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02.03.2006

09:49 Uhr

Staatsanwaltschaft ermittelt

EnBW-Chef Utz Claassen wehrt sich

VonMartin-W. Buchenau

Der Chef des drittgrößten deutschen Energieversorgers EnBW, Utz Claassen, hat es zurzeit nicht leicht. Erst musste er in der vergangenen Woche wegen gesundheitlicher Probleme die Bilanzpressekonferenz kurzfristig absagen. Dann ermittelt die Staatsanwaltschaft in zwei Fällen gegen ihn.

STUTTGART. Zum einen geht es um Bilanzfälschung. Claassen soll die Lage des Konzerns bei seinem Amtsantritt vor drei Jahren schlechter dargestellt haben, als sie wirklich war. Zum anderen prüfen die Karlsruher Staatsanwälte, ob die EnBW hochrangige Politiker zu Spielen der Fußballweltmeisterschaft eingeladen hat und sich so Vorteile erschleichen wollte.

Gesundheitlich gerade erst genesen, ging Claassen am Mittwoch in Stuttgart in die Offensive: „Bei beiden Ermittlungen gegen mich hat die Staatsanwaltschaft mich persönlich noch nicht kontaktiert. Deshalb habe ich auch noch keinen Rechtsanwalt mandatiert, zumal an den Vorwürfen absolut nichts dran ist.“

In Sachen WM sieht Claassen Politik und Wirtschaft kriminalisiert. Gegenseitige Einladungen zu Großveranstaltungen seien üblich und nicht ehrenrührig. Es sei eine Beleidigung für die Eingeladenen, wenn man unterstelle, dass sie durch Tickets im Wert von 120 Euro bestechlich seien.

Die EnBW ist einer der nationalen Sponsoren der Fußballweltmeisterschaft und hat für ein Paket von 12 000 Eintrittskarten 12,9 Millionen Euro bezahlt. Der Großteil der Karten gehe an Kunden und die Belegschaft, sagte Claassen. Bisher seien nur 32 Personen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft eingeladen worden.

Der Vorgang war durch einen Zeitungsbericht bekannt geworden, nachdem Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) und Justizminister Ulrich Goll (FDP) die Karten zurückgeschickt hatten. Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) hatte die Einladung dankend angenommen.

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