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25.04.2013

13:50 Uhr

Stahlkonzern Outokumpu

Das nächste Aus für ein Werk in Bochum?

Nach der Übernahme der Thyssen-Krupp-Tochter Inoxum steht der weltgrößte Edelstahlproduzent Outokumpu weiter unter Druck. Die Finnen streichen 2500 Stellen in Deutschland – die Lage ist ernst.

Gewerkschaftstransparent vor dem Outokumpu-Werk in Krefeld. dpa

Gewerkschaftstransparent vor dem Outokumpu-Werk in Krefeld.

Helsinki/KrefeldIm Handelsblatt hatte Outokumpu-Chef Mika Seitovirta im Januar angekündigt: Sollte die Konjunktur sich weiter abkühlen, werde der finnisch Stallkonzern noch mehr Stellen abbauen als zunächst geplant. Die pessimistische Variante ist jetzt eingetreten. Das Streichkonzert könnte das Ende für ein zweites Werk bedeuten – ausgerechnet in Bochum, wo bereits die Opel-Produktion vor dem Ende steht.

Der Edelstahl-Produzent Outokumpu will nach der Übernahme der Thyssen-Krupp-Tochter Inoxum in diesem Jahr bis zu 570 Stellen in Deutschland streichen. Bis Ende 2013 werde das ehemalige Thyssen-Krupp-Edelstahlwerk in Krefeld geschlossen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Helsinki mit. Insgesamt sei im laufenden Jahr die Streichung von weltweit 770 Stellen geplant. Die Stellenstreichungen sollen sozialverträglich erfolgen.

Bereits bei der Übernahme der Thyssen-Krupp-Edelstahltochter im vergangenen Jahr hatte das finnische Unternehmen neben der Schließung des Werks in Krefeld auch ein mögliches Aus für das Werk in Bochum bis Ende 2016 in Aussicht gestellt. Zuvor werde bis Ende 2015 jedoch noch die Wirtschaftlichkeit des Werks auf den Prüfstand gestellt, teilte Outokumpu auf Anfrage mit.

Bis zum Jahr 2017 will das Unternehmen weltweit sein Sparprogramm verschärfen und 2500 Stellen streichen. Noch im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen den Abbau von lediglich 2000 Jobs in diesem Zeitraum angekündigt. Hintergrund sei ein weiter „schwieriges Marktumfeld“, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit.

Die größten Rohstoffkonzerne der Welt

Platz 5

Anglo American

Das südafrikanisch-britische Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit Industrie- und Edelmetallen, Diamanten - und Kohle. Der Konzern machte 2014 insgesamt 20,4 Milliarden Dollar Umsatz. Zu dem Portfolio gehört etwa auch der Diamantenschürfer De Beers. Anglo American ist der größte Platinförderer der Welt.

Quelle: Bloomberg,

Platz 4

Xstrata

Der Minenkonzern Xstrata ist der größte Zinkproduzent der Welt und hat sich mit dem berühmt-berüchtigten Rohstoffhändler Glencore zusammengeschlossen. Xstrata hatte an der Börse einen Wert von 55,1 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen aus der Schweiz waren bereits eng verflochten. Glencore hielt rund 34 Prozent an Xstrata.

Platz 3

Vale

Der brasilianische Rohstoffkonzern Vale kommt auf einen Börsenwert von 107,9 Milliarden US-Dollar. Das einstige Staatsunternehmen verzeichnete ein rasantes Wachstum und stieg zum weltweit größten Förderer von Eisenerz auf. Zudem betreibt Vale die weltgrößte Eisenerzmine in Brasilien. In der Ferr Carajas-Mine werden 110 Millionen Tonnen Erz pro Jahr gefördert. Der Grundstoff für die Stahlerzeugung wird über rund 900 Kilometer per Eisenbahn in den nächsten Hafen gefahren.

Platz 2

Rio Tinto

Der britisch-australische Gigant rangiert auf Platz zwei der Eisenerzförderer. Das Traditions-Unternehmen mit zwei Hauptsitzen, in London und Melbourne, kommt auf eine Börsenwert von 111,6 Milliarden Dollar. Zudem betreibt Rio Tinto wichtige Kupferminen, wie etwa in West Australien. Die Anglo-Australier übernahmen sich 2007 fast am Kauf des kanadischen Aluminiumkonzerns Alcan und wurden selbst Ziel eines Übernahmeversuchs durch den Konkurrenten BHP Billiton.

Platz 1

BHP Billiton

Ein echtes Schwergewicht an der Börse mit einer Marktkapitalisierung von 199,7 Milliarden Dollar ist der britisch-australische Gigant BHP Billiton. Das Unternehmen betreibt Eisenerz- und Kupferminen, erweitert aber auch sein Geschäft etwa auf Schiefergasressourcen in den USA.

Unter dem Strich fiel zwischen Januar und März ein Verlust von 152 Millionen Euro nach 12 Millionen Gewinn vor einem Jahr an. Die übliche Belebung im ersten Quartal sei angesichts der Wirtschaftskrise in weiten Teilen Europas schwächer als erwartet ausgefallen, hieß es. Im Gesamtjahr 2012 hatte das Minus bei 536 Millionen Euro gelegen.

Thyssen-Krupp ist seit dem Inoxum-Verkauf mit 29,9 Prozent an dem finnischen Konzern beteiligt. Im Rahmen der Edelstahl-Ehe hatte das Essener Unternehmen auch die Übernahme von 600 Mitarbeitern zugesagt. Diese Vereinbarung habe weiterhin Bestand, betonten Sprecher der beiden Unternehmen auf Anfrage.

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Nun will das Unternehmen über Stellenabbau nachdenken.

Die Edelstahlbranche kämpft seit Jahren mit Verlusten. Grund sind hohe Kapazitäten, die auf eine geringe Nachfrage treffen. Die Folge ist ein erheblicher Preisdruck. Um die Konsolidierung der Branche voranzutreiben, hatte Outokumpu im Dezember Inoxum übernommen.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

25.04.2013, 14:16 Uhr

Die arbeitslosen Stahlarbeiter können einfach auf Ethikrat, Waldorfkindergärtner oder Migrationsbeauftragter umschulen.

In diesen Berufen herrscht dank der rot-günen Gutmenschen in NRW ein enormer Bedarf!

Account gelöscht!

25.04.2013, 14:32 Uhr

So langsam kommt die permanete Systemkrise auch nach Deutschland. Aber wir können ja dann von den Allmosen unserer Reichen leben. Schließlich geht es Deutschland ja lt. FDP-zensierten-Armutsbericht sehr gut!

Tyko

26.04.2013, 05:43 Uhr

So muß mal wieder der normale Arbeiter für Managementfehler der ThyssenKrupp bluten.
12 mrd.verlust aus dem Projekt Brasilien und Alabama in den Sand gesetzt.
Wie immer gehen Vorstand mit goldenem Handschlag, dem Arbeiter nur der Gang zum Arbeitsamt danach Hartz4 !

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