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19.08.2014

15:14 Uhr

Sportivity-Studie

Warum Sport und Arbeit zusammengehören

VonLisa Hegemann

Viel zu wenige Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern Sport im Betrieb an. Dabei würde das sogar bei der Arbeit helfen. Doch dass Beschäftigte zu wenig Sport treiben, liegt nicht allein an den Arbeitgebern.

Mitarbeiter, die in der Mittagspause zusammen joggen gehen: Das gehört zu dem Zukunftsszenario, das das Zukunftsinstitut in seiner Sportivity-Studie entworfen hat. dpa

Mitarbeiter, die in der Mittagspause zusammen joggen gehen: Das gehört zu dem Zukunftsszenario, das das Zukunftsinstitut in seiner Sportivity-Studie entworfen hat.

DüsseldorfWie wichtig Sport für die Arbeit ist, weiß auch Barack Obama. Der US-Präsident hat einmal in einem Gespräch verraten, was er Menschen raten würde, die sein Amt übernehmen: Sport treiben. Sonst würde man zusammenbrechen.

Der Tipp von Barack Obama gilt nicht nur für das Präsidentenamt in den Vereinigten Staaten. Sport und Arbeit – das gehört längst zusammen. Zumindest theoretisch. In der Praxis scheitern aber noch viele Unternehmen daran, (ausreichend) Sportangebote für ihre Mitarbeiter zu schaffen. Das geht aus der Studie „Sportivity“ des Zukunftsinstituts hervor.

Die Autoren haben herausgefunden, dass jedes dritte Unternehmen (31 Prozent) in Deutschland kein Angebot für Bewegung rund um den Arbeitsplatz zur Verfügung stellt. Gleichzeitig bieten lediglich 23 Prozent überhaupt eine Form von Betriebssport an – abgesehen von Fahrradständern oder Umkleideräumen. Dabei hilft Sport auch bei der Arbeit: „Wenn eine Gruppe an einer neuen, innovativen Idee arbeiten soll, verrennt sie sich schnell“, sagt Studienautor Thomas Huber im Gespräch mit Handelsblatt Online. Wenn das Meeting aber vorbei sei und die Leute spazieren gehen würden, dann fiele ihnen plötzlich eine Lösung ein. Durch Sport könne man diese „Defokussierung“ stärker fördern.

Das Problem, dass sich die Mitarbeiter zu wenig bewegen, liegt aber nicht nur in den Unternehmen. Auch die Arbeitnehmer nutzen die Angebote nicht richtig. Nur neun Prozent der Angestellten greifen auf betrieblichen Sport zurück.

Wer fit bleiben will, müsste aber nach Ansicht der Studienautoren 30 bis 50 Minuten Ausgleichssport pro Tag treiben. Was für eine Sportart, ist fast egal. Der Wissenschaftler James O’Keefe, den die Studie erwähnt, hält Bewegungen, die auch schon unsere Vorfahren gemacht haben, für sinnvoll. Dazu zählen Laufen, Klettern, Bücken, Heben, Tragen oder Schwimmen.

Aber Sport muss nicht in den Feierabend fallen. Das Zukunftsinstitut hebt hervor, dass Bewegung auch während der Arbeit möglich ist. Das muss nicht gleich, wie in der Studie erwähnt, ein Laufband am Schreibtisch sein. Auch ein Tisch, der sich rauf- und runter fahren lässt, hilft. Wie die Studienautoren vorrechnen, verbrennt ein 75 Kilogramm schwerer Mensch allein dadurch 300 Kalorien, wenn er acht Stunden steht statt sitzt. Wobei das auf den Rücken gehen kann. Der verstellbare Schreibtisch sei aber auch kein Plädoyer, Stühle abzuschaffen, erklärt Studienautor Huber. Es gehe aber viel mehr darum, dass die Unternehmen Flexibilität schaffen. Dazu zählen zum Beispiel auch flexible Pausenzeiten.

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