allem im dritten Quartal, über das der Konzern am 7. November berichtet. Zum Jahresende hin soll es dann wieder aufwärts gehen, nicht zuletzt weil da die ersten Produkte für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien auf den Markt kommen.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Der_ewige_Spekulant

20.09.2013, 08:55 Uhr

Gewinnwarnung bei Adidas, Katastrophenbilanz bei RWE, Absatzrückgang bei VW.

Die Fallhöhe bei DAX >10'000 wird enorm sein.

Gnade uns Gott, wenn wir bis dahin Dank Helicopter Ben und Goldman Draghi in einer Liquiditätsfalle sind.

Aber bis dahin wird nun richtig gefeiert. Knapp ein ganzes Jahr.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×