Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.09.2014

12:30 Uhr

Sportrechtevermarkter

Infront steht erneut zum Verkauf

Infront soll expandieren, doch aus eigener Kraft ist das nicht möglich. Deshalb wird nun nach drei Jahren schon wieder ein Käufer für den 2009 aus dem Kirchkonzern herausgelösten Vermarkter für Sportrechte gesucht.

Sportrechte-Vermarktung und Sponsoring sind ein wachsendes Geschäft, deshalb will nun auch Infront expandieren. Doch dazu braucht man neues Geld. dpa

Sportrechte-Vermarktung und Sponsoring sind ein wachsendes Geschäft, deshalb will nun auch Infront expandieren. Doch dazu braucht man neues Geld.

FrankfurtDer Schweizer Sportrechte-Vermarkter Infront sucht nach drei Jahren wieder einen neuen Eigentümer. Das Unternehmen aus Zug brauche für seine Expansionsstrategie frisches Geld und neue Investoren, schrieb Vorstandschef Philippe Blatter in einer als vertraulich eingestuften E-Mail an wichtige Kunden der Infront Sports und Media, die Reuters vorliegt. Zusammen mit der Führung von Infront habe der Finanzinvestor Bridgepoint deshalb mit der Prüfung von Möglichkeiten begonnen, „um die geeignete Unterstützung für die nächste Wachstumsphase zu finden.“ Ermutigend sei, dass sich bereits eine „beträchtliche Zahl“ von möglichen Investoren gemeldet habe. Er werde das Unternehmen auch nach einem Eigentümerwechsel weiterführen, betonte Blatter.

Bridgepoint hatte Infront vor fast genau drei Jahren gekauft, in Finanzkreisen war der Preis damals auf gut 550 Millionen Euro taxiert worden. Das Engagement ist für den Finanzinvestor schon jetzt lukrativ: Im vergangenen Jahr hatte sich Bridgepoint eine schuldenfinanzierte Sonderdividende von 160 Millionen Euro genehmigt, im Juli nahm Infront weitere 155 Millionen Euro an Krediten für derartige Ausschüttungen auf. Bridgepoint wollte sich nicht zu den Informationen äußern. Der größere Infront-Rivale IMG war Ende vergangenen Jahres für 2,3 Milliarden Dollar verkauft worden.

Fußball DFB: DFB und Infront: Neues Vermarktungskonzept

Fußball DFB

DFB und Infront: Neues Vermarktungskonzept

Der DFB und sein langjähriger Vermarktungspartner Infront Sports und Media haben ein neues Marketing-Konzept für die Bandenwerbung entwickelt.

Infront war 2002 von der Unternehmerin Nicole Junkermann und dem 2009 verstorbenen ehemaligen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus aus dem zerfallenden Imperium von Leo Kirch herausgekauft worden. Vor der Übernahme durch Bridgepoint hatte der Kaffee-Erbe Andreas Jacobs die Mehrheit der Anteile gehalten.

Infront hatte anfangs vor allem vom Verkauf der Rechte an großen Turnieren des Welt-Fußballverbandes FIFA an Fernsehsender gelebt. Philippe Blatter ist der Neffe von Fifa-Präsident Sepp Blatter. Das Unternehmen hat sein Spektrum aber inzwischen verbreitert, etwa auf die Weltcup-Wettbewerbe in sechs Wintersportarten und Motorsport-Rennserien. Für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) vermarktet Infront die Länderspiele der Nationalmannschaft und den DFB-Pokal. Einer der bekanntesten der mehr als 600 Mitarbeiter der Firma ist der ehemalige Fußball-Nationalspieler und Kolumnist Günter Netzer.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×