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02.11.2012

18:50 Uhr

Steinkohlebergbau

Müller wird Stiftungs-Chef und Großmann sein Aufseher

Nach langem Tauziehen ist Werner Müller doch zum Chef der RAG-Stiftung gewählt worden. Aufsichtsratschef wird der ehemalige RWE-Chef Jürgen Großmann. Zusammen sollen sie die Zukunft Evoniks gestalten.

Werner Müller, hier 2007 als Chef der RAG AG, wird neuer Vorsitzender der RAG-Stiftung. dpa

Werner Müller, hier 2007 als Chef der RAG AG, wird neuer Vorsitzender der RAG-Stiftung.

DüsseldorfDer ehemalige Wirtschaftsminister Werner Müller wird neuer Chef der RAG-Stiftung, die den subventionierten Steinkohlebergbau in Deutschland abwickelt. Das Kuratorium der Stiftung wählte Müller nach langen politischen Ränkespielen um die Personalie am Freitag in Berlin auf den Spitzenposten der Stiftung, die auch die Mehrheit am Chemieriesen Evonik besitzt.

Zudem wählte das Aufsichtsgremium den ehemaligen RWE-Chef Jürgen Großmann zu seinem Vorsitzenden, wie die Stiftung mitteilte. Das Gremium entscheidet auch über die Zukunft des Chemieriesen Evonik, der bereits mehrfach vergeblich in Richtung Börsenparkett gestartet war.

Das ist die RAG-Stiftung

Gegründet 2007

Die 2007 gegründete RAG-Stiftung ist Mehrheitseigentümerin des Spezialchemiekonzerns Evonik. Sie steuert den schrittweisen und für die Mitarbeiter sozialverträglichen Ausstieg aus dem deutschen Steinkohlebergbau.

Erträge für Ewigkeitslasten

Die Stiftung erwirtschaftet aus Evonik-Dividenden und einem geplanten Börsengang des Unternehmens Erträge für die sogenannten Ewigkeitslasten der Kohleförderung. Dabei geht es vor allem um das dauerhafte Abpumpen von Wasser aus den mehreren tausend Stollen unter dem Ruhr- und Saargebiet.

Milliarden-Kapitalstock

Nach aktuellen Berechnungen ist dafür ein Vermögen von 12,4 Milliarden Euro als Kapitalstock erforderlich. Sollte es nicht gelingen, dieses Vermögen bis zum Kohleausstieg Ende 2018 aufzubauen, müsste die öffentliche Hand einspringen. Sitz der Stiftung ist Essen.

Kulturförderung als weitere Aufgabe

Weitere Aufgabe der Stiftung ist die Förderung von Bildung, Wissenschaft und Kultur an Ruhr und Saar, soweit diese in Zusammenhang mit dem deutschen Steinkohlenbergbau steht. Diese Förderung ist laut Satzung aber klar nachrangig gegenüber der Abdeckung der Ewigkeitslasten. Der Etat für Kulturförderung beträgt nur rund eine Million Euro jährlich.

"Über die Entscheidung des Kuratoriums der RAG-Stiftung freue ich mich", erklärte Müller. Die einstimmige Wahlentscheidung sei ein Vertrauensbeweis. Er wolle sich nun für die Ziele der Stiftung und eine "gute Zukunft" von Evonik und RAG einsetzen. Müller war parteiloser Minister im Bundeskabinett von Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) und später Evonik-Chef. Mit seiner Wahl wird der lange Streit um die Nachfolge von Stiftungschef Wilhelm Bonse-Geuking beendet.

Müller hatte vor allem in den Reihen der IG BCE und der SPD Rückhalt, in der Union hatte es indes Zweifel an der Personalie gegeben, die nun ausgeräumt wurden. In dem Kuratorium sitzen unter anderem die Ministerpräsidentinnen des Saarlands und Nordrhein-Westfalens, Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Hannelore Kraft (SPD), Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und der Chef der Gewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis. Er bleibt Vizechef des Kuratoriums.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

02.11.2012, 22:23 Uhr

Der von den Bürgern subventionierte Bergbau in Deutschland soll abgewickelt werden. Er hat nie betriebswirtschaftlich Sinn gemacht, nur unsere Gelder aufgefressen. Nun soll er mit weiteren Geldern der Bürger Deutschlands zu Grabe getragen werden. Ausgediente Manager und inkompetente Politiker haben ein Milliarden umfassendes Begräbnis organisiert, an dem sich alle Beteiligten so gut es geht bereichern wollen. Herzlichen Glückwunsch Steuerzahler.

Damit nicht genug. Es werden dem Steuerzahler schon mal Ewigkeitslasten in Aussicht gestellt. Diese Solidarität, zahle auf ewig, darf es nicht geben. Wer unter seinem Haus eine Grube gräbt, fällt irgendwann selbst herein.

alibori

03.11.2012, 09:25 Uhr

Wer bei SPD/DGB Liebkind ist, erntet ohne zu säen.

Hennes

11.11.2012, 18:39 Uhr

Wer so etwas schreibt hat keine Ahnung woher sein Strom aus der Steckdose kommt.Jede Form von Energie oder Stahlerzeugung aus Kohle muss subventioniert werden da der Chinese seine Blutkohle für billiges Geld verkauft.Arbeiter aus China müssen jeden Monat sterben nur damit für dich kostengünstig Stahl und Strom erzeugt werden kann.Das in früheren Zeiten zudem Kohle für den massiven Energiehunger gebraucht wurde passt nicht in deinen Schädel und das du jetzt auf Kosten tausender Kohlekumpel aus anderen Ländern die ihr Leben für billige Kohle lassen mussten spricht für deinen humorlosen und obendrein völlig geschmacklosen Kommentar.....

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