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09.04.2014

17:22 Uhr

Start-up-Schmiede

Rocket Internet vermittelt Putzhilfen

Mit Investitionen in Start-Ups wie Zalando und Groupon gehört Rocket Internet zu den großen Finanziers der nationalen Internetbranche. Nun sollen auch Reinigungskräfte vermittelt werden. Das Vorbild stammt aus den USA.

Die beiden Helpling-Gründer Benedikt Franke (links) und Philip Huffmann (rechts). PR

Die beiden Helpling-Gründer Benedikt Franke (links) und Philip Huffmann (rechts).

BerlinNach Modehandel, Krediten oder Reisebussen nimmt die deutsche Start-up-Schmiede Rocket Internet jetzt auch die Vermittlung von Putzhilfen ins Visier. Bei der neuen Firma Helpling kann man Reinigungskräfte buchen, der Preis liegt bei 12,90 Euro pro Stunde. „Unsere Absicht ist es, zu zeigen, dass es auch ohne Schwarzarbeit geht“, sagte Mitgründer Benedikt Franke zum Start am Mittwoch der dpa.

Wie bei vielen anderen Rocket-Unternehmen gibt es auch hier ein US-Vorbild: Das im Sommer 2012 gestartete Start-up Homejoy. Stellenausschreibungen der Amerikaner deuten auf einen baldigen Europastart hin. Der Dienst von Helpling ist zunächst in Berlin, München, Köln und Hamburg verfügbar. Weitere Städte sollen folgen. Bei einem Erfolg sei auch ein Ausbau des Angebots mit weiteren Dienstleistungen denkbar, „aber zunächst konzentrieren wir uns auf Putzdienste“, sagte Franke.

Deutsche Startups

Neue Gründerzeit

Manch einer spricht von einer neuen Gründerzeit: Immer mehr Start-ups versuchen in Berlin ihr Glück. Aber auch in anderen Teilen des Landes gibt es erfolgreiche IT-Unternehmen. Einige sind bereits über die Grenzen von Deutschland hinaus bekannt geworden. Ein Überblick.

Researchgate

Researchgate ist ein Online-Netzwerk für Wissenschaftler. Dort tummeln sich Biologen, Chemiker aber auch Philosophen. Die Idee: Forscher sollen sich inhaltlich austauschen und Kontakte knüpfen können. Der studierte Virologie Ijad Madisch gründete die Firme mit zwei Freunden. Längst sind Investoren aus den USA aufmerksam geworden – darunter Microsoft-Gründer Bill Gates: Er steckte im Juni 2013 gemeinsam mit Tenaya Capital 35 Millionen Euro in Researchgate.

Wooga

Der Spiele-Anbieter Wooga profitierte in seinen Anfangsjahren vom Boom der Sozialen Netzwerke: Immer mehr Nutzer verbrachten immer mehr Zeit bei StudiVZ, Facebook und Co – und begeisterten sich für Spiele wie „Monster World“, die das Berliner Start-up dort anbot. Inzwischen steckt Wooga mehr Anstrengungen in die Apps für mobile Geräte. Weltweit verzeichnet die Firma monatlich 50 Millionen Nutzer.

Bigpoint

Kein klassisches Start-up mehr ist Bigpoint: Heiko Hubertz gründete die Firma bereits 2002. Sie bietet Spiele wie „Drakensang Online“ und „Farmerana“ an, sowohl eigene Entwicklungen wie auch die anderer Hersteller. Die mehr als 300 Millionen registrierten Nutzer können grundsätzlich kostenlos spielen, zahlen aber für Extras. 2012 war allerdings ein schwieriges Jahr: Weil sich das Geschäft schlechter entwickelte als erwartet, strich das Unternehmen 120 Stellen und schloss das Studio in San Francisco. Dieses Jahr will Bigpoint wieder wachsen.

Soundcloud

Der schwedische Unternehmer Alexander Ljung hat sich bewusst für den Standort Deutschland entschieden: Er gründete seine Firma Soundcloud in der Hauptstadt. Sie bietet eine Plattform an, auf die Nutzer eigene Audioproduktionen hochladen können und mit anderen teilen können. Monatlich nutzen 250 Millionen Menschen den Dienst.

6Wunderkinder

Das Start-up 6Wunderkinder entwickelt eine Anwendung, mit der Nutzer ihren Alltag wie auch ihre Arbeit organisieren können sollen. Die Basisversion ist kostenlos, die Team-Version kostet eine monatliche Gebühr. Bislang hat das Unternehmen nur sechs Millionen Nutzer, aber eine Partnerschaft mit dem bekannten Kapitalgeber Sequoia Capital rückt das junge Unternehmen ins Rampenlicht.

Zalando

Hinter dem Online-Modehändler Zalando stehen die Samwer-Brüder, die sich als Seriengründer von Internet-Unternehmen einen Namen gemacht haben. Der Umsatz ist seit der Gründung 2008 rasant auf 1,15 Milliarden Euro im vergangenen Jahr gewachsen, allerdings arbeitet der Händler nicht profitabel. Internationale Investoren, darunter die deutsche Tengelmann-Gruppe und ein kanadischer Rentenfonds, finanzieren die internationale Expansion.

Die Reiniger seien ausgebildete Fachkräfte aus Deutschland mit Gewerbeschein, Helpling nimmt als Vermittler eine Kommission von 20 Prozent. Bei der Auswahl werde rund jeder zweite Bewerber ausgesiebt, zu den Tests gehöre ein Probeputzen. Nach Abzug der Steuer blieben 10,30 Euro pro Stunde übrig, rechnet Helpling vor. Das sei vergleichbar mit Schwarzmarkt-Preisen.

Von

dpa

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